Kinderferienprogramm: Schatzsuche in der Wassermühle

Mühlengeist geht leer aus

Die Jäger des verlorenen Schatzes: Zehn Grundschüler haben die Mühle unsicher gemacht. Foto: Ann-Christin Beims
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Scheeßel (acb). Vor rund 500 Jahren stand die Scheeßeler Mühle noch an der Beeke in der Nähe der St. Lucas-Kirche. Doch der Müller war kein angenehmer Zeitgenosse und es heißt, er nahm sich stets mehr Lohn, als der Scheffel, der ihm von jedem Sack Mehl zustand. Da er mit dem Pastor Streit hatte, beschloss er eines Tages, das Wasser am Wehr zu stauen, um die Kirche zu überfluten. Doch der Damm brach, das Wasser floss zur Mühle, zerstörte sie – und der Müller verschwand mit den Fluten.

Der Bruder des Müllers, der Geschichte nach ganz anders als sein grantiger Verwandter, baute später die Mühle am jetzigen Standort an der Wümme neu auf. Mit dieser Sage über die Scheeßeler Wassermühle begrüßt Bärbel Münnich vom Mühlenverein die zehn Grundschüler, die im Rahmen des Kinderferienprogramms an einer Schatzsuche in der alten Mühle teilnehmen. Erstmals ermöglicht der Mühlenverein an diesem Tag zwei Gruppen eine Suche, da sich jedes Jahr viele Kinder dafür interessieren. Dennoch ist die Warteliste bei der Gemeinde lang.

Die Grundschüler müssen zunächst die Namen der alten Maschinen herausfinden, die auf Schildern überall in der Wassermühle verteilt sind und diese auf Zetteln eintragen. Wenn sie alle Begriffe entdeckt haben, ergeben bestimmte Buchstaben ein Lösungswort. Münnich und die anderen Frauen des Vereins stehen bereit, um den Schülern zu helfen, doch die arbeiten sich flink durch die Mühle vor und winken bald strahlend mit den Lösungen. Danach versammeln sich alle und setzen in kleinen Gruppen Puzzle zusammen, dessen Lösung sie an den endgültigen Ort führt, an dem der Schatz versteckt ist. „Nicht, dass den am Ende der Mühlengeist findet“, scherzt Münnich. Doch mit einem lauten „Hurra“ tragen die Jungen und Mädchen schließlich stolz den Sack mit den Überraschungen in den pädagogischen Raum. Unter den Helfern ist auch der 13-jährige Tobias Waltereit. „Ich war zum ersten Mal mit sieben Jahren bei einer Schatzsuche dabei und das hat mir viel Spaß gemacht“, erzählt der Beekeschüler. Seit einem Jahr nun unterstützt er die Frauen und sorgt mit ihnen für leuchtende Kinderaugen bei der Schatzsuche. Nach einer Schoko-Stärkung klappern die kleinen Mühlen auf dem großen Tisch in der Mitte: Eifrig mahlen die Kinder Mehl und quetschen Haferflocken. „Die sind ganz frisch und sehr lecker“, erklärt Jutta Böhling vom Mühlenverein. „Gibt es die dann bei euch zum Frühstück?“, fragt Münnich. „Na klar!“, kommt es ihr einstimmig entgegen. Da bleibt am Ende nur noch eines zu sagen: „Das macht richtig Spaß“, meinen Jette, Finja, Femke und Felicia – und gelernt haben sie an diesem Nachmittag auch einiges.

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Ann-Christin Beims Ann-Christin Beims
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Schatzsuche in der Mühle