Stadt Rotenburg erhält 3,4 beim ADFC-Fahrradklimatest

„Quantensprung möglich“

Die Teilnehmer der Umfrage bewerteten das Fahrradklima in 2016 mit der Note 3,0 u2013 im vergangenen Jahr genau wie in 2012 und 2014 mit 3,4. Foto: Dennis Bartz
 ©

Rotenburg. Das Urteil ist hart: Eine „starke Verschlechterung“ im Vergleich zu 2016 attestiert der ADFC im Fahrradklimatest der Stadt Rotenburg. Die Kommune, die sich noch vor zwei Jahren um 0,4 Noten auf einen Schnitt von 3,0 verbessert hatte und damit als Newcomer gefeiert wurde, sackte um denselben Wert ab. Die Teilnehmer bewerteten das Fahrradklima in Rotenburg insgesamt etwas schlechter, wie zuvor 2012 und 2012 nur noch mir 3,4. Von Katerstimmung ist trotzdem keine Spur. „Ich bin rundherum zufrieden mit dem Ergebnis“, ließ beispielsweise Rotenburgs ADFC-Vorsitzender Manfred Petersen aus dem Urlaub ausrichten.

Denn Rotenburg schneidet imVergleich zu vergleichbaren Kommunen weiterhin sehr gut ab und belegt Platz 27 von 311 in der Klasse der Städte mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern, sogar Platz drei in Niedersachsen. Besonders positiv bewertet haben die Teilnehmer die Werbung für das Radfahren, die Fahrradförderung und die Medienberichte, als Kritikpunkte bemängelten sie die häufigen Fahrraddiebstähle, die mangelnde Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln und das fehlende Angebot an Leihfahrrädern. „In einer Stadt wie Rotenburg gibt es den Bedarf dafür in meinen Augen auch nicht“, so Andrea Rieß vom Umweltschutzbüro der Stadt Rotenburg. Von 3,0 runter auf 3,4 – also waren alle Bemühungen der vergangenen Jahre, der Ausbau der Radwege, die Errichtung von Fahrradstraßen und die Teilnahme am Stadtradeln umsonst? Bürgermeister Andreas Weber widerspricht und glaubt die Gründe für die schlechtere Bewertung zu kennen: „Der ADFC hat festgestellt, dass die Bewertungen bundesweit etwas negativer ausfallen. Die Erwartungen der Radfahrer sind gewachsen, weil wir das Thema wegen der angestrebten Verkehrswende intensiv bewerben. Deswegen haben wir mit diesem Ergebnis gerechnet.“

Der Platz unter den Top drei in Niedersachsen sei trotzdem einerseits Grund zur Freude, andererseits Verpflichtung, weiter daran zu arbeiten. „Wir sehen, dass es in Rotenburg ein sehr großes Interesse am Fahrradfahren gibt“, so Weber, der die weiteren positiven Aspekte der Bewertung hervorhebt: Die Infrastruktur sei demnach positiv bewertet worden, der Zugang zur Innenstadt und die Fahrradförderung im Allgemeinen.

Ein besonderes Augenmerk will er aber auf die Themen richten, die schlechter bewertet worden sind. „Das betrifft vor allem das Fahren im Mischverkehr, Konflikte mit Fußgängern und mit Kraftfahrzeugen. Wir müssen in Zukunft noch mehr darauf achten, dass im Bereich der Fußgängerzone von 10 bis19 Uhr keine Fahrräder mehr unterwegs sind. In der Goethestraße gibt es zudem viele Probleme mit Autofahrern, weil der Fahrradstreifen sehr schmal ist und direkt an den parkenen Autos vorbeiführt. Auch in Baustellen-Bereichen gibt es oft Schwierigkeiten.“

Laut Weber sei ein echter „Quantensprung“ in der Bewertung möglich, wenn der Ausbau der Harburger Straße realisiert wird. „Das hängt leider noch daran, dass offensichtlich nicht genügend Planungskapazitäten im niedersächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Verden ist – die Mittel dafür sind vorhanden“, so Weber. Auch die verbesserte Schaltung von Ampeln könne das Fahrradklima in der Stadt verbessern. „Mit zwei Kreiseln am Neuen Markt und am Wümmepark verschwinden mit der Ausbau der Harburger Straße zudem zwei Ampeln. Auch das wird das Fahrradfahren erleichtern.“

Weber möchte den Komfort für Fahrradfahrer insgesamt weiter verbessern: „Wir brauchen in einigen Bereichen breitere Fahrradwege und einen besseren Untergrund.“

Andreas Rieß vom Umweltschutzbüro ist mit dem Ergebnis des Fahrradklimatests ebenfalls zufrieden, wünscht sich für die nächste Umfrage in 2020 aber mehr Teilnehmer. Denn zuletzt seien die Zahlen leicht rückläufig gewesen. Demnach waren es bei der Premiere 2012 zwar nur 83 Bürger, die den Fragebogen ausgefüllt hatten, 2014 aber bereits 194. Noch 170 waren es in 2016, 2018 nur noch 166. Weitere Informationen zu der Aktion gibt es auf www.stadtradeln.de.

12.04.2019

Geflügelmarkt Fintel

09.04.2019

Scheherazades Rache

05.04.2019

Zirkus in Brockel

05.04.2019

30 Jahre Kanal 11