Lauenbrück: Eltern beklagen horrenden Mangel an Lehrkräften - Von Sünje Loës

Hilferuf aus der Fintauschule

Lauenbrück. Paukenschlag zum Beginn der jüngsten Schulausschusssitzung in Lauenbrück: In der Einwohnerfragestunde, die jeder Sitzung vorangeht, ergriff Nicole Meier das Wort. Sichtbar aufgeregt und emotional betroffen, schilderte sie die, nach ihren Worten, „für Schüler, Eltern und Lehrer“ unerträgliche Personalsituation an der Fintauschule.

Im vergangenen Schuljahr unterrichteten dort elf abgeordnete Lehrer. Das bedeutet, Lehrer, die eigentlich an einer anderen Schule angestellt sind und, um den Bedarf zu decken, einige ihrer Stunden an der Fintauschule ableisten. Zumeist bleiben diese Lehrer nicht länger als ein Jahr, dann gehen sie an ihre Stammschulen zurück, wo ihre Stunden ebenfalls dringend benötigt werden. Zugleich musste die Fintauschule selbst Lehrerstunden abgeben, weil Kollegen an andere Schulen abgeordnet wurden, um dort den notwendigen Unterricht sicherzustellen.

Und auch in diesem Jahr, so erläuterte Meier, werden wieder abgeordnete Lehrer den Unterricht verantworten, wenn auch nicht so viele wie im vergangenen Jahr. Allein der hohen Professionalität und dem Einsatz der festen Lehrer sei es zu verdanken, dass der Unterricht überhaupt noch aufrecht erhalten werden könne, so die aufgebrachte Mutter.

Für die Schüler bedeuten solche Verhältnisse ständigen Wechsel der Lehrpersonen, die für den Vertrauensaufbau wichtigen Konstanten fehlen. Ein Problem, das auch die Eltern betrifft. So fällt es schwer, unter diesen Umständen langfristige gemeinsame Erziehungsziele zu verfolgen, wie es doch eigentlich im Schulgesetz verlangt wird und für die Kinder und Jugendlichen wichtig wäre. Und auch die Schule hat große Probleme, die aus der Situation resultieren. So betonte Frank Lehmann, dass viele der zumeist jungen Kollegen in Punkto digitaler Kompetenz erschreckend unbedarft seien, oftmals müsste er den jungen Kollegen sogar erklären, wie ein I-Pad anzuschalten sei. Mindestens ein Jahr Schulung und Einarbeitung sei nötig, damit die Lehrkräfte die digitalen Möglichkeiten an der Fintauschule nutzen könnten und die Schüler kompetent unterrichten könnten. „Und dann sind sie meistens wieder weg“, so der Schulleiter.

Eindringlich bat die Elternschaft der Schule um die Unterstützung der Samtgemeinde dabei, Druck auf die zuständige Landesschulbehörde auszuüben. Nur dem bereits aufgebauten Druck sei es zu verdanken, dass mittlerweile die vorher verschleppten Ernennungen von Schulleiter und Konrektor erfolgt seien. Wobei die Ernennung des letzteren erst an diesem Donnerstag erfolgte. Landtagsabgeordneter Eike Holsten (CDU) habe sich bereits engagiert, sodass die Probleme mittlerweile sogar dem Niedersächsischen Bildungsministerium bekannt sind, wie Meier betonte. „Den Druck müssen wir aufrecht erhalten, damit sich weiter etwas bewegt“, sagte sie.

Der Vorsitzende des Ausschusses Michael Sablotzke sagte die volle Unterstützung des Gremiums zu, man werde sich mit einem Brief an die Behörde wenden und nochmal unterstreichen, wie dringend Personal in der Lauenbrücker Fintauschule benötigt würde.

17.09.2020

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