Keine Brotdosen mehr: Frühstücksprojekt in der Alten Post

Probieren erwünscht

Die Kinder sind eifrig dabei, wenn es um die Herstellung gesunder Lebensmittel geht. Foto: Kindertagesstätte Alte Post
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Lauenbrück (r/acb). Oft werde in den Frühstücksdosen der Kinder immer weniger Wert auf gesunde Ernährung gelegt. Sie enthalten häufig zuckerhaltige oder nicht sättigende Lebensmittel. Daher hat die Kindertagesstätte Alte Post in Lauenbrück nun einen Entschluss gefasst: „Ab August schaffen wir die Brotdosen ab“, teilt Leiterin Luise Runge mit.

Denn bei vielen Kindern gehe damit auch das Verständnis für gesundes und sättigendes Essen verloren. „Wir wollen allen Kindern die Chance bieten, sich mit dem Thema gesunde Ernährung dauerhaft zu beschäftigen“, so Runge in einer Meldung an die Presse. Deshalb startet die Kindertagesstätte ein Frühstücksprojekt, bei dem die Erzieher mit den Kindern zusammen das Frühstück herstellen und anrichten. „Es ist unser Ziel, den Kindern die Vielfältigkeit, die Konsistenz und die Zusammensetzung von Produkten näher zu bringen und so ein umfassendes Gesundheitsbewusstsein zu schaffen“, ergänzt Runge. Die Kinder können dabei mit allen Sinnen lernen, selbsttätig werden und so ihren Geschmacks- und Geruchssinn weiter ausbilden.

Die Kinder kommen morgens ab 7 Uhr in den Kindergarten und haben dann sofort die Möglichkeit, Brot zu schneiden und anzurichten, Obst und Gemüse zu zerkleinern und in Schalen zu füllen, Butter, Marmelade und Aufstriche abzufüllen, Aufschnitt und Käse zu zerschneiden und auf Teller zu legen, selbstgemachten Joghurt und selbstgebackenes Müsli in Schalen zu füllen und alles auf dem Büfett zu präsentieren. Wenn es fertig angerichtet ist, folgt der schönste Teil der Arbeit: Das Essen der leckeren Ergebnisse. Nach dem Frühstück entscheiden die Erzieher gemeinsam mit den Kindern, welche Produkte hergestellt werden müssen. „Uns ist es wichtig, auf die Wünsche der Kinder einzugehen, denn so sind sie motiviert, es zu probieren“, erzählt Runge. Sie backen Brot, Brötchen und Müsli selber, kochen Marmelade, rühren Joghurt an und stellen Brotaufstriche her. „Auf diese Weise können wir regelmäßig neue Produkte zum Probieren anbieten. Die Kinder sind stolz darauf, testen diese gerne und motivieren gleichzeitig andere, es ihnen gleich zu tun“, berichtet Runge. Auch legt die Kindertagesstätte Wert darauf, kulturelle Aspekte einfließen zu lassen und stellt beispielsweise Gerichte aus anderen Kulturen her. Gleichzeitig kaufen die Kinder fehlende Lebensmittel im dorfeigenen Laden. Sie suchen die Produkte heraus und bezahlen diese. Dann bringen sie ihre Einkäufe in den Kindergarten und sortieren sie in die dafür vorgesehenen Regale oder Schränke ein. Die Kinder können jederzeit entscheiden, ob sie Hunger haben, wieviel sie essen wollen und was sie am Büfett am meisten anspricht. „Wir laden zudem je zwei Eltern pro Monat ein, die Kinder beim Frühstücken zu begleiten, sie zu unterstützen und neue Ideen einzubringen“, sagt die Leiterin. Die Kindertagesstätte wäre dabei dankbar, wenn sie Unterstützer für das Projekt findet – entweder finanziell oder materiell.

Autor

Jens Loës Jens Loës
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