Gemeinde Scheeßel setzt beim Umbau des DGH Westervesede auf Nachhaltigkeit

„Die Eiche wollten wir erhalten“

Heller, weiter und in neuen Farben erstrahlt der große Saal des Dorfgemeinschaftshauses von Westervesede. Die Durchreiche bleibt auf Wunsch vieler Bürger im alten Stil erhalten. Fotos: Jens Lou00ebs
 ©

Westervesede (jl). „Eigentlich kann man fast von einem Neubau sprechen. Vom alten Dorfgemeinschaftshaus stehen nicht viel mehr als die Außenmauern.“ Sven Frohböse, Leiter des Fachbereichs Gebäudewirtschaft der Gemeinde Scheeßel, sieht die Gesamtkosten von 1,76 Millionen Euro gerechtfertigt für den Um-, Aus- und Neubau von Dorfgemeinschaftshaus und Kita in Westervesede.

Neben dem kompletten Neubau des Kindergartens sei im Dorfgemeinschaftshaus der Innenbereich kernsaniert worden. „Bei so einem Bauvorhaben entdeckt man häufig erst während der Arbeiten, dass der Teufel im Detail steckt“, so Frohböse. So sei bei der Sanierung der sanitären Räume herausgekommen, dass der Untergrund des Gebäudes aus nicht viel mehr als einer dünnen Betonschicht und Pflastersteinen bestünde. „Das Haus ist zum letzten Mal Anfang der 1980er baulich aufgewertet worden. Ursprünglich stammt es aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts. Keiner wusste, wie es unter dem Boden aussah, da es auch keine Baupläne gab“, so der Fachbereichsleiter.

Ein weiterer, nicht im Vorfeld einkalkulierter Kostenfaktor ergab sich aus dem Wunsch der Gemeinde, die alte Eiche vor dem Eingang zur Kita zu erhalten. Eine gemeinsame Begehung mit einem Experten vor Ort ergab, dass die Eiche stehen bleiben könne, wenn die Baumaßnahmen entsprechend angepasst würden, so Frohböse. „Also haben wir die Maßnahmen entsprechend begleiten lassen, was dann aber bedeutete, dass die Pflasterungen vor der Kita händisch ausgeschachtet werden mussten, ein zusätzlicher Zeit- und Kostenfaktor. Die Eiche aber wollten wir unbedingt erhalten.“ In der neuen Einrichtung, die als erste nicht im Kernort ansässige Betreuungseinrichtung mit Frühdienst von 7 bis 17 Uhr geöffnet hat, können jetzt bis zu 25 Kinder untergebracht werden. „Das hängt allerdings auch vom Alter der Kinder ab. Ein Krippenkind von weniger als drei Jahren zählt beim Schlüssel doppelt so viel wie ein Kind von mehr als drei Jahren.“ Somit ergebe sich die Rechnung, dass mehr Krippenkinder die maximale Anzahl an freien Betreuungsplätzen nach unten regulierten. „Derzeit sind wir mit insgesamt 20 Kindern ausgelastet“, ergänzt Frohböse. Neben dem Neubau der Kita ergänzte die Gemeinde die Einrichtung um einen Spielplatz mit Trennzaun zwischen Krippe und Kindergarten. Der Zaun ist wiederum ein Provisorium und Teil des ökologischen Konzepts. „Entlang des Zauns haben wir in enger Abstimmung mit dem Nabu eine Hecke gepflanzt. Wenn der Zaun in fünf Jahren verrottet ist, grenzt eine Hecke aus Hasel, Johannisbeere und anderen Büschen den Spielplatz vom Rest ab“, erklärt Frohböse. Außerdem sei außen um den gesamten Spielplatz noch eine Hecke zum Sichtschutz geplant. DGH und Kita teilen sich einen Multifunktionsraum, in dem auch Rat, Ausschüsse und Vereine tagen können. „Das Haus ist als Treffpunkt für groß und klein, für Alt und Jung gedacht“, so der Fachbereichsleiter.

17.09.2020

Sponsorenlauf Ahausen

26.08.2020

Kinder machen Theater

13.07.2020

In Krieg und Frieden

03.07.2020

Kettensäge und Kreativität