Unverpackt-Laden „Stück vom Glück“ eröffnet / Café folgt bald

Es rieselt ins Glas

Die Zwillingsschwestern Antje (links) und Anja Doil freuen sich über den gelungenen Start.
 ©Foto: Dennis Bartz

Rotenburg (db). Der Start ist geglückt. Vor vier Wochen eröffnete der Unverpackt-Laden „Stück vom Glück“ in der Rotenburger Fußgängerzone. Anja und Antje Doil verzichten in ihrem Geschäft auf Plastikverpackungen aller Art – und das kommt bei den Kunden gut an. Sie nehmen sogar längere Fahrten in Kauf, um ihren Wocheneinkauf dort zu erledigen. „Wir kommen mit vielen Menschen ins Gespräch und erhalten tolle Rückmeldungen“, sagen die Zwillingsschwestern.

Die beiden Rotenburgerinnen erweitern ständig ihr Produktangebot, um möglichst alle Kundenwünsche zu erfüllen. „Wir haben dafür eine Liste ausgehängt, in die Kunden eintragen, was ihnen noch fehlt“, erklärt Anja Doil. Sie und ihre Schwester beziehen ihre Waren am liebsten von Anbietern aus der Region: Neu sind beispielsweise Öle von der Ölmühle in Scheeßel sowie Frischkäse und Joghurt von Böhlings Hofkäserei in Borchel.

Für die meisten Kunden steht der Wunsch, auf Plastik zu verzichten, im Vordergrund. Aber es gibt weitere gute Gründe für den Einkauf bei den Doil-Schwestern: So haben fast alle Produkte Bioqualität. Die Kunden finden es toll, dass sie die meisten Waren auch in kleinen Mengen erhalten – sie bekommen genau so viel, wie sie brauchen. Antje und Anja Doil sorgen mit ihrer ruhigen Art außerdem für einen entspannten Einkauf.

Die ersten Stammkunden nutzen bereits das attraktive Mitgliedskonzept. Erwachsene zahlen pro Haushalt ein einmaliges zinsloses Darlehen in Höhe von 50 Euro sowie je zwölf Euro monatlich. „Sie erhalten dafür bei jedem Einkauf einen Rabatt von bis zu 20 Prozent. Jedes Produkt ist mit dem normalen und dem reduzierten Preis für Mitglieder ausgezeichnet. Das Darlehen erhalten sie in voller Höhe nach Beendigung der Mitgliedschaft zurück“, erklären die Schwestern.

So funktioniert der Einkauf im „Stück vom Glück“: Kunden bringen ihre Gefäße von zu Hause mit. Das können Tupperdosen sein, Beutel, Glasbehälter oder auch ausgediente Haferflocken-Tüten. Es ist zudem möglich, Gläser, Beutel und Baumwoll-Säckchen im Unverpackt-Laden zu kaufen. Außerdem gibt es Gläser kostenlos zum Mitnehmen. „Wir spülen diese vorher aus“, erklärt Antje Doil.

Im ersten Schritt legen die Kunden ihre Behälter auf eine Waage und notieren das Ausgangsgewicht. Danach kann der Einkauf starten. Die Kunden füllen hinein, was sie brauchen. Sie gehen anschließend zur Kasse, wo die Behälter noch einmal gewogen werden, um den Preis zu ermitteln.

Lose Lebensmittel befinden sich in sogenannten Bins und rieseln direkt ins Gefäß des Kunden. Was nicht „rieselfähig“ ist, befindet sich in Behältern, die durch einen Spuckschutz vor der Verunreinigung mit Tröpfchen geschützt sind. Durch Abfüllhilfen wie Schaufeln, Handschuhe, Zangen und Trichter kommen Lebensmittel zudem nicht in Kontakt mit den bloßen Händen. Im „Stück vom Glück – Unverpackt einkaufen in Rotenburg“ gibt es ständig Neues zu entdecken. Das Produktangebot reicht von Lebensmitteln bis zu Drogerieartikeln, in Kürze folgen Obst und Gemüse. „Wir freuen uns darauf, Ende Juni das Café zu eröffnen“, sagt Antje Doil.

• Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, sowie samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt es unter www.facebook.com/unverpacktrotenburg.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
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 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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