Gestrandeter Wanderzirkus in Ostervesede benötigt Hilfe

May bleibt bis Mai

Jasmin May (von links), Hans-Jürgen Schnellrieder, Tamara May, Nino May, Anton May hoffen auf Spenden für das Futter der Zirkustiere. Foto: Klaus-Dieter Plage
 ©

Fintel/Ostervesede. Die Corona-Pandemie trifft die kleinen Zirkusbetriebe mit voller Wucht. Seit über einem Jahr haben die Betriebe keine Einnahmen mehr. Davon sind auch die Tiere betroffen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Schnapsbrennerei in der Nähe von Ostervesede ist der Zirkus May mit acht Personen im November 2019 gestrandet. Auf Anordnung des Landkreises sollte der Zirkus eigentlich im August das Gelände verlassen. Dieses Problem konnte mit der tatkräftigen Unterstützung von Hans-Jürgen Schnellrieder gelöst werden. „Hans-Jürgen hat viel für uns getan. Ohne ihn wären wir hier rausgeflogen. Wir sind froh, dass wir hierbleiben können. Wir hätten nicht gewusst wohin“, berichtet Zirkusdirektor Nino May. Bis Mai dürfen sie jetzt erst einmal bleiben.

Jetzt steht der Zirkus aber wieder mit dem Rücken zur Wand. Seine 34 Großtiere (Kamele, Zebras, Lamas, Watussi Rinder und Schlangen) müssen verpflegt werden. Zwar haben die Zirkusleute eine große Welle der Hilfsbereitschaft erfahren. Landwirte und Bürger spendeten Heu, Kraftfutter und Mineralsteine. „Das reicht aber leider nicht um die Futterkosten von rund 100 Euro pro Tag zu decken“, erklärt der Zirkusdirektor. Spontan richtete Schnellrieder ein Spendenkonto für das Tierfutter ein. „Jede kleine Spende hilft den Tieren.“

Besonders liebevoll und führsorglich werden die Tiere gehalten. Ihnen steht zudem eine große Auslauffläche zur Verfügung. Für die Zirkusfamilie May ist es eine Selbstverständlichkeit, dass auch ältere Tiere ihr Gnadenbrot erhalten. „Es würde uns in der Seele wehtun, wenn wir die Tiere mit denen wir jahrelang gearbeitet haben, abgeben müssten“, erklärt Nino May. Von dem guten Zustand, in dem sich die Tiere trotz der schwierigen Lage befinden, kann sich jeder überzeugen.

Mittlerweile hat sich die Familie, die den Zirkus in sechster Generation betreibt, auf der ehemaligen Schnapsbrennerei eingelebt und fühlt sich schon heimisch. Der 12-jährige Anton besucht die Grundschule in Lauenbrück. Dort wird er gut gefördert, und die Lehrer sind mit den Fortschritten des Schülers sehr zufrieden. „Die Lehrer geben sich viel Mühe“, lobt die Mutter Tamara May und fügt hinzu: „Anton geht gerne in Lauenbrück zur Schule. Er hat dort auch schon Freunde gefunden.“ Für Anton ist es eine ganz neue Erfahrung, ständig in die gleiche Schule zu gehen. Wenn der Zirkus auf Tour ist, steht ein ständiger Schulwechsel auf dem Programm. Vom Kultusministerium wurde extra für Zirkuskinder ein Förderprogramm entwickelt. „Gegenüber früher werden heute die Zirkuskinder gut gefördert“, erinnert sich Tamara May an ihre Kindheit.

Unabhängig von dem finanziellen Aspekt vermisst die Zirkusfamilie das Lampenfieber in der Manege. „Lampenfiber gehört dazu. Wenn wir in der Manege stehen, wollen wir den Leuten eine Freude machen und eine Höchstleistung bringen. Es bringt Spaß, aber es ist ein hartes Leben. Wir leben vom Applaus“, meint Zirkusdirektor Nino May. Ohne Training kann man keine Höchstleistung bringen. Und so wird auch in der Zwangspause in der Nähe von Ostervesede ständig trainiert, um für die kommenden Shows fit zu bleiben.

28.02.2021

Landpark Lauenbrück

12.02.2021

Winterlandschaft in Rotenburg

22.12.2020

Weihnachtsbilder

29.10.2020

Herbstfotos der Leser