Stadt prüft Brücken und stellt Masterplan für zehn Jahre auf

Es knackt im Gebälk

Ernst, aber nicht hoffnungslos: Die Brücke am Ententeich ist reparaturbedürftig, die Substanz ist aber noch in Ordnung.
 ©Foto: Dennis Bartz

Rotenburg (db). Bauingenieurin Beate Behrens vom Tiefbauamt der Stadt Rotenburg hat in diesen Wochen alle Hände voll zu tun: Im Rahmen der „großen Prüfung“, die alle sechs Jahre fällig ist, muss sie die Bausubstanz der insgesamt 25 Brücken Rotenburgs, 17 im Stadtgebiet, jeweils drei in Mulmshorn und Unterstedt sowie zwei in Waffensen begutachten. Dabei kam heraus, dass bei zwei von ihnen die Statik mangelhaft ist.

„Die Brücken führen über die Flüsse Wümme, Rodau und Wiedau, über Straßen, Bahnlinie und und Gräben“, sagt Bürgermeister Andreas Weber und erklärt das Prozedere: „Wir prüfen Statik, Oberfläche und Geländer, dazu machen wir einige Probebohrungen ins Holz, um Schäden festzustellen. Aber auch das direkte Umfeld sehen wir uns genau an, denn es ist möglich, dass die Brückenköpfe unterspült sind.“

Noch müssen zwar einige jüngere und robustere Stahlbetonbrücken untersucht werden, die Zwischenbilanz zwingt die Stadt jedoch bereits zum Handeln. Ein beauftragtes Fachunternehmen kommt im Gutachten zum Schluss, dass zwei Brücken gesperrt werden müssen. Das betrifft die Brücke hinter dem Ronolulu (Baujahr 1979), die über die Wümme führt, und die Brücke an den Wiedauwiesen (1974) hinter den Rotenburger Werken. „Es gibt dort Verwitterungen am Brückenkopf. Deswegen mussten wir aktiv werden. Es handelt sich um die ältesten Brücken Rotenburgs“, so Weber.

Bauingenieurin Behrens hat eine Spezialfirma damit beauftragt, die Sicherheit zunächst provisorisch wieder herzustellen, damit sie wieder nutzbar sind. „Die Arbeiten werden in etwa drei Monaten abgeschlossen sein. Im kommenden Jahr wollen wir sie erneuern.“

Es gibt zudem Reparaturbedarf an einigen Brücken, deren Substanz aber insgesamt noch gut ist: Die Brücke in der Ochsenweide zwischen IGS, Ratsgymnasium und dem Sportplatz, über den Mühlenstreek hinter dem Wachtelhof, an der Nödenstraße beim Ententeich und an der Rodau auf Höhe des Dr.-Walter-Mecke-Damms.

„Die Reparaturen werden in den nächsten drei Monaten vom Bauhof in Eigenleistung erledigt. Dabei kann es kurzzeitig zu Sperrungen kommen“, so Weber. Insgesamt 50.000 Euro stehen für dieses Jahr im Haushalt der Stadt Rotenburg zur Verfügung.

Weber weist zudem darauf hin, dass die Brücke am Krummen Weg in Mulmshorn nur noch mit Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen überfahren werden kann. „Das ist problematisch für die Landwirte, weil die nun eine Umleitung über die Bundesstraße fahren müssen.“

Um langfristig auf notwendige Arbeiten vorbereitet zu sein, erstellt Behrens einen „Masterplan für Brücken“. „Dieser hat dann eine Laufzeit von zehn Jahren“, so die Bauingenieurin.

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Dennis Bartz Dennis Bartz
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