Ina Petersen verabschiedet sich von der Rappelkiste in Jeersdorf - Von Jens Loës

37 Jahre statt vier Tage

Käthe Dittmer-Scheele verabschiedet Ina Petersen in den Ruhestand. Hinter Petersen und Dittmer-Scheele sagen auch Ute Indorf (von links), Frank Thies und Stefan Behrens auf Wiedersehen. Foto: Jens Lou00ebs
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Scheeßel. „Es geht ein Urgestein“, resümierte Ute Indorf, Personalratsvorsitzende der Gemeinde Scheeßel. Gemeint ist in diesem Fall allerdings nicht Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele, die sich erst im kommenden Jahr aus ihrem Amt verabschiedet, sondern Ina Petersen, die bis Ende Juni noch Leiterin der Rappelkiste von Jeersdorf war. Jetzt ist Petersen im Ruhestand und weiß die Einrichtung bei ihrer Nachfolgerin, Kirsten Duden-Müller, in guten Händen.

Zum Abschied bekam Petersen aus den Händen von Dittmer-Scheel und Stefan Behrens, dem stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Scheeßel, einen Gutschein für eine Mondreise geschenkt. „Sobald der Eignungstest bestanden und private Flüge zum Mond möglich sind“, ergänzten die beiden Verwaltungsvorsitzenden. Hintergrund ist die Tatsache, dass Petersen auf dem Weg zur Arbeit in den 37 Jahren ihrer Tätigkeit fast 400.000 Kilometer zurücklegte. Eine Strecke, die, wie Behrens ermittelt hatte, dieselbe Entfernung überbrückt, wie die Distanz zwischen unserem Planeten und seinem Trabanten. Die Crew um Astronaut Neil Armstrong benötigte 1969 knapp vier Tage für die Strecke, zum Glück aber verbrennt Petersens Fahrzeug keine 700.000 Liter Treibstoff pro Sekunde beim Start, also brauchte sie etwas länger für diese schon fast astronomische Distanz.

„Angefangen hat alles damit, dass ich damals meinen Mann kennengelernt habe. Wir sind dann in den Norden gezogen und wohnen seitdem etwa 20 Kilometer von Jeersdorf entfernt“, erklärte die ehemalige Kita-Leitung. Wie viele Kinder sie in all den Jahren betreut habe, konnte Petersen nicht sagen, wohl aber, dass sie inzwischen Kinder betreut hatte, deren Eltern bereits bei ihr in der Kita gewesen waren. Behrens lobte vor allem die angenehme Zusammenarbeit mit der ehemaligen Leitung. Man habe zum Teil schwierige Zeiten durchgemacht, stets aber gemeinsam zu einer Lösung gefunden.

Indorf vergaß bei der Verabschiedung auch nicht, zu erwähnen, dass sich Petersen auch über die reine Leitungsfunktion hinaus im Erziehungswesen engagiert habe. Als langjähriges Gewerkschaftsmitglied sei sie viel herumgekommen und habe sich auf Seminaren und Workshops für ihre Tätigkeit fortgebildet und das erlangte Wissen in Scheeßel und Jeersdorf gerne weiter gegeben.

Petersen bekräftigte, sich nach all den sehr aktiven Jahren nun erst einmal etwas treiben lassen zu wollen. „In jedem Fall wollen wir noch einmal auf die Malediven.“ Und wer weiß, ob Petersen nicht doch noch den Eignungstest besteht.

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Jens Loës Jens Loës
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