Serie „Verwaiste Orte“: Weder Training noch Pflichtspiele

Im Abseits

DieTribünen sind verwaist.
 ©Foto: Judith Tausendfreund

Unter dem Titel „Verwaiste Orte“ stellen wir regelmäßig beliebte Einrichtungen und Treffpunkte vor, die in diesen Tagen coronabedingt weitgehend menschenleer sind. Dieses Mal haben wir uns auf der Sportanlage in der Ahe umgesehen.

Rotenburg (jt). Der Spielbetrieb ruht, die Saison ist abgebrochen. Der Sportplatz in der Ahe wirkt in diesen Wochen verwaist. Fußball ist ein Mannschaftssport, und in Anbetracht der aktuellen Inzidenzzahlen ist an ein reguläres Training nicht zu denken. Das weiß auch Thorsten Nitz, zweiter Vorsitzender des Rotenburger Sportvereins (RSV). „Zum Glück geht es uns als Verein trotz allem ganz gut“, berichtet er. Die Sponsoren würden dem Verein treu bleiben, „sie halten zu uns, wir haben keine finanziellen Sorgen“, so Nitz.

Aber natürlich seien die aktiven und auch die passiven Mitglieder zum Stillstand verdammt – ein Zustand, der nicht schön ist, „aber auch kein Drama“, betont der Vorsitzende. Schließlich handele es sich um Freizeitfußball. Alle Vereinsmitglieder, alle Mannschaften, müssen die Füße still halten, die Regeln sind dabei für alle gleich. „Es gibt allerdings eine Ausnahme: Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre dürfen jetzt wieder trainieren, allerdings nur in ganz kleinen Gruppen und ohne Kontakt“, führt er weiter aus.

Nitz ist aktiv bei den „Alten Herren“ und sagt: „Auch mir fehlt der Sport, klar.“ Zwar spiele er nicht mehr wettkampforientiert, dennoch gehe es ihm wie allen anderen auch – das Training fehlt. Alle gemeinsam und doch jeder für sich gibt sein Bestes, um fit zu bleiben – also wird gejoggt und Fahrrad gefahren. „Auch die soziale Komponente fehlt, bedauert der zweite Vorsitzende. Im Normalfall würden sich die Teams zwei oder dreimal die Woche sehen und dabei ein wenig den Abstand von Job, Alltag und auch mal der Familie genießen. Allerdings, auch das betont Nitz, weder er noch andere Mitglieder des Vereins wollen jammern – die Corona-Lage ist nun mal ernst.

Die Saisonvorbereitung für die kommende Saison läuft, alle haben die Hoffnung, dass irgendwann wieder so etwas wie Alltag möglich ist. Während der Wintermonate hat der Verein die Zeit genutzt und eine neue Internetseite, optimiert für Smartphones, erstellt. „Wir führen auch Gespräche mit den Trainern, viele haben schon ihre Verlängerung zugesichert – insofern warten wir einfach auf grünes Licht“, erklärt Nitz hoffnungsvoll.

Den Kontakt zu den passiven Mitgliedern kann der Verein momentan nicht pflegen, denn viele sind eher der älteren Generation zugehörig. Im Normalfall sind die meisten an den Wochenenden auf dem Platz und begleiten die Spiele. Diese Stimmung als Online-Version zu vermitteln, das fällt schwer. „Wir als Vorstand machen aber schon regelmäßige Online-Meetings“, berichtet er weiter. Ein erster Schritt wäre es jetzt, wieder zu trainieren. Im Weiteren soll dann die neue Saison starten. „Wir stehen als Verein in allen Altersklassen in den Startlöchern“, betont er abschließend.

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