Stipendien sollen Medizinstudenten Anreiz bieten - Von Sünje Loës

Landärzte fehlen

Vielen Allgemeinmedizinern fällt es heute schwer, einen Nachfolger für ihre Praxis zu finden.
 ©Foto: Sünje Lou00ebs

Rotenburg. Dass der Ärztemangel den ländlichen Gemeinden und ihren Bewohnern schon heute zu schaffen macht, ist kein Geheimnis. Genauso wenig wie die Tatsache, dass sich der Mangel in den nächsten Jahren noch drastisch verschärfen wird. Viele Ärzte arbeiten bereits heute noch über ihr Pensionsalter hinaus, weil sie keine Nachfolger für ihre Praxen finden.

Auf der Suche nach den Ursachen dieser Entwicklung wird viel über die Nachteile des Lebens als Landarztes geschrieben und diskutiert. Die Vorteile drohen dabei jedoch viel zu kurz zu kommen und somit noch weiter aus dem Bewusstsein potentieller Landärzte verschwunden, glaubt die Ärzteschaft im Landkreis Rotenburg und kämpft gegen diese Entwicklung.

So hatten Studierende die Gelegenheit, im Zuge der „Landpartie Zeven“ ein Blockpraktikum im Bereich der Allgemeinmedizin zu absolvieren und so die vielfältigen Herausforderungen und Chancen vor Ort zu erleben. Verbunden war das Programm mit der Hoffnung, dass der eine oder andere am Ende vielleicht Lust bekommt, als Landarzt zukünftig die medizinische Versorgung auf dem Lande mitzugestalten. Nun möchte der Landkreis noch einen Schritt weitergehen und installiert zeitnah ein Stipendium für Studierende der Medizin. Insgesamt sechs Studenten sollen die Gelegenheit erhalten, dank der Förderung konzentriert und ohne zusätzliche Arbeitsbelastung zu studieren. Voraussetzung für den Erhalt der monatlich maximal 500 Euro ist demnach eine anschließende Facharztweiterbildung, bevorzugt im Landkreis Rotenburg.

Außerdem sind die Stipendiaten verpflichtet, nach Abschluss ihrer Facharztausbildung fünf Jahre im Landkreis als Arzt oder Ärztin tätig zu sein. Dabei muss mindestens eine 75-Prozent-Stelle ausgefüllt werden. Sollten die erforderlichen Leistungen nicht erbracht werden, müssten die Stipendiaten die erhaltenen Gelder ganz oder teilweise zurückerstatten.

„Die genauen Richtlinien sollen die Effizienz des Stipendiatenprogrammes sicherstellen“, so Kreistagsmitglied Ursula Hoppe (CDU). Durch die Option die zu erbringende Arbeitsleistung durch Teilzeit einfach über einen längeren Zeitraum zu strecken, sieht sie auch für Absolventinnen in der Familienplanungsphase keine Probleme aufkommen, ihre Pflichten zu erfüllen.

Ob die angehenden Mediziner das auch so sehen, wird sich zeigen. In der Medizin gibt es heute mehr Studentinnen als Studenten, und dank der langen Ausbildung fällt der Beginn der Tätigkeit als Facharzt oder Allgemeinmediziner in aller Regel in die Phase, in der das Thema Familienplanung besonderes Gewicht bekommt.

„Sollten sich da Probleme ergeben, so will die Politik im Zuge der Evaluation nach drei Jahren nachjustieren“, so Hoppe. Von Seiten der Krankenkassen stehe Teilzeitpraxen und Jobsharing jedenfalls nichts im Wege, würden doch mittlerweile Möglichkeiten geschaffen, Sitze zu teilen oder auch in Bestandspraxen im Rahmen eines Jobsharings einzusteigen. Auch die Ärztekammer empfahl Gemeinschaftspraxen und Teilzeitstellen schon 2012, Anreize für junge Ärzte zu schaffen, um aufs Land zu gehen.

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