Grünen-Ortsverband übergibt Rückläufer an die Verwaltung

Zeit bis zum Herbst

Klaus Lempert (links), Arthur Lempert (Zweiter von rechts) und Horst Knobel (rechts) übergeben die Rückläufer an Verwaltungsmitarbeiter Stefan Behrens. Foto: Ann-Christin Beims
 ©

Scheeßel (acb). Im Fall der Bäume entlang der L 130, an der Kreuzung von Fuhrenkamp und Vareler Weg, ist das letzte Wort offenbar noch nicht gesprochen. Seit einem Anwohnertreffen kürzlich ist die Bildung einer Bürgerinitiative im Gespräch, und am vergangenen Mittwoch übergab der Ortsverband der Grünen die bisherigen Rückläufer seiner Postkartenaktion an Verwaltungsmitarbeiter Stefan Behrens – alles mit dem Ziel, eine Baumfällung im Zuge des Kreuzungsumbaus noch zu verhindern.

Insgesamt 367 Bürger haben bisher ihre Stimme gegen die Maßnahmen am Fuhrenkamp abgegeben. „Das ist ein gutes Ergebnis, auch wenn wir auf mindestens 500 Karten gehofft hatten, sind wir doch sehr zufrieden“, erklärt Klaus Lempert vom Ortsverband. Auf den Karten hätten teilweise ganze Familien unterschrieben, auch junge Leute seien darunter. „Ein Teenager hat sich auf dem Wochenmarkt mit uns unterhalten und seinen Vater informiert, der dann meinte ,Dann unterschreib‘ eine Karte‘.“ Auch Grünen-Ratsherr Horst Knobel wertet die Aktion als Erfolg: „Ich war überrascht, wie viele geklingelt haben, um persönlich mit uns darüber zu sprechen, das war sehr interessant. Für uns ist das Thema brisant und wichtig.“ Parteikollege Arthur Lempert pflichtet bei: „Der Wunsch, dass die Bäume stehen bleiben, ist da.“

Behrens kann jedoch erstmal beruhigen: „Vor der nächsten Vegetationsperiode, die jetzt beginnt, wird kein Baum gefällt, sondern frühestens im Herbst.“ Derzeit laufen die Planungen, an denen unter anderem das Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden beteiligt ist. „Die sind in der Findungsphase, da warten wir noch auf ein Ergebnis“, sagt Behrens. Insofern bleibe genügend Zeit, „die Dinge auf sich wirken zu lassen“, weitere Informationen einzuholen und Alternativen abzuwägen. Denn letztlich sei ein jeder Ratsbeschluss umkehrbar, solange noch keine endgültigen Schritte eingeleitet sind. „Am Ende des Tages muss die Mehrheit entscheiden. Es ist aber keinerlei Zeitdruck an irgendeiner Stelle“, ergänzt der Stellvertreter der Bürgermeisterin. Der Verband habe mit der Aktion sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen und das sei „völlig legitim“. Keine Alternative sei weiterhin eine Beschränkung der Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer im Bereich der Kreuzung. Das habe der Landkreis als Untere Verkehrsbehörde erneut schriftlich bestätigt. Ob und welche Alternativen es gibt, muss nun weiter erarbeitet werden. „Es ist aber ein Indiz da, dass es so wie bisher geplant nicht mehr durchgehen wird“, so Arthur Lempert. „Es scheint auf allen Ebenen zumindest genauer hingeguckt zu werden“, fügt Knobel hinzu. „Uns ist es wichtig, Aufmerksamkeit für das Thema zu erregen und den Bürgern eine Stimme zu geben“, erklärt Arthur Lempert, der sich zugleich bei der Verwaltung bedankt, die letztlich nur in der Pflicht sei, die Entscheidung umzusetzen. „Wir haben bei Fragen immer Auskunft erhalten. Es ist keine Arbeit gegen die Verwaltung, sondern es ist wichtig, dass sich die Bürger damit auseinandersetzen – und das tun sie“, betont er. Scheeßel hat bereits zwei Bürgerentscheide hinter sich, ob ein weiterer folgen könnte, werden die kommenden Monate zeigen.

Autor

Ann-Christin Beims Ann-Christin Beims
 04261 / 72 -431
 ann-christin.beims@rotenburger-rundschau.de

12.04.2019

Geflügelmarkt Fintel

09.04.2019

Scheherazades Rache

05.04.2019

Zirkus in Brockel

05.04.2019

30 Jahre Kanal 11