Scheeßel erhält vorerst keinen Klimamanager

Debatte ohne Beschluss

Immer mehr Bäume vertrocknen, das Klima wandelt sich - da ist auch von Seiten der Kommunen eigenes Engagement gefragt. Foto: Judith Tausenfreund
 ©Array

Scheeßel. Anlässlich der Finanzausschusssitzung wurde diesmal lange über den Umgang mit dem Thema Klimaschutz diskutiert. Es war nicht das erste Mal, dass die Gemeinderatsmitglieder sich mit der Idee auseinandersetzten. Schon vor Monaten hatten sich alle Beteiligten darauf geeinigt, dass die Gemeinde Scheeßel sich zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung bekennt und die Erstellung eines eigenen kommunalen Klimaschutzkonzeptes anstrebt. Auch diesmal zeigten die vielen Wortäußerungen im Rahmen des Finanzausschusses, dass das Thema den Politikern bewusst ist.

Eine Einigung, zumindest im Sinne des Antragsstellers, kam am Ende jedoch nicht zustande. Ziel des Antrags war die Schaffung einer eigenen Position in der Gemeindeverwaltung – der oder die potenzielle Klimaschutzmanager würde dann alle kommunalen Projekte unter dem besonderen Aspekt des Klimaschutzes begleiten. Mit dieser Idee würden Kommunen bewusst Impulse in Sachen Klimaschutz setzen.

Horst Knobel, freier Kandidat der Fraktion Bündnis 90/Grüne, erläuterte noch einmal den Hintergrund des Antrags, der von seiner Partei gestellt worden war. „Die Aktualität des Themas ist nach wie vor gegeben“, betonte er. Die Bundesregierung habe einen Klimaschutzplan erstellt, demnach soll die Erderwärmung um zwei Grad gesenkt werden. „Das Thema geht uns alle an“, so Knobel.

Er plädierte dafür, die möglichen Fördergelder in Anspruch zu nehmen. Viele andere Kommunen hätten bereits damit angefangen und gute Erfahrungen mit den ersten Stellenbesetzungen gemacht. „Es werden immer mehr Kommunen hinzukommen, wir sollten aufpassen, dass wir das nicht verpassen“, plädierte er. Sottrum zum Beispiel habe die Stelle bereits eingeführt, die Klimaschutzmanager würden sich aktuell untereinander vernetzten.

Aus den Reihen der CDU kamen jedoch Zweifel. Man habe sich schon im Januar über das Thema ausgetauscht. Zwar sehe man, dass das Thema alle etwas angehe, den Bedarf für einen eigens anzustellenden Manager sehe man nicht. Die Ratsmitglieder der Gruppe SPD/UGS wiederum bemängelten eine präzise Beschreibung der Tätigkeit und ein grundlegendes Konzept.

Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele ergänzte die Diskussion mit dem Hinweis, dass es eben Aufgabe des anzustellenden Managers wäre, ein solches Konzept zu erstellen. Dies betonte auch Knobel, der hinzufügte: „Die Arbeit wird ja dann auch von Rat und Verwaltung kontrolliert.“

Gemeindemitarbeiter Stefan Behrens, der die Stellungnahme der Verwaltung erarbeitet hatte, schloss sich der Diskussionsrunde an und erklärte: „Ich bin der Auffassung, dass uns das weiterbringen würde.“ Er stehe der Sache positiv gegenüber, auch nach anfänglicher Skepsis. Dieses Jahr sei zwar vom Thema Corona geprägt, aber das Thema Klimaschutz bleibe aktuell.

Viele Argumente wurden ausgetauscht. Während die Mitglieder der Gruppe SPD/UGS befürchten, dass die Gemeinde Scheeßel möglicherweise in Sachen Klimaschutzanforderungen überrollt werden könnte und die Grünen noch einmal auf die Fördermöglichkeiten hinwiesen, blieben andere Ratsmitglieder bei der Auffassung, man solle noch abwarten – am Ende wurde der Beschluss, der die Schaffung einer entsprechenden auf zwei Jahre befristeten Teilzeitstelle ab 2021 ermöglicht hätte, abgelehnt.

Es gab vier Gegenstimmen, drei waren dafür und zwei enthielten sich – diese Entscheidung war knapp, eine Einigkeit in Sachen Klimaschutzmanager konnte somit nicht erreicht werden.

22.12.2020

Weihnachtsbilder

29.10.2020

Herbstfotos der Leser

16.10.2020

Kinder und Kartoffeln

17.09.2020

Sponsorenlauf Ahausen