Polnische Helfer beginnen im Landkreis mit Ernte

Der Spargel kann kommen

Auch beim Spargelkauf gilt: Abstand halten. Foto: Hans-Jörg Werth
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Wenkeloh (hjw). „Wir sind Stammkunden und freuen uns, dass es endlich losgeht,“ sagt ein Ehepaar aus dem benachbarten Scheeßel. Bei Spargel Wolters in Wenkeloh ist die Spargelsaison eröffnet, ebenso wie bei vielen anderen Betrieben in der Region. „Zwei Polinnen und ein Pole sind seit vergangenem Freitag bei uns angekommen und derzeit noch in Quarantäne“, so Heide und Thorsten Wolters. Das sei zwar weniger als die Hälfte an Erntehelfern, die sonst auf den Feldern beschäftigt sind – aber eben besser als nichts.

Dafür hat das Ehepaar einiges im Vorfeld getan, angefangen von den notwendigen Hygienezeugnissen und Arbeitsverträgen, die nach Polen geschickt werden mussten, bis zur Organisation unter bestmöglichen Hygienebedingungen vor Ort in ihrem Betrieb. „Unsere Helfer haben ihre eigenen Zimmer, die drei fahren nur zum Feld und wieder zurück und haben so wenig Kontakt wie nötig.“ Den Einkauf von Lebensmitteln übernehmen Wolters selbst.

Auch bei den Arbeitsabläufen ist nun Improvisation gefragt. „Das Sortieren der verschiedenen Sorten machen mein Mann und ich, dass Anlernen in kurzer Zeit wäre zu zeitaufwendig“, erklärt Heide Wolters. Viele Anfragen von Schülern bis zu Kurzarbeitern als Helfer für Transport, Verpacken hätten sie überrascht und gefreut. Und überhaupt sei es ja positiv, dass es sich um ein Gemüse handelt, dass nicht verdirbt, wenn es im Acker bleibt.

„Halbe Mannschaft, halbe Ernte, halber Umsatz,“ fasst Ehemann Thorsten knapp und treffend zusammen. Was aber immerhin noch besser sei, als wenn nichts liefe. Das jetzt nicht zu erntende Spargelfeld wächst auf, so Wolters. Das heißt in Fachsprache, dass dieser Feldabschnitt dann unproblematisch wieder im Folgejahr abgeerntet werden könne.

Bis etwa zum 24. Juni, bekannt als Johannistag, geht der Spargelverkauf offiziell. Die polnischen Arbeitskräfte, die sich getraut haben (auf der Rückreise steht eine erneute Quarantänemaßnahme in ihrer Heimat an), sind jedenfalls erfahren und mit Eifer dabei.

Das Wetter verspreche eine vernünftige Ernte, bei der momentanen Trockenheit werde wenn nötig der Spargel auf dem Feld auch beregnet. Die regionale Gastronomie mit über 25 Prozent Umsatzanteil fällt nun leider weg, dort gibt es nur noch einen geringen Bedarf.

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