Genehmigung für den Waldfriedhof in Westerholz - Von Klaus-Dieter Plage

Letzte Ruhe unter Bäumen

Jeder Baum auf dem Waldfriedhof ist mit einer Nummer aus Aluminium versehen, erläutert der Vorsitzende des Realverbands, Heino Dreyer. Foto: Klaus-Dieter Plage
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Westerholz. Es war ein langer Weg bis zur Genehmigung des Waldfriedhofs in Westerholz. Sechs Jahre hat es gedauert, bis alle behördlichen Klippen überwunden waren. Nachdem der Ortsrat Westerholz und der Gemeinderat Scheeßel zugestimmt haben, wird nun voraussichtlich im Oktober der Waldfriedhof eingeweiht. Es ist der erste seiner Art in Deutschland, der privat betrieben wird und der erste im Landkreis Rotenburg.

Die Idee dazu entstand im Realverband Westerholz, dem der an den bestehenden Friedhof angrenzende Wald gehört. Zuerst sollte nur eine relativ kleine Fläche für Bewohner von Westerholz genutzt werden. Blauäugig startete Heino Dreyer damals das Projekt. „Ich dachte, ich stelle schnell einen Antrag und dann können wir eine Woche später loslegen. Es war ja schließlich nur eine Erweiterung des bestehenden Friedhofs“, erinnert sich der Vorsitzende. Er hatte nicht mit der Bürokratie gerechnet: Der Antrag musste über den Landkreis laufen, öffentlich ausgelegt werden und etliche Organisationen ihre Zustimmung geben. Ebenfalls wurde ein Planungsbüro eingeschaltet. „Es war Papierkram ohne Ende“, meint der Waldbauer.

Da der Aufwand sich für ein paar Quadratmeter nicht rechnen würde, wurde der Waldfriedhof auf 9.000 Quadratmeter und für die Menschen und deren Angehörige aus dem alten Kirchspiel Scheeßel erweitert. „Wer sich in dem Waldfriedhof beerdigen lassen möchte, muss einen Bezug zum Kirchspiel haben“, erklärt Dreyer. Auf dem neuen Friedhof dürfen nur biologisch abbaubare Urnen eingebracht werden. Bereits zu Lebzeiten kann man sich einen Ruheplatz unter Bäumen reservieren lassen. Die Reservierungsgebühr beträgt bis zur Beerdigung 30 bis 50 Euro im Jahr und die Kosten für den Ruheplatz betragen rund 1.000 Euro. Ab dem Beerdigungstag läuft der Vertrag 30 Jahre. Eine Grabpflege ist nicht notwendig, denn der Friedhof bleibt ein Naturwald, in dem sich die Tiere weiterhin frei bewegen können. Im Uhrzeigersinn kann man sich rund um die dicken Buchen beerdigen lassen. Jeder Baum ist mit einer Nummer aus Aluminium versehen, diese ist auf Norden ausgerichtet und zeigt auf 12 Uhr. Bis zu zwölf Gräber können um eine Buche herum platziert werden. Jeder Baum ist per GPS eingemessen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Sturm Bäume umfegt, können die Gräber so wiedergefunden werden und der Verband pflanzt einen neuen Baum. Auf Wunsch können Messingtafeln in der Nähe des Grabes auf einem Holzpfahl angebracht werden. Ein Schaukasten am Eingangsbereich zeigt an, wo welcher der bis zu 200 Bestattungsbäume steht. Der Friedhof ist jederzeit zugänglich. Doch bis hierhin war es ein langer Weg. Im Laufe der Jahre folgte ein Verfahren dem anderen. Mit der Zeit verloren die Initiatoren fast die Lust an dem Projekt, drei Mitglieder aus dem Realverband gaben auf. „Ich habe mir das anders vorgestellt. Es war eine riesige Katastrophe“, sagt Dreyer, der einige Überraschungen miterlebte. Als sie dachten, das Projekt wäre fast durch, meldete sich das Bauamt vom Landkreis Rotenburg – es benötige noch eine Baugenehmigung. „Auf die Frage, was in dem Antrag stehen müsse, erhielten wir keine Antwort. Das Bauamt sei kein Auskunftsamt“, erinnert sich Dreyer. Das Argument, dass man nicht bauen wolle, sondern nur Löcher gräbt, zählte nicht. Nach vielem hin und her stellte sich heraus, dass der Verband keinen Bauantrag, sondern eine Betriebsgenehmigung braucht. „Also etwas ganz anderes“, so Dreyer weiter. „Ich hatte das Gefühl, keiner hat Ahnung, aber wir sollen etwas machen. So geht das nicht“. Wer mehr über den Waldfriedhof Westerholz wissen möchte, kann sich telefonisch an Hartmut Klee unter 04263/984880 oder Heino Dreyer unter 04263/8492 wenden.

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