Familie Adebar sorgt für Nachwuchs in Jeersdorf

Was klappert denn da?

Drei bis fünf Eier legt das Strochweibchen im statistischen Mittel.
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Jeersdorf. Der Weißstorch – oder auch Klapperstorch genannt zieht auch in Scheeßel-Jeersdorf in diesen Wochen wieder seine Kreise. Im April hatte Familie Adebar in den Wümmewiesen, gut sichtbar von der Straße In‘n Dörp, für Nachwuchs gesorgt. Wilfried Glauch, der Storchenbetreuer des Nabu Rotenburg und Berater des südlichen Landkreises Rotenburg, verzeichnet aktuell zwölf Horste an 14 Standorten im Landkreis, darunter erstmalig auch in Rotenburg und Nartum. „Die Jeersdorfer Neubürger, zwei oder drei kleine Baby-Störche, waren in diesem Jahr die schnellsten,“ so Glauch. Bis dahin müssen die Jungtiere nämlich spätestens von ihm beringt werden.

„Ich bekomme die Aluminiumringe von der Helgoländer Vogelwarte“, so Glauch. Das müsse laut Glauch vor der achten Woche nach der Geburt passieren, denn dann stellen sich die Kleinen bei „Eindringlichen“ einfach tot – und das Beringen gehe völlig unproblematisch vonstatten. Bei ganz frisch Geschlüpften halten die Ringe indes noch nicht, sind sie aber über den acht-Wochen-Zeitraum hinaus, wollen die Jungvögel wegfliegen und könnten sich dabei verletzen, erklärt Glauch.

Die Familie der Weißstörche mag eigentlich fast jeder, die Sympathieträger fliegen von Afrika aus im Frühjahr in den Norden, fressen Frösche oder Mäuse, Regenwürmern und Insekten.

„Im vergangen Jahr waren elf Horste (dieses Jahr sind es zwölf ) mit Pärchen im Kreis Rotenburg belegt, die für 27 Nachwuchsstörche sorgten“, weiß Glauch. Das Weibchen legt in der Regel drei bis fünf Eier. Die Nestlingszeit beträgt zwei Monate, die Zeit der Beringung muss wie gesagt gut abgestimmt werden. Für den Einsatz beim Beringen wird Glauch vom Amt für Naturschutz unterstützt, die mit Fahrer und Steiger an Ort und Stelle sind, wenn Glauch seine Ringe zur Kennzeichnung an die Storchenbeine anbringt.

Wenn Wilfried Glauch mit Kamera und Zoomobjektiv auf der Pirsch ist, kann er an den Ringen erkennen, ob da ein entfernter Bekannter, sprich von ihm Beringter, im Nest ist. Auch von befreundeten Ornithologen bekomme er Hinweise. Nach drei Jahren beginnt die Geschlechtsreife, dann begeben sich die Söhne und Töchter wie ihre Eltern zuvor auf die lange Reise und die Suche nach einem geeigneten Nest, oft werden sie wieder im Landkreis und im Umkreis „der Alten“ gesichtet. „Die wollen ein möglichst gut ausgestattetes Storchennest, um schnell loszulegen.“

Das Nest in Jeersdorf steht seit vielen Jahren in einer Nasswiese, erfuhr im Jahr 2017 eine Runderneuerung, und flugs kamen nach langem Leerstand die ersten Storche zum Brüten vorbei. „Deren Kinder machen sich dann wiederum auf die Reise, und wollen möglichst ins gemachte Nest fliegen“, sagt Glauch mit einem Schmunzeln.

Weißstörche benötigen täglich etwa ein Siebtel ihres Körpergewichts an Nahrung, was bei einem gemittelten Körpergewicht von dreieinhalb Kilogramm eines Weißstorches etwa 500 Gramm ausmacht. Wer sich per Fernglas auf Beobachtungstour begibt, hat in diesen Tagen gerade in Scheeßel und umzu viel zu schauen. Denn auch der Jeersdorfer Landwirt Jürgen Wahlers hat auf den Wiesen seiner Wasserbüffel seit etwa zwei Jahren eine Mastkonstruktion aus Holz und Stahl installiert, die inzwischen Nachzügler beherbergt.

In der Diekchaussee in Jeersdorf haben sich private Anwohner auf ihrem Grundstück ein Storchennest gebaut. Der Bedarf an geeigneten Brutquartieren scheint zu wachsen.

Die typische Brutzeit um die 32 Tage und einer Nestlingsdauer von 60 Tagen ist von März bis Juni. Nach den aktuellsten Zahlen von 2017 brüteten nach Angaben des Nabu in Deutschland rund 6700 Weißstorchpaare in Deutschland, die wiederum 11.100 Jungstörche aufzogen.

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