Wildtierstation Westermoor lädt zum Lichterfest ein - Von Dennis Bartz

„Starthilfe ins Leben“

Für Regina Buchhop hat die Auswilderung der Tiere Priorität. Die Gänse Klara und Gustav brauchen derzeit noch ihre Pflege.
 ©Foto: Dennis Bartz

Unterstedt. Wer die Wildtierstation am Westermoor in Unterstedt besucht, der wird kritisch beäugt. Wildgänserich Gustav nimmt Fremde genau unter die Lupe. „Er glaubt wohl, er wäre mein Wachhund“, sagt Regina Buchhop und lacht. Das Tier ist inzwischen heimisch auf ihrem Hof: „Er kann leider wegen einer Verletzung am Flügel noch nicht richtig fliegen“, bedauert die 72-Jährige, für die die Auswilderung der Wildtiere Priorität hat: „Ich leiste Starthilfe fürs Leben.“ Am Samstag, 5. Oktober, lädt Buchhop zum ersten Lichterfest auf das Gelände Am Westermoor 4 in Unterstedt ein. Los geht es um 15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Besucher erfahren bei dem Familienfest mehr über die Arbeit der Wildtierstation, außerdem gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm: Im Mittelpunkt steht der Verkauf von herbstlichen Windlichtern, die die Helfergruppe des Vereins in kreativer Eigenarbeit hergestellt hat. Buchhop: „Die Gäste können die Lichter auf dem Gelände aufstellen und es damit erhellen – später nehmen sie sie mit nach Hause.“

Die Besucher genießen Kürbissuppe, geräucherte Forelle sowie Kaffee, Kuchen und verschiedene Snacks gegen eine Spende. „Die Einnahmen kommen der Arbeit des Vereins zugute“, betont Buchhop, die auch Kinder einlädt: „Wir bereiten Stockbrot am Feuer vor und begrüßen eine Märchentante, die tolle Geschichten erzählt.“ Kinder können sich zudem schminken lassen: „Dann laufen hoffentlich ganz viele wilde Tier herum“, so Buchhop.

Für Unterhaltung sorgen außerdem ein Flohmarkt und ein Basar mit Werken der Kreativscheune Forst in Baden-Württemberg. Der Wildtierstation gehören neben der Vereinsvorsitzenden Buchhop sechs weitere Gründungs- und vier Fördermitglieder an. Die Kosten für die Aufzucht zahlt der Verein ausschließlich mit Mitteln aus dem Mitgliedsbeiträgen und Spenden – und diese werden dringend gebraucht.

Besonders die fünf Rehkitz-Waisen, die Buchhop derzeit noch mit der Flasche aufzieht, kosten viel Zeit und Geld. „Sie werden erst im Frühjahr ausgewildert und brauchen den gesamten Winter über Futter.“ Buchhop hatte in diesem Jahr viel zu tun: So hat sie neben sechs Wildvögeln auch vier Eichhörnchen gehegt und gepflegt, bis diese dann selbstständig genug waren, um ausgewildert zu werden. Auch ein Steinmader und sogar ein Fuchs gehörten in den vergangenen Jahren bereits zu ihren Zöglingen.

Buchhop hat die Rehkitz-Aufzucht vor einigen Jahren von Monika von Wenczowski übernommen. Deren Ehemann war Revierförster in Stapel und errichtete auf Buchhops Grundstück das erste Gehege, weitere folgten. Bereits im Alter von zwölf Jahren engagierte sich Buchhop als Mitglied in der Tierschutzjugend Stade. Sie half damals der „Stader Vogelmutter“ bei der Aufzucht von Vogelnestlingen und -ästlingen.

Neben ihrer Tierschutzarbeit im Landkreis Rotenburg – Buchhop war lange Vorsitzende des Tierschutzvereins –, gewann die Aufzucht verwaister Wildtiere für sie immer mehr an Bedeutung. Vor zwölf Jahren prüfte das Veterinäramt des Landkreises die Wildtierstation und nahm diese nach Paragraf 10 Tierschutzgesetz (TierSchG) offiziell ab. Nachdem der Tierschutzverein die Wildtierstation lange Zeit finanziert hatte, gründete Buchhop Ende August vergangenen Jahres den „Wildtierstation am Westermoor e.V.“. Der Verein ist seit Ende September 2018 als gemeinnützig anerkannt und seit Ende Januar 2019 im Vereinsregister eingetragen.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
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 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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