Premiere von „Ehepoor Voss schoolt üm“ in Stemmen

Heimlichkeiten

Mit viel Elan schlüpften die Darsteller in ihre Rollen. Foto: Klaus-Dieter Plage
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Stemmen (age). Theaterpremiere im Landgut Stemmen: In diesem Jahr waren die Zuschauer beim Ehepaar Voss zu Gast. Großartig hatten die Laienschauspieler der Stemmer Theatergruppe den Dreiakter „Ehepoor Voss schoolt üm“ von Bernd Kietzke auf die Bühne gebracht. Sie boten damit eine lustige Geschichte wie aus dem Leben gegriffen.

Der Saal war fast ausverkauft und die Zuschauer freuten sich auf die Komödie. Und dies vorweg: Sie wurden nicht enttäuscht. Von der ersten Sekunde an gab es immer wieder etwas zu lachen – und einige Parallelen zum wirklichen Leben. Wie die Angst davor, dem Partner etwas von der eigenen Entlassung zu erzählen. Stattdessen suchten die Betroffenen heimlich nach einem Ausweg. Das sorgte natürlich für Chaos. Lob und viel Beifall begleiteten die Aufführung.

In dem Lustspiel war vieles untergebracht, was für ein gelungenes Stück wichtig ist: Es gab verschiedene Charakterrollen, die den Alltag durchschimmern ließen. Da waren der unterdrückte Ehemann Wendelin Witt, gespielt von Carsten Brase, der schüchterne Michael Tröster (Michel Schönfeld), und die neugierige Nachbarin Rita Meier (Dörte Müller), die sich nicht scheute, sich mal eben am Kühlschrank des Ehepaars Voss zu bedienen. Herrlich war es zu beobachten, wie die Laienschauspieler in ihre Rollen schlüpften.

Eine Bank für den Erfolg des Stückes waren wieder Elsa Schönfeld als Christel Voss, Werner Harms als Ferdi Voss und Angelika Meyer-Lünsmann als Dora Witt, im Stück die Freundin von Christel Voss. Als Escort-Dame war ihr Spruch: „Alles kann, nichts muss.“

Die große Frage war, wie sich die zwei neuen Schauspieler in die Theatergruppe integriert haben. Sie hatten ihre Rollen ordentlich gelernt und von Lampenfieber war nichts zu merken. Lena Rathjen überzeugte als Steuerprüferin. Diese lebte, um zu arbeiten, und gab sich immer wieder ein zickiges Wortgefecht mit Bianca Voss (Therese Behrens). Auch Andreas Behrens war für die Rolle des Sohns der Voss‘ eine gute Besetzung. Als überzeugter Weltverbesserer wollte er sich aus allem raushalten und von dem ganzen Schlamassel nichts wissen. Als Telekommunikationstechniker überzeugte außerdem Martin Kopp. Da hatte Souffleuse Annestine Hollensen wenig zu tun – Texthänger gab es fast gar nicht. Das Publikum geizte nicht mit Szenenapplaus. Offen blieb der Ausgang der Geschichte – da kann sich jeder Zuschauer sein eigenes Happy End zurechtlegen.

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