Heimatverein beschildert Blaudrucktour komplett

Das Rätsel des QR-Codes

Bürgermeisterin Ulrike Jungemann (v.l.), der zweite Vorsitzender des Heimatvereins Klaus Buchhaupt und weitere Mitstreiter lauschen auch dem von Klaus Witte (3.v.r.) eingesprochenen hochdeutschen Text. Foto: Heyne
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Scheeßel – Virtuell gab es sie schon länger im Netz; nun weisen neben zahlreichen Flyern in Gaststätten auch QR-Codes an Gebäuden auf die 18 Stationen der „Blaudrucktour durch Scheeßel“ hin.

Wenn Elke Twesten, ihres Zeichens Vorsitzende des Heimatvereins, auf die kleinen quadratischen Schilder mit schwarzen und weißen Flecken an den nagelneuen Hinweistafeln im Kernort zeigt, gerät die Ur-Scheeßelerin ins Schwärmen. QR-Codes sind mit jedem modernen Handy lesbar. Und auch das, was sich dahinter verbirgt, findet die Begeisterung des guten Dutzends Beteiligter, die sich zur Einweihung der Rundtour durch den Ort zusammenfanden. Scheeßeler Geschichte an 18 Gebäuden, vom Rathaus über den Meyerhof bis zum Blaudruckspeicher, als Audio-Führer wahlweise auf Hochdeutsch, Platt und Englisch abspielbar.

Damit wollen der Heimatverein als Initiator, aber auch die Gemeinde als Kooperationspartner Einheimische wie Besucher abholen zum Spaziergang mit informatorischem Mehrwert durch den Ortskern. Wer den Code auf den in den vergangenen Wochen aufgestellten Schautafeln oder angebrachten Klebeschildern scannt – Bürgermeisterin Ulrike Jungemann probierte es gleich praktisch aus – kann auf der Ortsübersicht selbst auswählen, an welcher Station er oder sie einsteigen möchte. Die Bürgermeisterin hat an der St.-Lucas-Kirche Platt ausgewählt. Knappe drei Minuten erzählt die Stimme von Uwe Wahlers Wissenswertes und Anekdoten, etwa von den 15 in der „bannich grooten“ Kirche versteckten Engeln oder dem nur aufgemalten Marmor – andere war „to dür, da heb se tu diep in de Haptasch grieb“ müssen. Der Text wurde von der Kirchengemeinde geliefert, die Übersetzung vom Institut für Niederdeutsche Sprache vorgenommen; andere stellten der zweite Vorsitzende des Heimatvereins, Klaus Buchhaupt, und Museumsdirektor Nils Meyer zusammen. Letzerer schielt schon jetzt auf eine mögliche Erweiterung der Tour. Während nun viele der „eigenen“ ortsprägende Gebäude auf Meyerhof- und Heimathausgelände dabei sind, denke man bereits in Richtung Pfarrhaus, Fehling-Haus, Scheeßeler Mühle oder Ahleschussmühle, in der heute das Gaucho Rodizio beheimatet ist. Das begrüßt auch Jungemann: „Eine tolle Möglichkeit, den Besuchern Informationen an die Hand zu geben, die ohne eine Touristeninformation rund um die Uhr funktionieren.“, lobt sie die „attraktivitätssteigernde Aktion, die zu den soften Standortfaktoren gehört“. Dabei habe, wie Meyer erläutert, die Pandemie den Planern in die Hände gespielt. Anfänglich, im Frühjahr 2020, sei die ursprüngliche Idee ein Audioguide gewesen, „aber die hätten ja auch irgendwo entliehen und abgegeben werden müssen“. Erkundigungen bei anderen Museen ergaben: Spätestens seit Corona waren die Kopfhörer-Geräte nicht mehr nachgefragt. Zu den Hausaufgaben, die die Beteiligten noch machen müssen, gehört die Bekanntmachung des kostenlosen Angebots. Bisher setzte man auf Mundpropaganda und die seit einigen Wochen angebrachten Schilder und Aufkleber sowie Flyer in Gasthäusern und Hotels; in Zukunft will man verstärkt auf digitale Verbreitung etwa durch Teilen des Links zur Blaudrucktour setzen.  

hey

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