303,94 Kilometer absolviert der Scheeßeler Marcel Henke in nur neun Tagen - Von Alina Lyuleeva-Husemann

Er läuft und läuft und läuft

Marcel Henke läuft Marathon für den guten Zweck.
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Scheeßel. Ein Marathonlauf, zwei Marathonläufe, drei Marathonläufe … – und plötzlich waren es 303,94 Kilometer. Neun Tage lang lief der 39-jährige Marcel Henke für das Team „Gemeinsam Stark“ durch Scheeßel und die Region. Er sammelte Kilometer für Kilometer während der diesjährigen Kanada-Challenge, um sein Team „Gemeinsam Stark“ nach vorn zu bringen – das reicht für einen beachtenswerten fünften Platz.

Das 2020 gegründete Team „Gemeinsam Stark“ weist weltweit aktive Mitglieder vor, die für einen guten Zweck ihre Runden drehen – sie unterstützen damit verschiedene Projekte. Die Sportler, die eine Kombination aus Weltsport und Wohltat formen, leben gemeinsam das Motto „Bevor wir fallen, fallen wir lieber auf“. Diese Einstellung und Teamgeist haben auch Henke ergriffen. Ein ruhiger Typ, der motiviert ist und voller Tatendrang steckt.

Und damit andere ansteckt: Seit Herbst 2019 bewegt er mit seinem Instagram-Profil iron_daaad zahlreiche Follower. Schon vor Corona war er sehr sportlich unterwegs. „Ich komme ja eigentlich vom Fußball“, berichtet Henke, der Mitglied im Hetzweger Fußballverein ist.

Dann kam der Triathlon-Verein in Scheeßel hinzu, bei dem er mit einem Halb-Ironman als flotten Einstieg mit vier Wochen Vorbereitungszeit angefangen hat. Aber gerade mit den Lockdowns durch Corona stieg der Drang, sich weiterhin zu bewegen und die Lust, viele weitere junge Leute zum Selbigen zu animieren. So fing die Laufgeschichte von Henke an, von der er nach einem erneuten Run in voller Jogging-Montur vor dem Meyerhof in Scheeßel erzählt: „Ich bin eher ein Quereinsteiger. Kurz vor Weihnachten habe ich angefangen, für das Team ,Gemeinsam Stark‘ zu laufen. Alle paar Monate gibt es eine ,7Crun-Challenge‘, die sich jeweils einen von den sieben Kontinenten zum Thema nimmt. Daher auch der Name der Laufreihe. Bei mir hat es mit der Antarktis-Challenge Ende vergangenen Jahres angefangen, für die sich etwa 500 Teilnehmer registriert hatten. Bei der Kanada-Challengegab es bereits um die 700 Teilnehmer.“ Jedes Mal scheinen sich mehr und mehr Sportbegeisterte zu finden, von jung bis alt, Einzelläufer, Pärchen und Familien – jeder kann mitmachen.

Henke misst sich mit den Besten: die „Ultra-Läufer“, wie er sie nennt, die während der Challenge nahezu jeden Tag einen Marathon laufen. Mit denen auf Augenhöhe zu laufen, hat sich der zweifache Vater als Ziel gesetzt. Langwierige Vorbereitungen sind nicht möglich, denn nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Diese Strategie verfolgte er über die ersten zwei Challenges: „7Crun Alaska“ und „Europa“. Aber für die Kanada-Challenge hat sich der Scheeßeler Unterstützung geholt. Das Physiohandwerk in Scheeßel, bei denen er Mitglied ist, hat ihm mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Nicht nur mit Ernährungsberatungen, sondern auch mit der Regeneration. Denn trotz der Aufteilung der Marathon-Kilometer auf bis zu drei Läufe am Tag, wollten nach dem dritten Tag seine Beine nicht mehr mitmachen. Da war auch der Sprung ins eiskalte Wasser ein Geheimtipp von den Profis, der Henke wieder fit machte.

Die Tatsache, dass er zu der Kanada-Challenge-Zeit in Kurzarbeit war, ist eine Misere der Pandemie, allerdings hat sie ihm wertvolle Zeit generiert. So konnte er sich an den neun Tagen hauptsächlich auf den Sport konzentrieren. Auch mit der Unterstützung durch die Familie gelang es dem Scheeßeler als Fünfter ins Ziel zu sprinten. „Denn man muss es auch gut mit der Familie vereinbaren. Aber die stehen dahinter. Meine Kinder sind sechs und zwei Jahre alt und haben mich auf dem Fahrrad und im Karren nebenher gemeinsam weitere 16 Kilometer nach vorn gebracht“, sagt der zweifache Vater mit einem stolzen Lächeln.

Eine App dokumentiert in dieser Zeit seine Laufstrecken. Nach jedem Lauf macht er einen Screenshot und schickt diesen an die Challenge Organisatoren. So kann jederzeit und an jedem Ort der Lauf beginnen: Nachdem die Kinder im Bett sind, während eines Besuchs bei den Großeltern oder einfach zwischendurch, wenn es die Zeit und die Laune erlauben.

Dabei lässt Henke auch der Kreativität vollen Lauf. Ob Weihnachtsbaum oder Hundeschnauze, die per GPS auf der Karte festgehalten werden – alles ist möglich. Das gesamte Team „Gemeinsam Stark“ organisiert die Herausforderungen selbst oder macht mindestens ein Mal im Monat bei diversen Challenges mit, und verpasst keine der „7Cruns“. Jederzeit kann eingestiegen werden, denn jeder Kilometer zählt. Nur noch einige Tage fehlen bis zur nächsten Challenge und Henke möchte dann wieder die Laufschuhe schnüren. Bereits mehr als 81.800 Kilometer hat sein Team bereits auf der Uhr.

Ihre Laufbegeisterung wollen die Mitglieder nun für einen guten Zweck nutzen. Der erste eigens organisierte Spendenlauf ist bereits in Planung: Zum Kindertag am 1. Juni werden wieder die Kilometer gezählt. Eine weitere Spendenaktion für die LAB-Einrichtung in Bramsche bei Osnabrück läuft. Dabei werden aussortierte Sportschuhe gesammelt und wiederum ein Spendenlauf mit den Bewohnern organisiert.

Das Team zählt derzeit 222 Mitglieder, fast täglich kommen neue hinzu. Das bringt die Mitglieder dem nächsten Ziel näher: Sie wollen als größtes Team weltweit ins Guinness Buch der Rekorde. „Wir haben eine Whatsapp-Gruppe, über die kennt man so gesehen eigentlich jeden und kann bei Bedarf Kontakt aufnehmen“, erzählt Henkel. So können sich Teilnehmer aus der ganzen Welt austauschen. Das soll den Teamgeist weiter fördert – gemeinsam über die höchsten Berge und über jede Hürde , getreu dem Motto: „Bevor wir fallen, fallen wir lieber auf.“

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