Gewerbeverein zieht Unterstützung zum Spargelmarkt zurück

Keine gemeinsame Sache

Der Gewerbeverein und seine Vorsitzende Angelika Dorsch (Mitte) wollten dabei helfen, den Spargelmarkt aufzuwerten u2013 damit ist nun Schluss. Archivfoto: Erich Schulz
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Scheeßel (acb). Bis dato verlief die Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Kultur- und Heimatpflege ruhig, doch mit der Harmonie war es vorbei, als das Thema Spargelmarkt aufs Tapet kam. Der Gewerbeverein Scheeßel (GVS) hatte im Vorfeld angeboten, 2019 hauptverantwortlich die Organisation zu übernehmen. Das führte zu Differenzen – und letztlich nun dazu, dass der Verein sein Angebot gänzlich zurückgezogen hat.

Der GVS wollte aktiv dabei unterstützen, den Spargelmarkt aufzuwerten und präferierte aus organisatorischen Gründen eine Verlegung auf den 5. Mai im kommenden Jahr. Dazu könnte der Termin mit den Handwerkertagen gekoppelt werden, die bisher am letzten Aprilwochenende stattfinden. „Von Seiten der Spargelbauern ist uns signalisiert worden, dass sie einverstanden wären“, so GVS-Vorsitzende und SPD-Ratsfrau Angelika Dorsch. Ihr Stellvertreter Karsten Lüdemann fügte hinzu, dass eine Zusammenlegung Sinn mache, da sich so ein System bewährt habe.

Der Verwaltungsausschuss indes hatte das Thema schon besprochen und das zweite Maiwochenende ins Auge gefasst. Nun hatte der GVS zwei Tage zuvor einen Antrag eingereicht. „Zu spät für diese Sitzung“, befand Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU), als Dorsch bezüglich einer Tendenz nachhakte. Die Gemeinde wolle aber den GVS einladen, sein Anliegen nebst Konzept vor dem Verwaltungsausschuss vorzutragen. Obwohl sie irritiert sei, so Dittmer-Scheele, dass zwecks der Übernahme der Organisation im Vorfeld keine Gespräche stattgefunden hätten. „In der Zeitung heißt es, man bekommt Knüppel zwischen die Beine geworfen, das ist kein vernünftiger Umgang“, betonte sie. Dorsch hingegen sagte, dass es dazu mehrfach Gespräche auch mit Stefan Behrens, dem allgemeinen Vertreter der Bürgermeisterin, gegeben habe. „Das kommt nicht aus heiterem Himmel“, empörte sie sich. Behrens selber merkte an, dass es zwar Ankündigungen, aber keine inhaltlichen Gespräche gegeben habe.

Die an sich einfache Frage entwickelte sich im weiteren Verlauf zu einer Grundsatzdebatte über Veranstaltungen. So ist Heimatvereinsvorsitzender Uwe Wahlers der Meinung, dass es schön ist, dass so viele Vereine aktiv sind. „Aber müssen Termine so dicht aufeinanderfolgen?“, stellte er in den Raum. So habe sich der Verein darüber geärgert, dass mit dem Spargelmarkt zum Frühjahrsmarkt eine weitere Veranstaltung direkt vor dem Museumstag auf dem Meyerhof lag. „Jetzt soll das ein paar Tage später folgen. Muss das sein?“ Der Heimatverein selber hat beispielsweise den geplanten Färbermarkt noch nicht installiert, um Termine vorher mit anderen Vereinen abzuklären. „Es ist wichtig, dass keine Konkurrenz entsteht“, so Wahlers weiter.

Dirk Lange (CDU) pflichtete Wahlers bei und erwähnte das Schützenfest in Wittkopsbostel, das am ersten Maiwochenende stattfindet und 2019 100-jähriges Jubiläum feiert. „Wie sollen Vereine vernünftig planen, wenn wir permanent Termine hin- und herschieben“, kritisierte er. „Wir schaden uns damit gegenseitig.“ Dass es sicher nicht einfach werde, mit allen Vereinen einen Weg zu finden, warf Horst Knobel (Grüne) ein, man sollte aber zusammen an einer Lösung arbeiten.

Für Dorsch war am Ende klar, dass es so nicht weitergeht und sie fand Konsens im GVS-Stammtisch. „Wie lange soll ich da hinterherrennen? Mehr als es anbieten kann ich nicht“, erklärte sie auf Nachfrage. Daher zieht der GVS seine Konsequenzen und sein Angebot in einem Schreiben an Rat und Verwaltung zurück.

Darin heißt es unter anderem, dass „ein Mitwirken des GVS an der Organisation offensichtlich nicht gewünscht“ sei. Ein weiterer Grund ist die Vereinigung der Scheeßeler Handwerker, die in der Sitzung kurz Thema war – da einige Mitglieder ihren Betrieb nicht in der Gemeinde direkt haben, wie die Bürgermeisterin anmerkte. In der Begründung des GVS heißt es dazu: „Auch wenn nicht alle Mitglieder des Verbundes ihre Betriebe in der Gemeinde haben, zahlen sowohl die GbR als auch der allergrößte Teil ihre Gewerbesteuer in die Gemeindekasse“, weswegen man sich nicht „derart abfällig“ darüber äußern sollte. Gleichzeitig hätten sich die Teilnehmer des Stammtisches darauf verständigt, ein Ersatz-Event auf die Beine zu stellen – am letzten April-Wochenende, wenn die Handwerkertage wie gewohnt stattfinden werden. Wie der Spargelmarkt dann aussehen wird, wird sich also zeigen.

Autor

Ann-Christin Beims Ann-Christin Beims
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