Lauenbrück setzt sich für die Errichtung mehrerer Solarparks ein - VON LARS WARNECKE

Gleich drei auf einen Schlag

Sonnige Aussichten: Lauenbrücks Bürgermeister Jochen Intelmann (l.) und Vahldes stellvertretender Bürgermeister Hannes Lohmann zeigen zwei der drei Lagepläne für die Potenzialflächen. Foto: Warnecke
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Lauenbrück – Wer hätte das gedacht: Rund 1.000 Hektar Fläche für Solarparks müssten allein im Landkreis Rotenburg ausgewiesen werden, um die Klimaschutzziele des Landes zu erreichen. Diese Zielmarke wird man in der Samtgemeinde Fintel im Alleingang natürlich nicht erreichen können. Aber immerhin: Mit anteilig zehn Prozent macht man dort schon mal einen wichtigen Schritt nach vorn.

Drei von auswärtigen Investorfirmen betriebene Solarparks, berichtet Lauenbrücks Bürgermeister Jochen Intelmann (SPD) im Gespräch mit der Kreiszeitung, sollen in den kommenden zwei bis drei Jahren in und rund um Lauenbrück entstehen und die Bürger so mit grünem Strom versorgen. An zwei Projekten, erläutert er, seien die Nachbargemeinden Stemmen und Vahlde politisch beteiligt (Stichwort Bauleitplanverfahren), würden die ins Auge gefassten, landwirtschaftlich genutzten Flächen doch nicht nur Lauenbrücker Gebiet, sondern auch anteilig deren Einzugsgebiete berühren.

„Die Energiewende ist angekommen, und wir machen sie, weil wir eben so gut geeignete Flächen haben, natürlich mit“, sagt Intelmann, dessen Rat bereits im vergangenen August einen Aufstellungsbeschluss für den ersten der drei Parks gefasst hatte. Der liegt direkt an der Bahnlinie nahe der Hundefreilauffläche an der Gemarkungsgrenze zu Scheeßel, auf einem inzwischen nicht mehr genutzten Maisfeld. Mit einer Fläche von rund sieben Hektar fällt die geplante Anlage dabei noch relativ überschaubar aus. Zum Vergleich: Etwa 100 Hektar misst die Potenzialfläche für einen Solarpark im Lauenbrücker Ortsteil Stell (wovon gut 19 Hektar auf Stemmer Gebiet entfallen), knapp über 28 Hektar Fläche würden sich, den entsprechenden Beschlüssen vorausgesetzt, die Gemeinden Lauenbrück und Vahlde teilen – für die dritte Anlage im Bunde.

Was in dem Zusammenhang auffällt: Der Samtgemeinde gelänge mit den Ausweisungen ein regelrechter Quantensprung in Sachen erneuerbare Energien. Warum? „Bisher haben wir nur eine Handvoll Windkrafträder in Stell“, zählt Intelmann auf. Hinzu kämen noch die Biogasanlagen, die in allen Mitgliedsgemeinden zu finden seien. „Solarparks hat es bei uns bisher noch nicht gegeben, die waren lange Zeit ja auch fast ausschließlich nur auf das hügelige Bayern zugeschnitten.“ Dabei, weiß er, lohne sich das Geschäft mit der Fotovoltaik allemal – aus naturverträglichen wie aus finanziellen Gründen. „Wer als Grundstückseigentümer die richtige Fläche hat, hat quasi gewonnen, bekommt man als Verpächter immerhin für einen Hektar 2 000 Euro ausgelobt.“ Und ja, auch in die Haushaltskassen werde Geld gespült – über die sogenannte Kommunalabgabe. „Da bekämen die beteiligten Gemeinden pro Hektar auch nochmal 0,2 Cent je Kilowattstunde – das rechnet sich.“ Nicht zu vergessen: die Gewerbesteuer. 90 Prozent, klärt der Bürgermeister auf, blieben vor Ort, zehn Prozent würden auf den Standort entfallen, an dem der Investor seinen Firmensitz habe.

Insbesondere die riesige Fläche in Stell, sagt Jochen Intelmann, sei geradezu prädestiniert für den Aufbau von Panels, sei diese doch durch die Winkraftanlagen bereits vorbelastet. „Wenn man Wind hat, hat man keine Sonne, wenn man keine Sonne hat, hat man Wind – so ist bei der Energiegewinnung immer eine Kontinuität gegeben, die Kombination aus beiden Anlagen ist perfekt.“ Demnach soll das Areal später auch offiziell als Energiepark firmieren. Der Solarpark in Stell alleine dürfte später rund 80 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, mit denen rund 20 000 Haushalte versorgt werden können. Projektierer ist die im nördlichen Kreisgebiet ansässige Firma Energie 3 000 aus Alfstedt. „Den Aufstellungsbeschluss wollen wir Ende Januar im Gemeinderat fassen“, kündigt der Bürgermeister an.

Während für den Lauenbrücker Park an der Bahnlinie das Bauleitplanverfahren mit einer derzeit durchgeführten ersten Öffentlichkeitsbeteiligung schon im Gange ist – hier würden jährlich zwischen 5,5 und 6,5 Millionen Kilowattstunden für rund 2000 Haushalte produziert werden, Betreiber sind die Elektrizitätswerke Schönau mit Sitz im Schwarzwald –, könnten die Räte in Lauenbrück und Vahlde im Februar oder März einen Beschluss zur B-Plan-Aufstellung fassen. Hannes Lohmann, Vahldes stellvertretender Bürgermeister, ist zuversichtlich: „Momentan ist man bei uns noch geteilter Meinung. Viele sagen, Fotovoltaik gehöre auf die Dächer, nicht aber auf Freiflächen. In der Summe wird es aber wohl in die Richtung gehen, dass wir das umsetzen.“

Weitere Infos gibt es online auf lauenbrueck.de. Dort sind auch die Lagepläne eingestellt. Auch Infoveranstaltungen für die Öffentlichkeit sollen folgen, sobald es die Corona-Lage wieder zulässt.

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