„De Beekscheepers“ zu Gast im indischen Punjab

„Ihr habt Uhren, wir Zeit“

Die Abordnung der Beekscheepers hat auf ihrer Reise einiges gesehen u2013 unter anderem den berühmten Taj Mahal.
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Scheeßel/Indien (r/acb). Im vergangenen Jahr hatte die Gruppe Rifac aus dem nordindischen Bundesstaat Punjab als „Last-Minute-Gruppe“ am Internationalen Beekefestival teilgenommen und das Publikum mit den traditionellen Tänzen und der Musik begeistert. In diesem Jahr erfolgte eine Gegeneinladung an die Scheeßeler Trachtengruppe zum ersten Internationalen Folklore Festival, das Rifac gemeinsam mit der Chandigarh University veranstaltete.

Insgesamt nahmen daran 15 ausländische Gruppen teil, unter anderem waren Vertreter aus Italien, Polen, Russland, China, Indonesien und Nepal angereist. Und so machte sich auch eine 24-köpfige Delegation der Beekscheepers Ende September unter der Leitung der stellvertretenden Vorsitzenden, Sabine Schmedt, nach Delhi auf. Von dort ging es mit dem Bus zu der rund 270 Kilometer entfernten Universität. Bereits während der siebenstündigen Nachtfahrt gewannen die Reisenden viele Eindrücke, die ihren Aufenthalt prägen sollten: ständiges Hupen, überladene Lkws auf der Mittelspur, Kühe, Büffel, Fußgänger und Gegenverkehr auf der Autobahn, darunter Mopeds mit drei oder vier Passagieren und einige riskante Überholmanöver.

An der privaten Chandigarh Universität sind mehr als 40.000 Studenten eingeschrieben. Entsprechend groß ist der Campus. Die meisten Studenten wohnen in Studentenwohnheimen, sogenannten Hostels, auf dem Campus und verlassen ihn während des Semesters nicht. Auch die Festivalgäste waren dort untergebracht, in Vierbettzimmern nach Geschlechtern getrennt, auch die Ehepaare. Die Häuser lagen etwa 1.000 Meter voneinander entfernt und waren für das andere Geschlecht tabu. „Das war eine völlig neue Erfahrung für die teilnehmenden Gruppen, aber für die indischen Studenten völlig normal“, teilen die Beekscheepers mit.

Insgesamt hatten die Scheeßeler und auch die anderen Gastgruppen während des Festivals jeweils fünf Auftritte. Drei davon auf dem Campus, unter anderem im großen Audiotorium der Universität, und zwei weitere außerhalb. Höhepunkt war dabei der Festakt in Panchkula, bei dem der Ministerpräsident des Bundesstaates Haryana, Lal Khattar, zu Gast war und zu dessen Ehren allen Gästen ein Turban gebunden wurde.

Ein altes indisches Sprichwort besagt: „Ihr habt Uhren, wir haben die Zeit.“ Die Bedeutung dessen und die für westliche Verhältnisse unübliche Langsamkeit und Gelassenheit haben die Beekscheepers bei vielen Gelegenheiten erfahren. Zum Beispiel wurden Veranstaltungen zuerst um zwei Stunden verschoben, um dann trotzdem noch nicht zu beginnen. Das Publikum wurde zunächst mit Sound-Checks und Moderationsproben unterhalten. Sie dienten dazu, die Zeit bis zum Erscheinen der Ehrengäste zu überbrücken – denn erst wenn sie da waren, sollten die Tanzvorführungen beginnen.

Eine weitere Überraschung folgte zum Schluss: Das Festival endete einen Tag früher als ursprünglich geplant. Somit hatten die Beekscheepers noch Gelegenheit, nach Agra zu fahren, um dort bei Sonnenaufgang die weltberühmte Grabmoschee Taj Mahal zu besichtigen. Auf dem Rückweg zum Flughafen besuchten sie in Delhi noch den 42 Meter hohen Triumphbogen India Gate. Am Vorabend zum nationalen Feiertag anlässlich des Geburtstags von Mahatma Gandhi wimmelte es dort von einheimischen Besuchern, Touristen und Straßenverkäufern aller Art.

Autor

Ann-Christin Beims Ann-Christin Beims
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