Verwaiste Orte: Der Schießstand im Ahlsdorfer Forst

„Komplett ausgebremst“

Nur Jäger mir Jagdschein wie hier Andru00e9 Boller dürfen derzeit den Schießstand zum Üben nutzen.
 ©Foto: Judith Tausendfreund

Unter dem Titel „Verwaiste Orte“ stellen wir regelmäßig beliebte Rotenburger Einrichtungen und Treffpunkte vor, die in diesen Tagen coronabedingt weitgehend menschenleer sind. Für den sechsten Teil haben wir uns auf dem Schießstand umgesehen.

Von Judith Tausendfreund

Rotenburg. Seit 45 Jahren gibt es den Schießsportverein von 1976. Seit gut 16 Jahren nutzen die Vereinsmitglieder den Schießstand am Ahlsdorfer Forst, der sich im Eigentum der Rotenburger Jägerschaft befindet. Damals hatte die Bundeswehr die Nutzung des Kasernenschießstandes aufgegeben, die Sportschützen fanden aber dort eine neue Heimat.

Doch momentan herrscht zumindest vonseiten der Vereinsmitglieder keinerlei Betrieb. „Nur Jäger mit einem Jagdschein dürfen aktuell den Schießstand nutzen“, erklärt Stefan Marczak, erster Vorsitzender des Vereins. Die Vorgaben kommen vom Landkreis, auch vom Gesundheitsamt. „Unsere Mitglieder sind im Durchschnitt zwischen 60 und 80 Jahre jung, das Risiko, an Corona zu erkranken, ist eben genau für diese Altersgruppe besonders hoch“, erklärt Marczak.

Ein einziges Mal gab es in 2020 die Möglichkeit, für alle Vereinsmitglieder zur Waffe zu greifen, „aber die meisten haben sich nicht getraut, zu kommen“, führt er aus. Das sei natürlich nachvollziehbar.

In anderen Jahren hätte der Verein eine Meisterschaft organisiert, ein großes Sommerfest wäre gefeiert worden. Es hätte Meisterschaften in verschiedenen Disziplinen, zum Beispiel dem Perkussionsrevolver, dem Perkussionsgewehr und dem Ordonnanzgewehr gegeben. „Wir haben ja vor allem auch historische Gewehre, mit denen wir schießen“, so Marczak.

Jeden zweiten Samstag wäre Schießtraining, „doch jetzt läuft nichts“. Auch in diesem Jahr wird es wohl kaum einen Schießbetrieb geben, zumindest ist das momentan nicht absehbar. Der Verein freut sich trotz der mauen Zeit über die konstante Mitgliederzahl von 35 Schützen.

Mehr Mitglieder können es auch gar nicht werden, da der Schießstand eine begrenzte Kapazität hat. „Es können maximal sechs Personen gleichzeitig schießen“, so der Vorsitzende. „Aber wir sind jetzt komplett ausgebremst, auch die Jahreshauptversammlung hat noch nicht stattfinden können.“

Marczak hofft auf die Impfung, dann könnte es wohl wieder weitergehen. Aktuell wird der Schießstand renoviert, ein Wasserschaden ist aufgetreten – die Reparaturarbeiten übernimmt die Jägerschaft organisiert, die Besitzerin des Stands ist. „Wir wollten eigentlich in diesem Monat einen Arbeitseinsatz organisieren, um einiges zu streichen und aufzuräumen, aber wir müssen diese Sachen einfach noch weiter aufschieben“, so Marczak. „Es bleibt uns nichts anderes übrig, als zu warten und die Vereinskameraden zu vertrösten“, sagt er.

28.02.2021

Landpark Lauenbrück

12.02.2021

Winterlandschaft in Rotenburg

22.12.2020

Weihnachtsbilder

29.10.2020

Herbstfotos der Leser