Seit 36 Jahren Beekscheeper: Klee über Erlebtes und Anvisiertes - Von Christine Duensing

Kultur und Kauderwelsch

Jörn Klee spricht über das Beekscheeper-Vereinsleben.
 ©Christine Duensing

Scheeßel. „Mit dem Quad unbeschwert über neuseeländische Wiesen heizen – klingt erst einmal recht amüsant, hat aber den kleinen Nachteil, dass man letztendlich von oben bis unten mit Schafskot besprenkelt ist“, erinnert sich Jörn Klee lachend. Und gibt damit eins seiner auf Beekscheeper-Touren gemachten Erlebnisse preis. Als neuer „Repräsentant für nationale und internationale Beziehungen“ des Vereins ist er sich sicher: Weitere kuriose und beeindruckende Erfahrungen folgen.

Klee gehört zu den Urgesteinen der Scheeßeler Beekscheepers: 36 Jahre als Mitglied, 29 Jahre im Vorstand – elf davon als Vorsitzender, 15 Jahre als dessen Stellvertreter und drei als Beisitzer – sprechen für sich. Im Zuge der diesjährigen Jahreshauptversammlung hat Klee den Vorsitz der Trachtengruppe nun an Klaus Bödecker abgegeben – dem Verein bleibt er dennoch in neuer Position treu. Seine ersten Aufgaben: „Fürs Beeke-Festival bin ich mitverantwortlich. Ich bin involviert in das Kontaktieren der Gruppen und in die Öffentlichkeitsarbeit“, zählt er auf.

Der frisch geschaffene Posten als Vermittler zwischen dem Verein und Kontakten aus aller Welt scheint Klee wie auf den Leib geschneidert. Nicht zuletzt, da der 50-jährige Scheeßeler seit Jahren mit der Vereinsgruppe auf Reisen ist. „Das war schon immer meins“, sagt der Vater von zwei Kindern und meint damit das „Netzwerken“, das Kennenlernen anderer Kulturen, Traditionen und Länder – aber auch das Vertreten des eigenen Landes. „Als wir mal in Florida zum Tanzen waren, haben wir direkt am Flughafen Schilder mit der Aufschrift ’Kulturbotschaftler‘ bekommen. Da wurde mir zum ersten Mal so richtig plakativ die mitschweifende Verantwortung bewusst: Du lernst hier nicht nur Neues kennen, du repräsentierst gleichzeitig mit deinem Verhalten ein Stück weit deine Heimat.“

Auch das bringe viel Freude, so Klee, genau wie das Empfangen von Gästen unterschiedlichster Herkunft im Beekeort. Seit 1975 hätten – inklusive der Gruppen beim Beeke-Festival in diesem Jahr – 65 verschiedene Nationen in Scheeßel gastiert. Verständigungsprobleme gebe es so gut wie keine. „Zur Not löst man das einfach mit Kauderwelsch oder mit Händen und Füßen“, erzählt der Scheeßeler. „Spaßig ist es auch, wenn wir unsere Besucher aus der Ferne während ihres Aufenthaltes beispielsweise zum Wattwandern einladen.“

In Europa habe er mittlerweile durch die Beekscheeper-Reisen zu Auftritten schon fast jedes Land besucht. „Vor allem für junge Leute sind diese Unternehmungen positiv prägend. Man kann einfach wahnsinnig viel mitnehmen“, schwärmt Klee. Damit meint er Eindrücke, sowohl lustige als auch lehrreiche – wie etwa das Wertschätzen dessen, was man hat. Er führt aus: „Wir waren auch schonmal in ärmeren Gegenden zu Besuch. Die Menschen sind dort nichtsdestotrotz absolut herzlich und strotzen nur so vor Lebensmut und Gastfreundlichkeit. Sowas beeindruckt einfach nachhaltig und regt zum Nachdenken über die eigene Lebenseinstellung an.“

Heute pflegt Jörn Klee unter anderem engen Kontakt zu Bekannt- und Freundschaften aus Finnland, Italien, Neuseeland, Florida und Estland, und zwar teilweise seit bis zu 20 Jahren. Das Beekscheeper-Vereinsleben, vor allem die Auftritte fernab der Heimat, aber auch das Organisieren des Beeke-Festivals vor Ort, sorgen für ein „tolles Gemeinschaftsgefühl“, beschreibt Klee. Dieses will er in seiner neuen Position unbedingt hegen und pflegen. Das weit gespannte Netzwerk möchte er möglichst noch erweitern, was aber an sich aus Erfahrung ein Selbstläufer sei. Der gelernte Versicherungskaufmann erklärt: „Man trifft immer wieder neue Menschen bei Festen, die man dann einlädt und die dann zu sich einladen, wo man wieder andere Leute kennenlernt.“

Auf die Frage, ob es etwas gibt, was er im Rückblick auf die vergangenen Jahre als Beekscheeper-Mitglied bereue, folgt zunächst grübelndes Schweigen.

Dann sagt Klee schmunzelnd: „Ich habe mich in Neuseeland nicht zu einem Bungeesprung in eine tiefe Schlucht durchgerungen. Wenn ich dort nochmal hinkomme, hole ich das definitiv nach!“

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