Weihnachtsstimmung in der Kirche Zum Guten Hirten

„Möchte gar nicht gehen“

Die Kirche Zum Guten Hirten ist auch in diesem Jahr festlich geschmückt.
 ©Foto: Henrik Pröhl

Rotenburg. „Jetzt ist bei mir echte Weihnachtsstimmung aufgekommen“, sagte eine junge Besucherin beim Verlassen der Kirche Zum Guten Hirten. Es war der Elise-Averdieck-Schule gelungen, Corona ein Schnippchen zu schlagen. Zuletzt im September hatten zwei Klassen der Sozialpädagogik unter Regie von Oberin Sabine Sievers und Kirchenmusiker Stephan Orth das Musical „Traumschiff“ unter strengen Pandemie-Bedingungen auf die Bühne der Kirche gebracht.

Dieses Mal sollte es kein Musik-Theater sein. „Wir möchten den Menschen, denen in diesem Jahr durch Corona soviel genommen wird, etwas Weihnachtsatmosphäre schenken“, erklärte Sievers. Das freilich funktionierte nur unter Hygiene-Maßnahmen. Und schon war schnell die Idee geboren: Die Kirche Zum Guten Hirten sollte ein Ort für Weihnachten werden, der alles bietet, was Menschen mit dem Fest assoziieren.

So waren Auszubildende der Evangelischen Fachschule aufgefordert, nicht nur Ideen dafür zu entwickeln, sondern auch handwerklich umzusetzen. Zu Weihnachten gehört ein Tannenbaum, und zwar ein richtig großer. Mithilfe des Teams der Gärtnerei aus den Rotenburger Werken stand der bereits Ende November in der Kirche und machte auf sich aufmerksam. „Hier erweist sich die jahrelange Kooperation der Werke mit dem Mutterhaus wieder als fantastisch“, lobte die Schulpastorin und Oberin.

Dass der Baum geschmückt werden musste, war klar. Eine Gruppe angehender Erzieher machte sich an Einkauf und Deko für den Baum, der zuvor ein Elektriker des Krankenhauses in schwindelnder Höhe mit Lichterketten versehen hatte.

Die Tischlerei aus den Werken hatte eine neue Weihnachtsbude im Kirchenraum aufgestellt, da war auch Muskelkraft unter fachlicher Anleitung gefragt. Eine großzügige Baumspende aus Harsefeld für die Rotenburger Werke fand auch dort im Guten Hirten dankbare Abnehmer, sodass ganze Waldflächen entstanden und mit technischer Hilfe von Carsten Siefke kunstvoll beleuchtet wurden.

Unter Regie des Künstlers Jobst Deventer bauten Azubis eine Krippenszene aus grobem Holz in beachtlicher Dimension, die wiederum in Licht getaucht wird. Zwei Installationen für Meditation und Austausch entstanden genauso wie eine Vorleseecke in Theater-Manier. Was sich dem Betrachter des Guten Hirten in diesen Tagen bietet, ist Weihnachten pur, wie es sich Kinder und Erwachsene wünschen, zumal den großen Weihnachtsbaum in der Mitte des Raumes auch Geschenke zieren, eine Spielzeug-Eisenbahn ihre Runden dreht.

Nach Vollendung der weihnachtlichen Bauarbeiten kamen kürzlich zu jeder vollen Stunde nacheinander vier Klassen der Elise-Averdieck-Schule als Kohorte mit insgesamt knapp 100 Schülern in den Genuss von heißem Kakao aus der Küche der Rotenburger Werke, einer vorgelesenen Weihnachtsgeschichte, gesungenen Liedern, die Orth zuvor von Siefke unter strengen Sicherheitsauflagen hat aufnehmen lassen.

Ganz viel Licht und Tannenduft ließ Besucher-Herzen höherschlagen. „Ich möchte gar nicht wieder gehen“, sagte eine Schülerin begeistert. Doch sie musste, schließlich nahte bereits die nächste Kohorte, nachdem gründlich durchgelüftet und desinfiziert wurde, wo es nötig war.

Die Kirche Zum Guten Hirten ist eine Weihnachtskirche geworden, die noch bis Ende des Jahres für Menschen aus dem Mutterhaus und den Rotenburger Werken offen steht. Sie verbreitet bei allen Weihnachtsstimmung.

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