Weltaktionstag der Linkshänder am Dienstag, 13. August

„Sie haben es oft schwerer“

Linkshänder können genauso schnell und sauber schreiben.
 ©Rotenburger Rundschau

Rotenburg (r/db). Etwa zehn bis 15 Prozent der Menschen in Deutschland sind Linkshänder – am Dienstag, 13. August, wird ihnen ein ganzer Tag gewidmet. Der internationale Weltlinkshändertag geht auf die Initiative des US-Amerikaners Dean Campbell zurück. Dieser gründete 1975 die Organisation „Lefthanders international“ und wollte damit darauf aufmerksam machen, dass Linkshändigkeit normal ist.

„Linkshänder haben es in einer auf Rechtshänder ausgerichteten Welt nach wie vor manchmal schwieriger“, sagt Magdalena Vasterling, zertifizierte Linkshänderberaterin nach dem Konzept von Barbara Sattler, führende Wissenschaftlerin im Gebiet der Linkshändigkeit.

Vasterling berät Eltern, die sich der Händigkeit ihres Kindes nicht bewusst sind und unterstützt linkshändige Kinder beim Erarbeiten einer geeigneten Blattlage, bei der die Schrift nicht verwischt. „Linkshändige Kinder können genauso ordentlich und schnell schreiben, wie rechtshändige Kinder. Sogar mit dem Füller“, betont Vasterling.

Oft erlebe sie, dass Eltern erstaunt reagierten, wenn sie zum Beratungsgespräch über Schreibvorbereitung mit links kommen. „Es geht um viel mehr, als nur darum, die Linkshänderschere zu kaufen“, betont die Linkshänderberaterin. Ihrer Erfahrung nach werden Kinder heute in Kindergärten und Schulen in der Regel nicht mehr zum Malen oder Schreiben mit rechts gedrängt.

Sinnvolles Material wie Anspitzer, Schere, Gemüseschäler und vor allem die Schreibtischunterlage, mit der die schräge Blattlage geübt werden kann, bei der die Kinder ihre eigene Schrift und mögliche Fehler sehen können, gebe es dort jedoch noch viel zu selten.

Wenn ein Kind linkshändig ist, erleben Eltern meist, dass es einige Abläufe anders macht und dass zum Beispiel das Beibringen einer Schleife eine echte Herausforderung sein kann. Vielleicht verwechselt das Kind bei Brettspielen die Uhrzeiger-Richtung oder schreibt seinen Namen in Spiegelschrift.

Zeigen rechtsschreibende Kinder nach der Einschulung große Schwierigkeiten beim Schreibenlernen, beginnen zum Beispiel immer wieder in Spiegelschrift oder auf der rechten Seite des Blattes, haben unerklärliche Mühe beim Konzentrieren, brauchen für die Hausaufgaben lange oder verhalten sich auffällig, kann eine versteckte Linkshändigkeit dahinterstecken. „Symptome, die zu AD(H)S und/oder einer Lese-Rechtschreib-Schwäche passen, sind sehr ähnlich“, warnt Vasterling.

Da Kinder viel durch Nachahmung lernen, sei es in manchen Fällen schwierig, die Händigkeit eindeutig zu erkennen. Sagt jemand gut meinend zum Kind, es solle zur Begrüßung bitte die „richtige Hand“ geben, werde es eventuell nicht mehr mit Handschlag grüßen wollen. Auch Sätze wie „Das ist so einfach, das mach ich doch mit links“, können Kinder in ihrer Händigkeitsentwicklung beeinflussen.

Auch heutzutage passiert Umschulung der Händigkeit immer noch. Vor allem durch Nachahmung geschieht es immer wieder, dass Kinder sich selbst zum Hantieren mit rechts umschulen. Sie orientieren sich an der rechtshändergeprägten Welt und wollen nicht auffallen.

Inzwischen sei bekannt, dass eine Umschulung des Gehirns nicht möglich ist. Lediglich die Hand kann trainiert werden, was jedoch massive Folgen haben kann. Sattler hat unter anderem Konzentrationsschwierigkeiten, Ermüdungserscheinungen, feinmotorische Probleme, Wortfindungsstörungen und Stottern sowie psychische Folgen wie Unsicherheit und Selbstzweifel, Nägelkauen und Einnässen festgestellt.

• Weitere Infos zu dem Thema gibt es auf der Internetseite www.linkshänderberatung-row.de oder per Telefon an04267/9540244.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
 04261 / 72 -430
 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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