Scheeßeler Tafel läuft seit Donnerstag im Notfallmodus - Von Hans-Jörg Werth

Viele helfende Hände

Abstand halten: Mundschutz und Handschuhe gehören für Anthea Berulla, Nils Bassen und Johanna Bahr vom neuen Helferteam der Tafel in Scheeßel dazu. Fotos: Hans-Jörg Werth
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Scheeßel. An vier Orten im Kirchenkreis Rotenburg werden beziehungsweise wurden Lebensmittel an bedürftige Menschen abgegeben – in Rotenburg, Scheeßel, Sottrum und Visselhövede. Auch dort hat der Covid19-Virus die Situation zunächst auf Null heruntergefahren. Seit dem 26. März ist jedoch die Ausgabe in Rotenburg wieder offen. Viele neue (14 jüngere) Helfer und 55 bedürftige Menschen zählte Hero Feenders von der Rotenburger Tafel. „Unser Aufruf nach Hilfen zur Verteilung war positiv, alle haben sich an die üblichen Standards in Virenzeiten gehalten“, sagt Feenders.

Ein gutes Signal kann auch Marion von Koschitzky von der Tafel in Scheeßel vermelden, die mittlerweile 13 junge neue Helfer zur Warenverteilung gewinnen konnte. Das sind insbesondere junge Menschen, die sich politisch organisieren und die zum Teil auch in der Bewegung „Fridays for Future“ aktiv sind, erzählt von Koschitzky. „Ich finde es gut, dass sich parteiübergreifend so viele junge Leute gefunden haben, um die Tafel auch in diesen schweren Zeiten am Laufen zu halten“, so Nils Bassen von den Jusos, einer der Initiatoren des Projekts in Scheeßel.

Während nun die älteren Aktiven im Ehrenamt (die daher auch mehr zur Corona-Risikogruppe gehören) sich mehr im Hintergrund halten, ist der Plan, das die Ausgabe ab sofort donnerstags um 14 Uhr in junger Besetzung startet. Von Koschitzky: „Wir schulen gerade unsere neuen Kräfte in der Warenausgabe und den nötigen Abläufen, in dieser Notsituation soll die Tafel zumindest in den Folgezeiten statt wie bisher zweimal immer einmal in der Woche, jeweils Donnerstag, die Türen an der Ausgabestelle am Scheeßeler Bahnhof öffnen.

Bis dahin werden die Waren von hiesigen Supermärkten und Bäckereien eingesammelt. In Vorbereitung ist auch die nötige Markierung vor der Ausgabestelle, alle tragen Handschuhe, der nötige Sicherheitsabstand muss eingehalten werden und es werden laut von Koschitzky immer nur zwei Personen in den Bahnhofsraum gelassen. Aufgrund der Lage der Ausgabestelle mit ausreichend Platz sei das alles gut vor Ort zu handhaben.

Die langjährigen Ehrenamtlichen seien außerdem für Fahrdienste und ähnliches weiterhin tatkräftig dabei.

Vor allem über das Engagement der „Fridays for Future“-Mitglider habe er sich gefreut, meint Bassen. Die jungen Leute waren vor Kurzem bei einer Bürgersprechstunde zugegen und seien sofort von dem Projekt begeistert gewesen, so der Scheeßeler. Etwa 100 Tafeln in Niedersachsen und Bremen versorgen mit mehr als 6.500 ehrenamtlichen Helfern nach Angaben der Rotenburger Tafel täglich rund 166.000 Menschen mit Lebensmittelspenden. Etwa 1,5 Millionen Menschen nutzen bundesweit die Hilfe der mehr als 920 Tafeln.

• Lebensmittelausgabe Scheeßel der Rotenburger Tafel, Ausgabestelle: Bahnhof Scheeßel, immer Donnerstags jeweils um 14 Uhr (statt wie bisher 15 Uhr).

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