Jäger entdecken Drahtschlingen im Hegering

Grausame Methoden

Kuno Kumpins (links) und Hubertus Steinke an dem Drahtzaun, an dem die Schlinge angebracht war: Offenbar sind nach Auffassung der Jäger Wilderer im Hegering aktiv.
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Lauenbrück (r/nin). Nicht nur in der Jagdliteratur und den Heimatromanen, in denen die Wälder ewig rauschen und hinterhältige Wilddiebe nachts auf Pirsch gehen: Wilderer sind auch im Hegering Lauenbrück unterwegs. Diese Feststellung mussten Hegeringleiter Hubertus Steinke und Kuno Kumpins kürzlich machen.

Bei einer Routinekontrolle der Zäune, der in der Gemeindejagd Helvesiek liegenden Deponie/ Entsorgungsanlage Rehr des Landkreises, entdeckten Jäger eine direkt an einem Loch im Zaun angebrachte Drahtschlinge. Der Deponiezaun war an dieser Stelle zerschnitten und geöffnet, so dass sich hier ein stark belaufener Wildwechsel bilden konnte. Das Wild nutzt diesen künstlichen Durchlass, um zwischen dem angrenzenden Wald und der Anlage hin- und herzuwechseln. „Es ist also davon auszugehen, dass ein versierter Wilderer hier gezielt auf Beute hoffte oder diese womöglich an dieser Stelle bereits in der Vergangenheit gemacht hat“, so Kumpins in einer Pressemitteilung.

Die Schlingenjagd ist eine besonders grausame Fangmethode. Geraten die Tiere in die Schlinge hinein, versuchen sie dieser in Todesangst zu entkommen. Die Schlinge zieht sich dabei immer weiter zu, Hals oder Körperteile werden immer mehr abgeschnürt. „Die Tiere ersticken oder hängen in der Drahtschlinge fest und sterben einen langsamen, qualvollen Tod“, erläutert der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit des Hegerings.

Auf Grund der Tatsache, dass den Tieren mit den Schlingen unnötiges Leid zugefügt wird, ist es nach dem Bundesjagdgesetz (BJagdG § 19) verboten, Schlingen herzustellen, feilzubieten, zu erwerben oder aufzustellen. Wer unter Verletzung fremden Jagdrechts oder Jagdausübungsrechts Wild nachstellt, es fängt, erlegt oder sich oder einem Dritten zueignet wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, in schweren Fällen reicht das Strafmaß von drei Monaten bis zu fünf Jahren (StGB § 292).

„Der Hegering macht diesen Vorfall bewusst öffentlich, um die Aufmerksamkeit der örtlichen Bevölkerung auf den Bereich um die Deponie zu lenken“, betont Kumpins. Darüber hinaus werde man dem Thema Jagdwilderei mit Hilfe von Drahtschlingen, das schon als ein Relikt der Vergangenheit betrachtet worden war, in den Revieren des Hegeringes nun wieder größere Bedeutung zumessen müssen.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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