Ausstellung: „Das Blaue Wunder – von Hand gewebt“

Breites Spektrum

Die Besucher nahmen die Unikate unter die Lupe u2013 anfassen ist dort erlaubt. Fotos: Erich Schulz
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Scheeßel (es). Das Blaue Wunder dürfte nicht nur den Scheeßelern durch den Blaudruck bekannt geworden sein, sondern europaweit durch die Nominierung für das immaterielle Weltkulturerbe. Dass Blau auch anders geht, zeigt derzeit die Ausstellung im Kunstgewerbehaus auf dem Meyerhof mit einer erstaunlichen Vielfalt an handgewebten Textilien.

Die Unikate sind selbst gewebt und in allen Blauschattierungen: hellblau, veilchenblau, himmelblau, nachtblau, kornblumenblau, blassblau, stahlblau und königsblau treffen im Ausstellungsraum aufeinander. „Mit dieser Ausstellung wollen wir von Weben Plus das breite Spektrum handgewebter zeitgenössischer Textilien sichtbar machen: vom Schal über Wandbehänge, Kleidungsstoffe und freie künstlerische Objekte“, erklärte Inge Seelig, Webmeisterin und Mitglied im Vorstand der Textilgestalter-Innung Nord, bei der Eröffnung. „Die Textilindustrie ist in Deutschland fast gänzlich verschwunden, aber die Weber gibt es noch. Wir müssen uns nicht kommerziellen Zwängen unterordnen, sondern können das machen, was schön ist.“

Kreistagsabgeordnete Elke Twesten und die stellvertretende Bürgermeisterin Gabriela Villwock überbrachten Grüße der Gemeinde und des Landkreises und waren passend blau gekleidet. Peggy Mießner, Ratsfrau und Beisitzerin im Heimatverein, rezitierte aus einem Gedicht von Heinrich Heine zur beginnenden Industrialisierung und zum Untergang der Weber in Deutschland: „Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht, wir weben emsig Tag und Nacht.“ Der Hintergrund des Gedichtes: 1844 erschossen Soldaten elf Weber und verhafteten Hunderte zu langen Haftstrafen anlässlich des sogenannten Weberaufstandes.

Die Ausstellung zu diesem Zeitpunkt ist kein Zufall: die Kunst des Webens im Kunstgewerbehaus feiert derzeit ihren 40. Geburtstag. Mit der Wanderausstellung „Das blaue Wunder“, in der unter anderem Exponate des Werkhofes Kukate und des Parzivalhofs aus Quelkhorn zu sehen sind, wurde dieser Anlass gewürdigt. „Kukate ist ein Dorf im östlichsten Zipfel Niedersachsens, in dem wir Weber bis hin zur Meisterprüfung ausbilden. Zudem kann jeder einfach mal vorbeischauen“, so Seelig. Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte, kann sich unter Telefon 05849/468 anmelden oder einen Blick auf die Internetauftritte www.werkhof-kukate.de und www.webenplus.de werfen.

Musikalisch wurde die Eröffnung durch die Scheeßeler Schulmusikanten unter der Leitung von Freddy Schmidt begleitet.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Oktober jeweils samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr zugänglich. Zu den Öffnungszeiten kann ebenfalls das gegenüberliegende Weberhaus besichtigt werden, in dem die Besucher den Weberinnen über die Schulter sehen können.

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