Mehr als 2.000 Euro Schaden durch Explosion in Westervesede

„Überall war Rauch“

Die Frontklappe flog mehr als zwölf Meter über die Straße auf das gegenüberliegende Grundstück und durchschlug dabei beide Scheiben des geparkten Autos.
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Westervesede. „Ich hatte durch das Fenster beobachtet, dass vor der Tür etwas brannte. Also habe ich die Tür geöffnet. Nur einen Spalt, vielleicht eine Hand breit. Ich wollte gerade heraus treten, als es einen lauten Knall gab. Im ersten Moment konnte ich nichts sehen, da war nur dunkler Rauch. Erst als der sich gelegt hatte, konnte ich die ganze Zerstörung sehen.“

Jörg Wohlberg aus Westervesede ist immer noch schockiert von dem, was sich am Abend des 4. Januar auf seinem Grundstück abgespielt hatte. Am ersten Wochenende des neuen Jahres hatten er und seine Frau Freunde eingeladen. Während sich die anderen Gäste im hinteren Teil des Hauses befanden, war Wohlberg nur zufällig nach vorne gekommen, als er den Funkenflug vor dem Fenster bemerkte.

Nachdem sich der Rauch verzogen hatte, konnten die Wohlbergs und ihre Freunde sich den ganzen Schaden ansehen. Vom schweren Briefkasten an der Hauswand war nur mehr eine verbeulte Rückwand geblieben. Die anderen Teile waren deformiert, zum Teil zerfetzt und im Garten und auf der Straße verteilt. Die obere Abdeckung durchschlug die Dachverschalung des Hauses und zerstörte die dort verlegte Elektroleitung. Den größten Schaden allerdings richtete die schwere Frontklappe des Briefkastens an: Von der Wucht der Detonation verbogen und beschleunigt flog die Metallplatte etwas mehr als zwölf Meter weit über die Straße auf das gegenüberliegende Grundstück. Auf dem Weg dahin durchschlug die Platte ungebremst beide Seitenscheiben des Autos von Wohlbergs Freunden, die dies dort geparkt hatten. „Wir können von Glück sagen, dass gerade niemand zufällig am Haus vorbei ging“, so Wohlberg. „Das ganze hätte noch viel schlimmer ausgehen können.“ Immerhin kamen bei der Explosion zumindest keine Personen zu Schaden. Eine zusätzliche Brisanz erhält der Vorgang dadurch, dass der Briefkasten in den vergangenen zwei Jahren insgesamt viermal Ziel von Zerstörungswut geworden war. Angefangen hatte es relativ harmlos. Irgendwann zu Beginn des Jahres 2018. Damals hatten die Wohlbergs noch eine typische U.S. Mailbox direkt an der Straße aufgestellt. „Der Kasten ist damals beschädigt worden, aber er ließ sich wieder reparieren“, so Wohlberg. Nach der zweiten Beschädigung im November desselben Jahres war der Kasten nicht mehr zu retten, und die Wohlbergs installierten einen neuen, etwas robusteren direkt an der Hauswand. Diesen zerlegte ein Brandsatz im Januar 2019 ohne jedoch weitergehenden Schaden anzurichten. Dieses Mal beläuft sich der Sachschaden auf etwa 2.000 Euro. Natürlich habe er den Vorgang zur Anzeige gebracht, meint Wohlberg. „Als ich dann bei der Polizeidienststelle in Scheeßel anfragte, war ich überrascht, als die Beamten mir mitteilten, dass der Vorgang ans Fachkommissariat in Rotenburg abgegeben worden war.“ Die Wucht der Detonation sei zu groß gewesen, als dass es sich um einen einfachen Sylvesterböller gehandelt haben könnte, so die Polizei. „Herr Wohlberg hat uns zwar die Reste eines normalen Knallkörpers gegeben, aber wir gehen derzeit nicht davon aus, dass dieser den Schaden angerichtet hat“, so Thorsten Misere vom zuständigen Fachkommissariat in Rotenburg. „Es kann sich dabei um einen sogenannten, illegal beschafften ,Polenböller´ gehandelt haben oder um ein anderes nicht zugelassenes Sprengmittel.“ Damit würde sich unter Umständen aber auch der Straftatbestand ändern. Die Wohlbergs erhoffen sich in jedem Fall eine rasche Aufklärung des Falles, denn seit dem Vorfall sei an einen ruhigen Schlaf nicht mehr zu denken. „Wir schlafen immer sozusagen mit einem Auge offen, jede Bewegung im Garten lässt uns hochschrecken“, so der Westerveseder. Zeugen, die am fraglichen Tag etwas Verdächtiges mitbekommen haben oder sonstige sachdienliche Hinweise geben können, melden sich beim zuständigen Polizeikommissariat in Rotenburg telefonisch unter 04621/ 9470.

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