Hegering Lauenbrück hält Mitgliederversammlung ab

Von ASP, Wolf und Niederwild

Das Thema Wolf und die Afrikanische Schweinepest standen bei der Hegeringversammlung im Vordergrund.
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Helvesiek (r/acb). Ein beherrschendes Thema war für den Hegering Lauenbrück auch im vergangenen Jahr der Wolf. Er habe sowohl landes- wie auch bundespolitisch weiter an Dynamik gewonnen und gipfelte zuletzt in der Abschussgenehmigung für den Rodenwalder Rüden im Landkreis Nienburg. Dies wurde beim Jahresrückblick während der Versammlung im Helscher Hus in Helvesiek deutlich.

Hegeringleiter Hubertus Steinke begrüßte neben zahlreichen Mitgliedern die Bürgermeister der Gemeinden Helvesiek und Vahlde, Kreisjägermeister Hermann Gerken, den stellvertretenden Jägerschaftsvorsitzenden Marco Soltau sowie den Hegeringleiter aus Tostedt, Heiko Geyer. Zu Beginn gedachten alle dem kürzlich verstorbenem Waidmann Hyazinth Hentrich aus Stemmen. Danach folgte die Ehrung langjähriger Mitglieder mit der DJV-Treuenadel. 25 Jahre dabei sind Clemens Mahnken aus Scheeßel und Kester Mahnken aus Sothel. Johann Miesner aus Lauenbrück erhält seine Ehrung zu einem späteren Zeitpunkt. Außerdem ehrte der Hegering Landwirt Merten Frick für seine Verdienste um den Erhalt der Artenvielfalt mit den Goldenen Rebhuhn.

In seinem Bericht ging Steinke näher auf das Thema Wolf ein. Nach Stand des aktuellem Monitorings gibt es in Deutschland 73 Rudel und 13 Paare, wovon sich in Niedersachsen 22 Wolfsrudel, ein Paar und zwei Einzelwölfe bewegen. Der Bestand beläuft sich damit auf etwa 1.000 Wölfe. „Die Dunkelziffer könnte deutlich höher sein“, so Steinke. Auch im Hegering Lauenbrück gäbe es inzwischen wöchentlich Meldungen von Wolfssichtungen oder -rissen.

Das zweite wichtige Thema war die Afrikanische Schweinepest (ASP). Die Bemühungen, die Schwarzwildbestände zu reduzieren, zeigen Wirkung. „Das größte Einschleppungsrisiko ist menschliches Fehlverhalten durch Saisonarbeiter oder Transitverkehr, wenn unachtsam mit kontaminierten Lebensmitteln umgegangen wird“, führte Steinke aus. Der Virus habe eine hohe Überlebensfähigkeit. Momentan befinde sich der Hegering in der Präventionsphase. Um den Schwarzwildbestand weiter zu reduzieren, sei es erforderlich, vermehrt revierübergreifende Drückjagden durchzuführen. Bei ASP-Ausbruch wird ein Gebiet in einem Radius von 15 Kilometern von der Fundstelle als gefährdet eingestuft. Dort muss die Jagd für 21 Tage ruhen. Danach folgt eine vollständige Entfernung von lebendem und verendetem Schwarzwild aus dem Gebiet. Über eine Einzäunung mit einem Elektrozaun im Kerngebiet denken die Jäger dabei nach. „Tschechien hat die ASP durch diese Maßnahmen in den Griff bekommen“, erklärte Steinke.

Danach folgte die Vorstellung des Streckenberichtes. Mit größter Sorge werde die weitere Bestandsabnahme bei Hase und Fasan beobachtet. Die Reviere sind aufgefordert, neben der Biotopverbesserung die Prädatoren-Kontrolle zu verbessern. „Bei Fuchs, Waschbär und Marderhund ist die Fallenjagd in allen legalen Varianten das Mittel der Wahl“, erläuterte Steinke. Um der Negativentwicklung beim Niederwild entgegenzuwirken, wird das Projekt „Lebensraumverbund Feldflur Niedersachsen (LVFN)“ aufgelegt und aus Mitteln der Jagdabgabe mit einer Million Euro gefördert.

Ziel ist die langfristige Sicherung eines flächendeckenden, widerstandsfähigen und artenreichen Niederwildbestandes. Schwerpunkt ist unter anderem die Verbesserung des Lebensraumes durch die Bezuschussung von geeignetem Saatgut zur Anlage von Blüh- und Äsungsstreifen. Weiterhin soll ein bestehender Vermehrungsstamm mit Fasanen und Rebhühnern aufgebaut werden, deren Nachwuchs zur weiteren Vermehrung an Reviere abgegeben werden soll, die bereits in die Lebensraumverbesserung und das Prädationsmanagement eingestiegen sind.

Auch die Auszeichnung ausgewählter Trophäen mit einer Medaille stand auf dem Programm. Nach der Ehrung beendete die Bläsergruppe die Hegeringversammlung musikalisch.

Autor

Jens Loës Jens Loës
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 jens.loes@rotenburger-rundschau.de

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