Nils Meyer ist neuer Leiter des Heimatmuseums Scheeßel - Von Ann-Christin Beims

„Wir haben Großes vor“

Nils Meyer freut sich auf die Herausforderungen, die der neue Job mit sich bringt. Foto: Ann-Christin Beims
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Scheeßel. „Mir war schon im Studium schnell klar, ich möchte in Museen arbeiten“, erzählt Nils Meyer im Rahmen der Grundsteinlegung für das neue Empfangs- und Infogebäude, das derzeit auf dem Meyerhof in Scheeßel entsteht. Der prähistorische Archäologe hat zum 1. Dezember die Leitung des Heimatmuseums in Scheeßel übernommen. Damit wartet eine neue Herausforderung auf den 44-Jährigen, denn in den kommenden Jahren stehen dort einige Veränderungen an, an denen er mitwirken möchte.

„Auf den Meyerhof gehört ein Meyer“, verkündet Uwe Wahlers, Vorsitzender des Heimatvereins. Und der ist jetzt da: Meyer, gebürtig aus Brake, hat in Hamburg Museumsmanagement studiert. 2005 ist er in die alte Heimat zurückgekehrt und leitete bis Januar 2017 das Mühlenmuseum in Nordenham, wo er mit seiner Frau Janine und seinem zweieinhalbjährigen Sohn derzeit noch seinen Wohnsitz hat. „Wenn man ein kleineres Museum leitet, ist man so etwas wie eine One-Man-Show – macht man Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, bereitet Veranstaltungen mit Tausenden von Besuchern vor und vieles mehr“, sagt Meyer und lächelt.

Anfang des Jahres hat er sich schließlich noch einmal beruflich neu orientiert und eine Zeitlang in der Erwachsenenbildung gearbeitet. Doch als der 44-Jährige die Ausschreibung aus Scheeßel gesehen hat, ist er neugierig geworden: „Das Thema Blaudruck ist ja hier sehr groß, auch durch die Anerkennung als Weltkulturerbe.“ Die Unesco hatte den Blaudruck 2016 in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen – übrigens zeitgleich mit der ostfriesischen Teekultur. In Deutschland gibt es nur noch wenige Blaudruckwerkstätten, meist sind dies Familienbetriebe.

Auch der erste Gesamteindruck war für Meyer ein positiver. „Hier wird viel praktisch gemacht und vermittelt. Das ist toll“, erzählt er und schwärmt von der Anlage mit ihrem besonderen Flair. Einen Web- oder Plattdeutschkurs hat er allerdings noch nicht belegt. „Aber ich möchte in alles einmal reinschnuppern“, verkündet er gut gelaunt.

Ein Schwerpunkt sei für ihn die Museumspädagogik. „Da wird viel gemacht, es ist aber noch nicht gebündelt.“ Mit seinem neuen Team möchte er das Thema weiter vorantreiben und stärker an die Öffentlichkeit bringen. „Wir wollen uns verstärkt um die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten bemühren. Denn Kinder wollen aktiv sein und nicht nur zugucken“, stimmt Wahlers zu.

Eine Dauerausstellung zum Thema Blaudruck sei zudem eines der ersten großen Projekte, die der neue Leiter angehen möchte. Er habe ein wunderbares Team vorgefunden, was seit vielen Jahren wirkt, dennoch habe er Raum, eigene Pläne zu verwirklichen. „Der Wunsch wäre, die Ausstellung vielleicht schon für die Saison 2019 zu schaffen“, so Meyer. Außerdem müsse die Sammlung von 1.200 Druckstöcken, sogenannten Modeln, über die das Heimatmuseum verfüge, inventarisiert und teilweise restauriert werden. „Das Thema Blaudruck wird uns in den nächsten Jahren stark bestimmen. Das fordert uns, bringt uns aber auch unglaublich viel. Hier ist gerade so ein Sprung, der gemacht wird. Der Blaudruck ist wie ein Zug, der abfährt, und wir wollen auf jeden Fall mit drinsitzen“, ergänzt er.

Dafür hat Meyer im Kopf noch größere Dimensionen: Er möchte mehr Besucher aus den Großstädten anlocken, den Tourismus im Ort weiter stärken. Das funktioniere vor allem über Werbung. „Es ist fast logisch, dass man die Sache groß andenkt. Vielleicht Werbung im Metronom, ein eigener Flyer für den Blaudruck oder sogar ein Imagefilm, das muss man sehen“, webt er Zukunftspläne – natürlich allesamt eine Kostenfrage.

„Ich freue mich riesig auf die Aufgabe, wir haben Großes vor“, fügt er hinzu. Und der Umzug in den Beekeort ist bereits in Planung.

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Ann-Christin Beims Ann-Christin Beims
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