Weber: „Kaum Hoffnung auf Straßenfestival im Sommer 2019“ - Von Dennis Bartz

Nada mit La Strada?

Noch steht das Straßenfestival La Strada im Kulturkalender der Stadt Rotenburg u2013 doch aller Voraussicht nach muss die Veranstaltung bald gestrichen werden.
 ©Foto: Dennis Bartz

Rotenburg. Das Hickhack um das Straßenfestival La Strada in Rotenburg ist so gut wie vorbei. Noch steht die dreitägige Veranstaltung für die Zeit vom 25. bis 27. August im Kulturkalender der Stadt Rotenburg – doch alles spricht dafür, dass sie bald ersatzlos gestrichen werden muss. „Ich habe keine große Hoffnung mehr darauf, dass wir das noch realisieren können“, sagte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) im Pressegespräch am vergangenen Donnerstag.

Ende Januar setzen sich Vertreter der Stadt Rotenburg, der Kulturinitiative (Kir) und der beauftragten Agentur Zweifellos.net noch einmal an einen Tisch. „Wir wollen in dem Gespräch endgültig klären, ob La Strada in diesem Jahr stattfinden kann“, erklärte Weber. Es müsse zwingend eine Entscheidung fallen: „Wir haben dann den Point of no Return erreicht.“

Der überraschenden (ersten) Absage von Kir-Vorstand Uwe Goldschmidt im vergangenen November war der Rettungsversuch von Reinhard Lüdemann von der Stadt Rotenburg gefolgt, der im Gespräch mit der Rundschau gesagt hatte: „Ein Sommer ohne La Strada wäre so, als würde man Weihnachten absagen.“ Doch genau danach sieht es nun aus. Denn die Kir will die Organisation für die Veranstaltung erst wieder in 2020 übernehmen. „Einige Mitarbeiter und Helfer fühlen sich ausgebrannt. Das ist kein Wunder, wenn man sich anschaut, was die Kir alles leistet. Die Belastung ist unglaublich hoch“, erklärte Weber.

Viele ehrenamtliche Helfer hätten im vergangenen Jahr extra eine Woche Urlaub genommen. „Sie haben bei den Vorbereitungen für La Strada geholfen und sind an allen drei Tagen von morgens bis abends unterwegs gewesen. Wenn man sich das vor Augen hält, kann man die Entscheidung, nun eine Pause einzulegen, nachvollziehen“, betonte Weber und stellte klar: „Es gibt keinen Grund, deshalb sauer oder enttäuscht zu sein.“

Auch wenn noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei, die Voraussetzungen dafür, La Strada noch in 2019 umzusetzen, seien denkbar schlecht, bedauert Weber: „Wir hatten gehofft, dass sich innerhalb der Kir jemand findet, der das übernimmt. Ich hätte mir auch eine Verteilung auf mehrere Köpfe vorstellen können. Aber das hat leider nicht geklappt. Wir bräuchten nun sofort jemanden, der gemeinnützig und dazu bereit ist, die Organisation zu übernehmen sowie das finanzielle Risiko zu tragen. Bislang hat sich niemand bei uns gemeldet.“

Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass dies noch passiert, sei der Wechsel schwer umsetzbar: „Wir müssten die Anträge auf Förderung, die bereits bewilligt sind, umschreiben. Hinzu kommen steuerrechtliche Probleme“, zählt Weber auf. Es sei dennoch wichtig gewesen, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen: „Wir wollten damit auch der Agentur Zweifellos.net zeigen, dass wir das nicht einfach ausfallen lassen.“

Das Ergebnis der Gespräche Ende Januar soll richtungsweisend für La Strada 2020 sein. „Unsere Arbeit war auf keinen Fall umsonst“, betont Weber, der verschiedene Programmpunkte infrage stellt: „Brauchen wir wirklich eine zentrale Versorgungsküche? Ist es zwingend erforderlich, dass wir parallel das Café des Artistes auf dem Pferdemarkt haben?“ An der Gala möchte Weber dagegen festhalten: „Die finde ich sehr wichtig, besonders für die Menschen, die mithelfen. Denn die haben sonst keine Möglichkeit, die Künstler zu erleben.“

Dass La Strada im kommenden Jahr wieder stattfinden soll, darin sind sich alle Beteiligten einig. Goldschmidt hatte bereits im November angekündigt, dass die Kir nach einem Jahr Pause wieder einsteigen wolle: „Wir sammeln jetzt schon neue tolle Ideen für 2020.“ Die Kir wolle dann in Rotenburg wieder Straßenkunst auf höchstem Niveau präsentieren. Die Veranstaltung soll nach Möglichkeit aber eine schwarze Null schreiben. „Wir müssen als Vorstand innerhalb des Vereins dafür Rede und Antwort stehen.“

Kommentar von Dennis Bartz

La Strada im Zwei-Jahres-Takt?

Aller Voraussicht nach müssen die Rotenburger Bürger und Gäste im Sommer 2019 auf das Straßenfestival La Strada verzichten. Das ist schade, der Entschluss wäre aber nachvollziehbar. Wer das Spektakel in den vergangenen Jahren besucht hat, der hat eine grobe Vorstellung davon, welchen körperlichen und geistigen Kraftakt das Organisationsteam und die Helfer Jahr für Jahr leisten mussten. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis bei dem ein oder anderen die Luft raus war. Ein Jahr schöpferische Pause wird dem Festival guttun. Endlich haben die Verantwortlichen Zeit zum Durchschnaufen, Zeit, um neue Ideen zu sammeln und das ein oder andere auf den Prüfstand zu stellen. Diese Chance hatten sie zuletzt nicht, denn es hieß: Nach La Strada ist vor La Strada – and the Show must go on. Muss sie nicht. Es geht auch anders. Vielleicht kommen die Verantwortlichen von Stadt, Kir und Agentur Zweifellos.net am Ende ihres Gesprächs zu dem Ergebnis, dass ein Fest dieser Größe dauerhaft nur im Zwei-Jahres-Rhythmus zu leisten ist. Das würde die menschlichen Ressourcen schonen und könnte zudem den ein oder anderen Sponsor dazu bringen, tiefer in die Tasche zu greifen.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
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