Westerholzer feiern Premiere von „Twee Kirls speelt Dame“ - Von Klaus-Dieter Plage

Der erste große Auftritt

Die Laienschauspieler des Westerholter Eekenkrings können sich über eine gelungene erste Vorstellung ihres Stückes freuen. Foto: Klaus-Dieter Plage
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Westerholz. Jubel bei der Premiere: Die Laienschauspieler des Westerholter Eekenkrings liefen in der plattdeutschen Komödie „Twee Kirls speelt Dame“ zu großer Form auf. Bereits vor Beginn der Aufführung ging es hinter der Bühne in der Garderobe lustig zu. Die Darsteller waren gut gelaunt und warfen hie und da noch schnell einen Blick ins Textbuch. Langsam stieg die Anspannung – nicht nur bei den drei neuen Schauspielern, sondern auch bei den alten Hasen.

„Das gehört dazu“, sagte Ralf Preuß. Er gehört schon seit vielen Jahren zur Theatergruppe. „Das Wichtigste ist, dass der erste Satz klappt. Dann läuft es von selbst“, fügt er hinzu. Als die Theaterglocke läutet, herrscht knisternde Anspannung unter den Schauspielern. Wieder ertönt die Glocke. Jetzt geht es los – ab auf die Bühne.

Die große Frage war, wie finden sich die Neuzugänge Saskia Boje, Timo Riepshoff und Michael Miesner in ihre Rollen rein? „Man merkte nicht, dass sie das erste Mal Theaterluft geschnuppert haben“, gab es später lobende Worte. Besonders gut gefiel Boje als Isabella del Saliba, ein „Fehltritt“ aus einem Italienurlaub. Mit ihrem gespielten Akzent gab sie eine überzeugende Italienerin ab. Isabella sucht in dem Stück ihren leiblichen Vater.

Auch Michael Miesner als Handelsvertreter für Backwaren, der zum Tröster einer Bäckerstochter wird, und Timo Riepshoff überzeugten. Riepshoffs Rolle als Neffe der Wirtin lag ihm: Wenn er von seiner angebeteten Italienerin sprach, verdrehte er herrlich die Augen.

Ein großer Lacherfolg waren auch Ralf Preuß und Friedrich Brase, als sie als Damen verkleidet auf die Bühne traten. Zu allem Überfluss musste Preuß, der einen Vertreter für Damenunterwäsche spielte, einen Teil seiner Kollektion direkt vorführen. Hervorragend spielte Brase indes den unterdrückten Ehemann: In gebückter Haltung mit versteinertem Gesicht gab er einen überzeugenden Pantoffelhelden. Wenn seine Ehefrau (Diana Klee) über die Bühne fegte, war Alarm angesagt. Und Heike Riepshoff hatte als resolute Wirtin Emma Obermeier das Heft im Gasthof „Zum wilden Eber“ in der Hand. Von ihrem Bruder hält diese nicht viel und sie lässt sich auf eine Liebschaft mit dem überkorrekten Beamten Otto Steinbeißer (Stefan Klee) ein.

Unzählige Lacher und Szenenapplaus begleiteten die Suche nach dem Vater von Isabella. Und siehe da: Der, dem niemand auch nur das kleinste amouröse Abenteuer zugetraut hätte, ist am Ende der gesuchte Vater. Gagreich und gespickt mit Situationskomik überzeugte das Stück. Dass es ordentlich die Lachmuskeln strapazierte, lag vor allem an dem glänzend aufspielenden Ensemble, das Lampenfieber und kleine Texthänger mit Professionalität überspielte.

Wer die Premiere verpasst hat, muss nicht traurig sein: Eine letzte Aufführung ist am Sonntag, 3. Februar, um 14.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Westerholz. In der Pause gibt es Kaffee und Kuchen. Wer Glück hat, erwischt täglich in der Zeit von 18 bis 21 Uhr im Vorverkauf unter Telefon 0152/52682284 eine der letzten Karten.

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