Das Heimat Festival in Scheeßel geht in die sechste Saison

Ein Grund heimzukehren

Vor dem Sprung: Für lokale Künstler ist das Heimat Festival auch eine Möglichkeit weit nach oben zu kommen.
 ©Heimat Festival

von Jens Loës

Scheeßel. Wenn der Wind Luft holt, ehe er zu einem Hurrikan wird, ist es Zeit in Scheeßel für einen ganz besonderen musikalischen Höhepunkt. Bereits zum sechsten Mal in Folge öffnet am Samstag, 25. Mai, das Heimat Festival im Industriegebiet seine Tore für alle Musikbegeisterten der Region. Und auch in diesem Jahr können sich die Besucher auf den einen oder anderen musikalischen Leckerbissen freuen.

So hat zum Beispiel die kanadische Band „The Real McKenzies“ um Frontmann Paul McKenzie ihr Kommen zugesagt. Die Band bezeichnet sich selbst als schottische Punkband und war bereits mit NOFX, Rancid oder auch Flogging Molly unterwegs. Weit davon entfernt nur eine weitere Celtic-Folk-Rock Band zu sein, haben The Real McKenzies sich stets ihren eigenen Charme bewahrt und begeistern das Publikum seit nunmehr fast 30 Jahren. Wie aber kommt eine Band aus Kanada zum Heimat Festival nach Scheeßel, dessen Konzept laut Homepage darauf fußt, „lokale Künstler, Unternehmen und Speisen an einem Tag zusammen zu bringen und die Vielfalt der Region zu zeigen“? Dazu meint Florian Hastedt, der mit seinem Team das Heimat Festival ins Leben gerufen hat: „Wir machen das hier alles ehrenamtlich, zahlen zum Teil durch Fahrtkosten und Ähnliches noch drauf. Da belohnen wir uns damit, bei Bands anzufragen, die wir alle gerne einmal sehen wollten. Dass es jetzt mit den Real McKenzies geklappt hat, darauf sind wir sehr stolz.“ Darüber hinaus bewahrt sich das Festival seinen familiären Charme und seine Bindung zur Heimat, die für Hastedt einer der ideologischen Pfeiler des Festivals ist. Mit Tequila & the Sunrise Gang, Boranbay oder auch Harbour Violet treten zumeist Künstler und Bands auf, die aus dem Norden Deutschlands stammen. Leider werde es immer schwieriger, neue Bands aus der unmittelbaren Umgebung zu finden, die hiesige Musikszene habe sich drastisch ausgedünnt. Der Ursprung des Festivals liest sich seltsam vertraut: „Entstanden ist die Idee zum Festival als ich gerade 19 Jahre alt war. Wir suchten damals verzweifelt eine Möglichkeit, mit unserer Band aufzutreten. Weil es diese aber nirgends gab, kam uns die Idee, ein eigenes Festival zu gründen, um so auch anderen regionalen Bands die Möglichkeit eines Auftritts zu geben“, erklärt Hastedt die Vorgeschichte. Zudem gebe ihnen das Festival einen Grund, jedes Jahr zusammen in die Heimat zurückzukehren. Der Erfolg gibt dem Konzept recht. In den vergangenen Jahren war das Festival stets mit 1.000 Besuchern ausverkauft, und auch wenn die Anzahl der möglichen Teilnehmer auf 1.200 erhöht wurde, so geht Hastedt davon aus, dass es auch dieses Mal an der Abendkasse keine Tickets mehr geben kann. „Die Online-Tickets sind bereits alle weg, nur in der Esso Tankstelle und der Filiale der VR Bank Scheeßel gibt es noch ein paar letzte Restkontingente.“ Trotzdem plant das Team um Hastedt nicht, das Festival gewinnoptimiert zu expandieren. Es solle sich finanziell tragen, und mit viel ehrenamtlicher Arbeit von seinen Freunden und den Helfern, die über das gesamte Jahr und vor allem auch am Festivaltag mit anpacken, gelingt es bislang, die Preise in einem akzeptablen Rahmen zu halten. Dieses Jahr musste der Eintrittspreis das erste Mal angehoben werden, trotz allem hält Hastedt 25 Euro für 16 Bands für keine überzogene Forderung. Zudem solle es auch weiterhin Staffelpreise geben, wer früh bucht, zahlt weniger. Leider seien die Auflagen für Festivals teurer geworden, auch Material und Ausrüstung seien nicht eben billig zu haben. Auch deswegen bittet Hastedt darum, keine Getränke mit auf das Festivalgelände zu nehmen, sondern sich vor Ort mit Erfrischungen zu versorgen. „Der Getränkeverkauf stellt einen großen Teil der Festivalfinanzierung dar. Ohne Getränke kein Heimat-Festival.“ Zum ersten Mal wird es eine zweite Bühne geben, auf der Künstler aus der Region spielen können, die sich für das Festival beworben haben. Weiterhin genießen zum ersten Mal auch die Themen Inklusion und Nachhaltigkeit besondere Priorität. So dürfen Rollstuhlfahrer das Festival testen und anschließend ein Feedback zu Barrierefreiheit und anderen Thematiken geben. Auch sollen Einweggeschirr und Strohhalme vom Festivalgelände verschwinden. Die Betreiber der Verzehrstände kommen ganz im Sinne der Veranstalter ausnahmslos aus der Region. Auch dort habe man vor allem auf Qualität gesetzt.

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