Von 1850 bis 1960: In Wittkopsbostel wird wie früher Getreide gemäht

Ernte alter Tage

Eckhard Frick (v.l.) sowie Bettina und Ralf Bade vom Heimatverein Wittkopsbostel erwarten rund 60 Aussteller. Fotos: Röhrs
 ©

VON MATTHIAS RÖHRS

Wittkopsbostel – Wenige Tage vorher haben Ralf und Bettina Bade ihre Schätze schonmal aufgereiht am Oldenhöfener Weg. Direkt gegenüber des Wittkopsbosteler Dorfgemeinschaftshauses stehen die alten Trecker mit Mähmaschinen auf einem Stoppelfeld. Am kommenden Sonntag stehen sie dort erneut, denn dann veranstaltet der Boscheler Heimatverein seine historische Getreideernte mit Oldtimertreffen direkt an der sogenannten Dorfmitte.

Noch sind der rote Güldner und der rostdunkle Lanz sauber herausgeputzt. Nach getaner Arbeit am Sonntag, 31. Juli, werden sie vermutlich wesentlich dreckiger, verstaubter sein – wie so manche andere Veteranen der Feldarbeit auch. Mitorganisator Ralf Bade erwartet rund 60 Gespanne, die historische Getreideernte habe sich vor der Corona-Pandemie einen gewissen Namen in der Region gemacht – und auch „im ganzen norddeutschen Raum“, sagt Bade nicht ohne Stolz. Und es seien auch längst nicht nur alter Trecker und Drescher zu bewundern, die Veranstaltung locke auch Besitzer alter Autos, alter Lkw und Co. an, die sich in Wittkopsbostel treffen und bei frischem Butterkuchen aus dem historischen Backofen zu fachsimpeln. Es sei eben auch ein Oldtimer-Treffen. Eingeladen sei keiner, aber dennoch willkommen. „Die kommen von sich aus“, sagt Ralf Bade.

Nun ist das Fest kein Schaulaufen alter Landmaschinen, es geht auch um das Bewahren alter Arbeitstechniken. Wo heutzutage große Maschinen mit digitaler Technik auffahren, kümmert man sich in Boschel um das Vergangene. Das Fest gewährt einen Einblick, wie man in den Jahrzehnten von 1850 bis 1960 auf dem Feld in Niedersachsen gearbeitet hat, und es zeigt damit auch, wie der technische Fortschritt damals auch ohne Computerausstattung vonstatten ging. Da lasse es sich laut Ralf Bade auch so manch älterer Besucher nicht nehmen, mal selbst mit anzufassen, da er dieMethode noch von früher kenne.

Von der Sense bis zum Mähanhänger ist alles dabei, um das letzte Stück Wintergerste eines befreundeten Landwirts zu ernten. Und wer die richtigen Fragen stellt, bekommt von den Besitzern sicher auch die eine oder andere Geschichte zur Maschine erzählt. Etwa, dass Ralf Bade seine schwedische Westeråsmaskiner Maschine mit 50 Euro vor dem Schrottplatz gerettet und wieder hergerichtet hat.

Angekündigt haben sich auch die Freunde alter Landmaschinen aus Sottrum, zudem ist der ganze Boscheler Heimatverein auf den Beinen. Neben der Action auf dem Feld gibt es rund um den alten Schafstall direkt nebenan einen kleinen Kunsthandwerkermarkt, zudem ist Unterhaltung für Kinder in Planung. Beginn ist um 11 Uhr, für das Mittagessen steht ein Imbisswagen bereit, ab 14 Uhr sollen dann Kuchen direkt aus dem Backofen und Torten angeboten werden.

28.02.2021

Landpark Lauenbrück

12.02.2021

Winterlandschaft in Rotenburg

22.12.2020

Weihnachtsbilder

29.10.2020

Herbstfotos der Leser