Grüne informieren auf Wochenmarkt über Volksbegehren

„Reformwille stärken“

Hans-Jürgen Schnellrieder, Sprecher der Grünen im Kreisverband, und Franca Pohl, neues Mitglied im Ortsverband Fintel/Lauenbrück, informierten auf dem Wochenmarkt in Scheeßel. Fotos: Klaus-Dieter Plage
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Scheeßel. Das Artensterben ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Auch wenn die Bewältigung der Corona-Pandemie im Vordergrund steht, bleiben Klimaschutz und Artenvielfalt weiterhin zentrale Aufgaben. Denn: Die Klimakrise und das Artensterben machen keine Pause. Am vergangenen Samstag informierte das Bündnis 90 Die Grünen auf dem Scheeßeler Wochenmarkt über das Volksbegehren Artenvielfalt und sammelten Unterschriften.

„Es war ein voller Erfolg und ein guter Tag für den Artenschutz. Über 100 Scheeßeler haben unterschrieben“, war die Bilanz von Hans-Jürgen Schnellrieder, Sprecher des Kreisverbandes Rotenburg. Unterstützung erhielt Schnellrieder bei der Aktion von sieben aktiven Mitgliedern der Grünen aus den Ortsverbänden Scheeßel und Fintel/Lauenbrück. In der Samtgemeinde Fintel haben die Grünen bereits über 500 Unterschriften zusammen bekommen.

„Viele interessante Gespräche entwickelten sich während der Veranstaltung und zeigten, dass die Bevölkerung sensibilisiert ist für den Umweltschutz und etwas gegen das Artensterben tun möchte“, bilanzierten die Veranstalter. „Artenvielfalt und intakte Ökosysteme sind die Grundlage unseres Lebens und dienen dem Klimaschutz“, meinte Schnellrieder. „Etwa die Hälfte der rund 11.000 Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen sind bedroht. Fast zwei Drittel unserer Wildbienen stehen auf der Roten Liste. Inzwischen nehmen selbst Allerweltsarten wie der Star in ihren Beständen ab, weil ihnen einfach die Lebensgrundlage fehlt“. Das Artensterben hat nach Einschätzung der Grünen viele Gründe. „Klar ist aber, dass die intensive Nutzung der Landschaft mit hohen Dünger- und Pestizideinsatz sowie die Verinselung der Lebensräume zu den wesentlichen Ursachen gehören. Die Landwirtschaft lässt keinen Meter Raum für die Natur. Vor den Flug sind kein Wegesrand, Waldrand und Graben verschont. Wo soll sich da noch artenvielfältiges Leben halten oder entwickeln“, so der Grünen-Kreisverbandsprecher. Die Wirtschaft sei auf eine Artenvielfalt angewiesen. „Ohne das Bestäuben durch Insekten ist keine Landwirtschaft möglich, ohne intakte Waldböden keine Holzwirtschaft. Und die Tourismusbranche lebt von einer schönen Landschaft und einer reichhaltigen Tierwelt“, so Schnellrieder.

Die zentrale Forderung in dem Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt sind: Mehr Vielfalt in der Landschaft, artenreiche Wiesen und Weiden müssen erhalten bleiben, weniger Pestizide – dafür mehr Ökolandbau und ein naturnaher Wald. Mit dem Volksbegehren soll ein klarer gesetzlicher Rahmen zum Schutz der Arten geschaffen werden. Bei der Umsetzung der überfälligen Aufgaben solle die regionale Landwirtschaft nicht allein gelassen werden, so die Initiatoren. Der vielerorts vorhandene Reformwille müsse auch finanziell gestärkt werden, um Existenzen nicht weiter zu gefährden. Mit dem Volksbegehren, das in ein Gesetz mündet, sollen landwirtschaftliche Betriebe in die Lage versetzt werden, Förderungen zu erhalten, wenn sie nachhaltiger wirtschaften. Dies hat es vorher noch nicht gegeben. Immerhin sollen 20 Millionen Euro für eine finanzielle Unterstützung der Landwirte bereitgestellt werden. „Wir tun also mit dem Volksbegehren sogar etwas für die Landwirtschaft. Denn die Entschädigungsleistungen sollen gesetzlich festgeschrieben werden“, erklärte Schnellrieder.

Im ersten Schritt des Volksbegehrens zur Rettung der Artenvielfalt müssen in Niedersachsen bis Mitte November 25.000 Unterschriften gesammelt werden. Keine Probleme sieht Schnellrieder um die erste Hürde zu nehmen. Um zweiten Schritt müssen dann bis Mitte März 2021 die Unterschriften auf rund 610.000 erhöht werden: „Das dürfte auch klappen. Wir sehen den Großteil der Bevölkerung hinter uns. Es geht schließlich darum, die Lebensgrundlage für uns und unsere Kinder zu erhalten.“

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