Lars Kressin aus Scheeßel veröffentlicht Buch und Kalender

Natur im Fokus

Lars Kressin freut sich über den fertiggestellten Kalender. Foto: Judith Tausendfreund
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Scheeßel. Vor fünf Jahre wollte es der Zufall, dass Lars Kressin eine Kamera fand. Er begann daraufhin, zu fotografieren. Vor drei Jahren entdeckte er Farbe und Pinsel. Kressin fing an zu malen. Beide Zufallsfunde haben sein Leben verändert – denn aus seinen so ungeplant entstanden Hobbys ist längst eine Passion geworden, die durchaus als Berufung bezeichnet werden kann.

Seine Brötchen verdient der 50-Jährige mit Entrümpelungen. Er ist Inhaber der Firma „RümpelTrupp“. Und genau durch diesen eigentlichen Haupterwerb hatte er damals die erste Kamera entdeckt. Er knipst seitdem dort, wo er sich am liebsten aufhält: In der Natur, im Wald, in den Mooren. „Ich bin an der Wümme groß geworden, schon im Alter von sechs Jahren habe ich dort das erste Mal übernachtet, die Sumpfgebiete sind meine Leidenschaft“, berichtet er.

Aufgewachsen in Königsmoor, hat er schon früh die Schönheit der Natur schätzen gelernt. Mit einer scheinbar unendlichen Geduld wartet er darauf, den passenden Moment zu erwischen – und hat so schon viele beeindruckende Tierfotografien zustande gebracht. „Ich bin oft auf den Nordpfaden unterwegs. Dabei meide ich die Naturschutzgebiete, ich will die Tiere nicht stören, sondern warte einfach ganz in Ruhe, bis ich den richtigen Moment erwische“, berichtet er. Ganz ungeplant begann nicht nur das Hobby der Fotografie und später auch der Malerei – ebenso ungeplant wurde der eher introvertierte Künstler schnell bekannt. „Ich hatte angefangen, die Fotos auf Facebook zu veröffentlichen und war selber sehr erstaunt über das positive Feedback“, gibt er rückblickend zu. Ruckzuck kamen einige Fans zusammen und dank der virtuellen Welt wurde er auch schnell international „weitergereicht“.

Mit seinen Bildern, die er teilweise auch mit den Fotografien kombiniert, ging es ihm ganz ähnlich: Er fand die ersten Utensilien, begann zu malen. Inzwischen verweilen seine Bilder in 19 Ländern, zwei Museen stellen seine Werke aus, aktuell hat er eine weitere Ausstellung im Saarland. Zu sehen sind die Arbeiten von ihm auch in Brasilien, Mexiko, der Schweiz, Kanada und in anderen Ländern. „Geplant war zudem eine Ausstellung hier in Rotenburg, eine in Wien und eine weitere im Saarland, leider wurden diese aufgrund der Pandemie abgesagt“, berichtet Kressin.

Mit Blick auf seine Veröffentlichungen in den sozialen Medien weiß der Künstler, wie sehr seine Werke geschätzt werden: „Dabei stelle ich oft fest, dass viele Menschen kaum raus kommen. Sie sind zum Beispiel schon älter oder krank und können sich selber eben nicht in der Natur bewegen“, berichtet er weiter. Er bekomme sehr viel Dank und positives Feedback von jenen, die quasi durch seine Werke den Blick nach draußen genießen. Einen Teil seiner Einnahmen spendet Kressin an die Stefan-Morsch-Stiftung, die eine Knochenmark und Stammzellspenderdatei führt.

Die aktuell ausgefallenen Ausstellungen führen zum Glück keineswegs dazu, dass Kressin nichts zu tun hat: Soeben erscheint sein erstes Buch: „Die fantastische Welt der Moore“. Dort werden seine Fotografien mit Texte von Heinz Flischikowski untermalt, alle Motive sind rund um Scheeßel, Stemmen und Riepe entstanden. Ebenfalls erscheint ganz aktuell sein neuester Fotokalender, „Naturaufnahmen Lars Kressin“, der von der Kalender Manufaktur herausgegeben wird. „Ich stelle die Kalender seit vier Jahren her, bislang in Eigenregie, diesmal das erste Mal in dieser Form“, so Kressin weiter. „Ich freue mich einfach, wenn ich die Schönheit der Natur zeigen kann“, gibt er zu und erklärt, dass es durchaus eine Art Berufung ist, die er verspürt.

Kalender und Buch sind unter anderem erhältlich im Pressehaus der Rundschau, bei Buchhandlung Vielseitig in Scheßel, Papier Ehlen in Sittensen und Buch & Aktuelles in Rotenburg.

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