Vertrag unterzeichnet: Schwestern eröffnen Unverpackt-Laden - Von Dennis Bartz

Lose Zukunft

Zuerst greift Anja Doil (links) zum Kugelschreiber, dann ihre Zwillingsschwester Antje. Im April 2020 wollen sie ihren Unverpackt-Laden in Rotenburg eröffnen.
 ©Foto: Dennis Bartz

Rotenburg. Vor einer Woche lag er in der Post: der unterschriftsreife Vertrag, der die Zwillingsschwestern Anja und Antje Doil aus Rotenburg ihrem Traum ein großes Stück näher bringt. Ende Juni hatten die beiden 40-Jährigen in der Rundschau von ihrem Wunsch berichtet, in der Rotenburger Fußgängerzone einen Unverpackt-Laden zu eröffnen. Damals standen sie noch ganz am Anfang. Doch nun wird aus der fixen Idee ein konkretes Projekt. Denn die Doil-Schwestern, Agraringenieurin Antje und Lehrerin Anja, haben den perfekten Laden für sich gefunden: „Wir ziehen in die ehemaligen Räume der Parfümerie Schuback am Neuen Markt“, verraten die Schwestern.

Seit der vergangenen Veröffentlichung hat sich viel getan: „Die Resonanz auf den Artikel war überwältigend. Viele Menschen haben sich bei uns gemeldet und gesagt, wie toll sie die Idee finden. Andere haben uns Unterstützung angeboten und wollen im Laden aushelfen, wenn Not am Mann ist. Wir haben auch schon eine Bewerbung vorliegen. Es hat sich ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt. Die Menschen, nicht nur aus Rotenburg, wollen daran teilhaben und sind wie wir gespannt darauf, wie es weitergeht“, sagt Antje Doil.

Unter der Vielzahl an E-Mails und Anrufen waren auch die Angebote für zwei potenzielle Ladengeschäfte. „Doch zunächst war nicht das Passende für uns dabei“, berichtet Anja Doil.

Beim dritten Angebot war dann alles anders: Als die Schwestern die leer stehenden Räume der Parfümerie Schuback begutachteten, hatten sie sofort ein gutes Gefühl: „Wir haben gemerkt, dass der Geschäftsführer von Schuback, Christian Wagner, von unserem Konzept überzeugt ist. Wir hatten tolle Gespräche mit ihm. Er hat uns bereits ein paar wertvolle Tipps gegeben und wird auch weiterhin ein offenes Ohr für uns haben.“

Der Mietvertrag ist auf den 1. Februar 2020 ausgestellt, denn zuvor zieht dort übergangsweise der Optiker Fielmann ein. „Ideal für uns. Wir haben bis dahin genug Zeit, um alles in Ruhe vorzubereiten“, sagt Antje Doil, der die Vorfreude anzumerken ist. „Wir können das noch gar nicht glauben. Am liebsten würden wir sofort loslegen.“

Bis zur Eröffnung gibt es aber viel zu tun: Der Businessplan muss vollendet werden und danach zur Bank, das Konzept bekommt den letzten Feinschliff, und die beiden Schwestern führen Gespräche mit zahlreichen Händlern. „Auch regionale Anbieter haben sich bei uns gemeldet, darunter beispielsweise ein Imker sowie Produzenten von Bienenwachstüchern und Obstnetzen – darüber freuen wir uns ganz besonders. Wir hoffen, dass noch einige folgen werden“, berichtet Anja Doil.

Etwa 100 Quadratmeter Verkaufsfläche stehen den beiden Schwestern zur Verfügung, dazu ein geräumiges Lager und Büroräume. Genug Platz, um alles genau so umzusetzen, wie sie sich das bereits bei der ersten Planung vorgestellt haben: „Wir werden auch ein Café einrichten, als eine Art Begegnungsstätte“, gibt Antje Doil Einblick in die Pläne.

Ein Ladenbauer soll dabei helfen, die Räume optimal zu nutzen. „Wir wollen es von Anfang professionell umsetzen – mit viel Holz und in hellen Farben gehalten, das passt zu uns und zu unserem Ladenkonzept.“

Und das soll möglichst die breite Masse ansprechen: „Unser Unverpackt-Laden soll etwas für Jedermann sein, der auf Plastik verzichten und damit der Umwelt und seiner Gesundheit etwas Gutes tun will“, betonen die Schwestern. Auch eine Internetseite und der Facebook-Auftritt sind bereits im Aufbau: „Wir haben Ideen dafür entwickelt und erste Entwürfe erstellt. Rechtzeitig vor der Eröffnung geht das online“, kündigen die Schwestern an.

Priorität haben in diesen Wochen jedoch andere Dinge: Verhandlungen mit weiteren Anbietern, der notwendige Nutzungsänderungsantrag bei der Stadt, Architekten- und Bankgespräche sowie der Abschluss von Versicherungen. „Da kommen noch einige Dinge auf uns zu. Immerhin hat die Lebensmittelaufsicht des Veterinäramts die Räume schon besichtigt und keine Bedenken geäußert“, betont Antje Doil.

Ihre eigenen Bedenken haben die Zwillingsschwestern längst abgelegt. „Zuerst hatten wir schon ein wenig Sorge, wie das Konzept bei den Kunden ankommt. Aber nun wird es für uns immer greifbarer, und der Zuspruch hilft uns sehr“, erklären sie.

Höchste Zeit also, um den Vertrag zu unterschreiben und damit alles klar zu machen. Zuerst greift Anja Doil zum Kugelschreiber, dann reicht sie ihn an ihre Schwester weiter. Sekunden später ist es geschafft. „Jetzt gibt es für uns kein Zurück mehr – der Unverpackt-Laden in Rotenburg wird kommen“, sagt Antje Doil stolz. Die Rundschau wird die beiden Schwestern auf ihrem weiteren Weg bis zur Eröffnung begleiten.

• Wer Kontakt zu Antje und Anja Doil aufnehmen möchte, meldet sich telefonisch unter 01577/3230778 oder 01522/6909981, per E-Mail an unverpackt-rotenburg@posteo.de.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
 04261 / 72 -430
 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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