Stadtschüler nehmen am „Seilspring-Projekt“ teil

Mehr Bewegung im Alltag

Trainer Benjamin Huhlburg von der Deutschen Herzstiftung leitet die Schüler an. Foto: Bartz
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Rotenburg – Schon vor Beginn der Pandemie hat die Deutsche Herzstiftung festgestellt, dass der natürliche Bewegungsdrang der Kinder nicht mehr selbstverständlich in deren Tagesablauf gefördert wird. Statt Seilspringen, Springen oder Ballspielen sind oft Computer oder Fernseher interessanter. Die Folge: „Weltweit ist bereits mehr als jedes fünfte Schulkind übergewichtig“, so die Stiftung, die das „Seilspring-Projekt“ ins Leben gerufen hat. Daran haben sich in diesem Jahr auch zwei dritte Klassen der Rotenburger Stadtschule mit 35 Schülern beteiligt.

Das „Rope Skipping“ ist die sportliche Form des Seilspringens, in das die Schüler im Laufe des Projekts einen Einblick erhalten. „Als zertifizierte sportfreundliche Schule legen wir besonderen Wert auf Bewegung“, erklärt Konrektorin Sandra Maskus, die das Projekt leitet. Die Stadtschule ist zum zweiten Mal dabei. Ziel des Ganzen sei es, die Kinder für mehr Aktivität in ihrem Alltag zu motivieren. „Sie lernen unterschiedliche Sportarten kennen und entwickeln Freude daran.“

Ein Beispiel ist besagtes Seilspringen. Maskus hat festgestellt, dass einige Kinder das vorher nicht kannten – und entsprechend zögerlicher waren als ihre Klassenkameraden. Mit dem Präventionsprojekt „Skipping Hearts“ sollen motorische Grundfähigkeiten wie Ausdauer und Koordination geschult und verbessert werden, so die Stiftung. Außerdem erfordert das Seilspringen auch mal Teamarbeit, denn „Rope Skipping“ kann auch zu zweit oder in Gruppen durchgeführt werden. Körperlich, aber auch sozial schwächere Kinder werden integriert und mitgezogen. Die Erfolgserlebnisse sollen wiederum die Freude an der Bewegung fördern. „Das steigert die Motivation.“

Unter normalen Umständen würde der Workshop mit einer Präsentation für die gesamte Schülerschaft abschließen. Da das aufgrund der aktuellen Hygienevorschriften nicht möglich ist, gab es eine interne Abschlussrunde in der Sporthalle.

Gerade durch die Pandemie ist der Bereich der Sportangebote viel zu kurz gekommen. Über viele Monate hinweg konnten die Kinder keinen Schulsport ausüben, und als es wieder losgehen durfte, nur unter erschwerten Bedingungen. Hinzu kam die monatelange Schließung der Vereine, sodass auch dort kein Sport stattfinden konnte. Ohnehin sind weniger Kinder als früher in Sportvereinen aktiv, was eine Umfrage der Schule unter den Eltern ergeben hatte. „Wir wünschen uns, dass sich jedes Kind sportlich betätigt“, erklärt Maskus. Durch das Projekt ist es auch möglich, Alternativen zu den Standardsportarten wie Fußball kennenzulernen.

Die Bewegung wird merklich weniger, fällt Maskus auf. Das Thema kommt im privaten Kontext zu kurz, Schule kann nicht alles auffangen. Deswegen hatte die Konrektorin befürchtet, dass mit den steigenden Coronazahlen auch der Schulsport wieder gestrichen wird oder nur noch mit Masken stattfinden darf. Aber dann hätte die Schule ihn aus den Stundenplan genommen. „Das wäre nicht realisierbar“, sagt Maskus. Bislang dürfen sie aber weitermachen. „Ganz schlimm“ sei auch, wie wenig Kinder richtig schwimmen können. Grundsätzlich sollte kein Nichtschwimmer die Grundschule verlassen – ein Ziel, das zuletzt gar nicht umsetzbar gewesen ist.  acb

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