„Schmidt’s Kneipe“ ab sofort mit 2G-Regelung - VON GUIDO MENKER

Checkpoint am Tresen

Jan Maier setzt jetzt auf die 2G-Regelung für das "Schmidtu2019s".
 ©Menker

Rotenburg – Jan Maier hat sich die Entscheidung alles andere als leicht gemacht. Drei bis vier Wochen hat er das Für und Wider miteinander abgewogen. Jetzt steht fest: Die „Schmidt’s Kneipe“ am Grafeler Damm startet mit der 2G-Regelung – Gäste müssen also gegen Corona geimpft sein oder eine Covid-19-Erkrankung hinter sich gebracht haben. Alle anderen bleiben draußen. Nicht zuletzt deshalb diskutiert man auch in Rotenburg über die Ausgrenzung von Menschen, die sich nach wie vor kein Vakzin haben verabreichen lassen.

„Ausgrenzung ist bei dieser Diskussion in der Tat das zentrale Thema, und darüber diskutieren auch Leute, die bereits geimpft sind“, berichtet Jan Maier. Die Reaktionen auf seine Entscheidung seien sehr unterschiedlich ausgefallen. „Der größte Teil hat aber positiv reagiert.“ Sauer seien zum Teil aber auch Getestete, so Maier. Sie fragten beispielsweise, ob denn das Mitarbeiterteam freiwillig durchgeimpft ist. „Ist es“, sagt Maier. „Und die Kollegen selbst haben die Idee, auf das 2G-Modell zu wechseln, von sich aus angesprochen.“

Der junge Wirt, er ist 26 Jahre alt, hat die Entscheidung am Ende natürlich selbst treffen müssen. „Daher war es mir wichtig, mich zuvor umfassend zu informieren.“ Er sei Mitglied im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und habe die Möglichkeiten zur Information genutzt, die den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Maier ist überzeugt: „2G wird sich überall dort durchsetzen, wo es sinnvoll ist – so lange, bis die Pandemie überstanden ist.“

Maier spricht von einer am Ende betriebswirtschaftlichen Frage, die für ihn im Raum stand. Im Januar 2019 hat er die Kneipe übernommen. Nach gut einem Jahr war der Laden zwangsweise dicht – rund ein weiteres Jahr lang ging gar nichts. Seit Mitte Juli kann der Betrieb unter Corona-Bedingungen wieder laufen.

Jetzt allerdings ist er froh, einen deutlichen Schritt in Richtung Normalität machen zu können. Es geht um eine bessere Grundstimmung, also um das, was Kneipe ausmacht, erklärt der junge Mann. „Die Menschen wollen hier ein wenig dem Alltag entfliehen. Und für uns geht es auch darum, Geld zu verdienen.“ Der Pro-Tisch-Umsatz der vergangenen Monate sei deutlich geringer als üblich. „Es kommen nicht so viele Gäste, und die, die zu uns kommen, bleiben nicht so lange.“ Das alles könnte sich nun ändern.

Donnerstags bis samstags immer um 19 Uhr öffnet sich die Tür. Wer hereinkommt, muss sich gleich vorne am Tresen melden. Hier richtet Maier den Checkpoint ein. In diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass Menschen, die sich nicht impfen lassen können, selbstverständlich auch mit einem negativen Testergebnis am Tresen oder an den Tischen Platz nehmen dürfen.

Bis dahin hat Jan Maier – er hat Betriebswirtschaft studiert – noch viel zu tun. Der Kicker-Tisch kommt wieder an seinen angestammten Platz, die Trennwände verschwinden. In diesen Tagen sieht es nach richtig viel Arbeit aus im „Schmidt’s“. Dazu gehört auch Stühlerücken, denn für die Gäste fallen von Donnerstagabend an die letzten Schranken.

Sie können sich frei bewegen und auch wieder deutlich mehr Personen dürfen an einem Tisch sitzen. „Für uns bedeutet das alles eine bessere Planbarkeit“, betont Maier. Denn mit der 2G-Regelung komme er über die ersten Warnstufen hinweg – für den Fall, dass die Inzidenz im Landkreis Rotenburg im Laufe des Herbstes oder Winters wieder deutlich ansteigen sollten. Mit seinem neunköpfigen Team bereitet er sich also auf das nächste Stück Normalität vor. „Dabei kann ich aber wirklich nicht einschätzen, was uns am Donnerstag erwartet. Aber auf jeden Fall freuen wir uns, dass es wieder normal läuft.“

Und das gelte nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Arbeit, die aufgrund der Einschränkungen zuletzt doch erheblich erschwert gewesen sei.

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