Stadt Rotenburg pflanzt 14 Blumeneschen in der Bahnhofstraße

Allee hinters Tor

Hinter dem Tor soll eine Allee mit blühenden Bäumen wachsen.
 ©Foto: Judith Tausendfreund

Rotenburg (jt). Die Rotenburger Stadtverwaltung beginnt am Montag damit, einige Bäume zwischen der Bahnhofstraße und dem Rathaus in Rotenburg zu entfernen. „Die Maßnahme ist umfangreich, wir werden auch die Straße sperren müssen“, kündigte Nicole Austel, Baumexpertin der Stadtverwaltung an.

Zusätzlich zu den Fällungen müssten die Baumstümpfe entfernt werden. Anschließend will die Verwaltung direkt das Substrat für neue Bäume vorbereiten. Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Weber hatte Austel am Donnerstag zu einem Pressegespräch eingeladen, um den Hintergrund der Aktion zu erläutern. „Einige der Bäume sind vertrocknet“, so die Fachfrau. Leider habe man zu dem Zeitpunkt, als die Bäume gepflanzt wurden, eine Art gewählt, die nur 30 Jahre alt werde. „Wir haben Pilzbefall und die Bäume gehen ein, obwohl sie ausreichend mit Wasser versorgt sind“, so Austel weiter. Das Wurzelwerk passe nicht in die urbane Umgebung, die Pflanzen kümmerten deshalb vor sich hin.

Heute sei bekannt, dass die viel zu kleinen Pflanzgruben das größte Problem der Bäume seien, die in der Stadt leben. „Die haben richtig Stress, und das macht sich dann am gesamten Erscheinungsbild bemerkbar“, führte sie aus.

„Schon als ich meine Arbeit als Bürgermeister begann, haben wir einen Arbeitskreis Bäume gegründet“, erinnerte Weber. Man habe früher den Fehler begangen, Bäume erster Ordnung in der Stadt anzupflanzen. „Da muss man künftig sehr genau hinsehen“, denn immer wieder werde festgestellt, dass nicht alle Bäume sich in der städtischen Umgebung gut einfügen.

Robinien etwa würden in einen Wald und nicht an den Straßenrand gehören. Auch mit Linden habe man schon oft Probleme gehabt, führte Weber einige Beispiele aus. Manche Bäume heben mit ihren Wurzeln die Asphaltdecke an – das bedeute in der Regel das Ende der Barrierefreiheit. Andere verlieren Blütenstaub, die sich bei Regen zu einem schmierseifenähnlichen Straßenbelag entwickeln, fatale Verkehrsunfälle seien die mögliche Folge. „Wir brauchen Stadtbäume, die gut für die Umwelt sind und viel Sauerstoff abgeben – das gibt dann ein gutes Bild ab“, so Weber. Insgesamt kümmert sich die Verwaltung um 16.000 Bäume im Stadtgebiet und den umliegenden Dörfern. „Wir führen ein Baumkataster, gemeinsam mit der Baumpflege ist das ein erheblicher Kostenpunkt“, so die beiden.

Insgesamt drei Baumkontrolleure sind unterwegs, um die Standortsicherheit der Bäume stets im Blick zu halten. Als ein Erfolgsprojekt benannte Weber das „Köpfen“ der Linden in der Bahnhofstraße: „Vor einigen Jahren mussten wir diese Pflegemaßnahme durchführen, jetzt sind die Bäume sehr schön gewachsen und ein Habitat für den Waldkauz und Specht.“

Die jetzt geplanten Veränderungen sollen ein neues Erfolgsprojekt werden. Geplant sind 14 neue Bäume, „wir werden die Blumenesche anpflanzen“, so Austel. Der Baum entwickelt cremeweiße Blüten, auch die Wildbienen sollen sich darüber freuen können.

Neben den optischen Vorteilen riechen diese Bäume laut Austel süß, zudem seien sie als „Klimawandelgehölz“ geeignet und können die klimatischen Veränderungen der vergangenen Jahre gut vertragen. Die neuen Bäume sind schmal, es ist eine langsam wachsende Sorte, die etwa zehn Meter hoch wird.

Die gesamte Maßnahme wird 20.000 Euro kosten, finanzieren kann die Verwaltung die Arbeiten durch eine Ausgleichsmaßnahme. Denn für den Neubau des Logistikcenters von Thyssen-Krupp musste der Generalunternehmer „Johannes Bau“ einige Linden fällen lassen, und dieser Hintergrund ermöglicht nun die Neuanpflanzung. „Wer in Zukunft vom Bahnhof aus durch das Rotenburger Tor kommt, der wird eine schöne Allee erleben“, schwärmt Weber schon jetzt. Mit der Maßnahme werde der Weg in Richtung Rotenburger Innenstadt deutlich attraktiver gestaltet.

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