Scheeßel-Taler mit neuem Rathaus-Motiv – Förderung der Künstler 2021

Ostervees folgt auf Westervees

Mit großem Elan treibt die Scheeßeler Bibliothek die Digitalisierung voran.
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Scheeßel (hjw). Corona hält auch in Scheeßel die Gemeinde in Atem: Wirtschaft, Kultur und Freizeitveranstaltungen sind unter Druck. In der vom Ausschussvorsitzenden Carsten Gehse planmäßig eröffneten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus, Kultur- und Heimatpflege kam man zügig zu Ergebnissen. Der Tenor: Tue Gutes und rede darüber – die Kultur- und Heimatpflege hat in den vergangenen Monaten besonders gelitten und müsse unterstützt werden.

„Mitte März musste gleich die erste vorbereitete Ausstellung 2020 komplett ausfallen“, berichtete der Heimatverein-Vorsitzende Uwe Wahlers. Es folgten weitere Absagen wie der Museumstag am 1. Mai und auch der Scheeßel-Tag fiel Corona zum Opfer. Wahlers hatte allerdings auch Positives vom Museum zu berichten: Das Geld für Museumsleiter Meyer sei gut investiert, der ausgewiesene Netzwerker habe für das Museum der Gemeinde bereits etliche Fördermittel abrufen können.

Zurzeit werde an den an den neuen Schildern zum Thema Blaudruck gearbeitet, die an verschiedenen Orten aufgestellt werden sollen, so Wahlers. Die Erläuterungen sind nicht nur in deutsch und englisch, sondern auch auf Plattdeutsch zu lesen.

„Dass wir als heimat- und kulturverbindender Ort seit 2018 in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der Unesco aufgenommen wurden, ist einfach eine tolle Sache, die noch viel zu wenig beworben wird“, so Wahlers. Dies sei auch die Meinung kompetenter Wissenschaftler aus dem näheren Umland.

Die finanziellen Mittel seien da, so Wahlers. „Es sind 200.000 Euro im Topf, die für die Blaudruck-Ausstellung und die Museumsanlage genutzt werden können. Aktuell läuft zudem die erneute Bewerbung um das bereits einmal erhaltene Museumsgütesiegel Niedersachsen und Bremen, welches in regelmäßigen Abständen erneuert werden sollte“,erklärte Wahlers.

Stefan Behrens, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, erhob zur geplanten Beschilderung an Autobahnen das Wort, wo ebenfalls auf den Scheeßeler Blaudruck aufmerksam gemacht werden soll. „Wir arbeiten daran mit Zuversicht, auch wenn die Bürokratie aktuell noch einige Überraschungen bereit hält.“

Außer den Bereichen Tourismus und Kultur leidet in diesem Jahr aufgrund von Corona auch der Gewerbeverein und die ihm angeschlossenen Geschäfte. „Wir konnten nicht viel planen bis auf die Halloween-Woche“, so der Vorsitzende Karsten Lüdemann. Dennoch bleibe man optimistisch. Als Lichtblick stellte Lüdemann den neuen Scheeßel-Taler im Wert von zehn Euro in Aussicht. „Der Taler ist bestellt und wird voraussichtlich rechtzeitig vor Weihnachten in den Umlauf gehen, dann mit dem Rathaus in der neuen Gestaltung als Motiv.“ Dafür gibt es 3.000 Euro Wirtschaftsfördermittel. Wie Lüdemann weiter erzählte, sei er mit den Machern des Hurricane Festivals im guten Austausch. Dort hoffe man auf die Fortsetzung des Musikevents am Eichenring im kommenden Jahr. Dann könnte auch der Scheeßel-Taler mit einem Motiv des Veranstaltungsortes in Serie gehen, so Lüdemann.

Einig war man sich auch zur Bereitstellung von Haushaltsmitteln für die Realisierung eines Antrages des Westerveseder Ortsrates. Bei den Ortseingangs- und Ausgangsschildern steht unter Ostervesede bereits das plattdeutsche Synonym „Ostervees“ – gleiches soll nun in Westervede passieren. Denn die Orte gehörten zusammen wie „Max und Moritz“, also wie „Ostervees“ und „Westervees“. Schließlich gehöre die nieder- und plattdeutsche Sprache zur Region und könne so auch jungen Menschen vermittelt werden.

Ausdrückliches Lob gab es in der Runde für die Gemeindebücherei und ihre beiden Mitarbeiterinnen Heike Kommnick und Anja Grohbrügge. „Die Bücherei ist eine tolle Erfolgsgeschichte, ebenbürtig mit Heimatverein und Museum“, so der allgemeine Tenor. Grohbrügge, die als Besucherin an der Sitzung teilnahm, freute sich angesichts des Lobs. Das Hygienekonzept werde von den Kunden gut angenommen, die fühlten sich sicher, so Grohbrügge. Dazu gehöre unter anderem auch, dass alle Bücher nach der Rückgabe für zwei Tage selbst in Quarantäne sind, bevor sie wieder in die Ausleihe gehen. Auch bei der Digitalisierung, Stichwort Online-Katalog, sei man auf gutem Wege.

Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele kündigte schließlich eine Machbarkeitsstudie zum möglichen Ausbau von Fahrradwegen im Landkreis an, die auch spannend für die Gemeinde Scheeßel sei.

Auch der Topf für künftige Veranstaltungen, so sie denn stattfinden können, soll aufgestockt werden, „um ein Zeichen zu setzen“, und den Kulturschaffenden dann im Folgejahr ihr Honorar entsprechend aufstocken zu können. Das liegt ganz im Sinne von Angelika Dorsch (SPD), die eine Unterstützung der Künstler vor Ort anregte.

„Das wird wohl meine letzte Teilnahme in diesem Ausschuss als Berater gewesen sein“, bedankte sich Wahlers schließlich für die Teilnahme und kündigte am Ende der Ausschusssitzung seinen Rückzug an. Seit Mitte der 70er-Jahre ist der frühere Schulleiter bereits im Heimatverein engagiert, zum März 2021 verabschiedet er sich nach dann sechs Jahren auch als erster Vorsitzender des Heimatvereins Scheeßel. Er werde nächste Jahr 70, nun gelte es, etwas kürzer zu treten.

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