Rotenburgs Bürgermeister Oestmann setzt auf mehr Beteiligung Jüngerer

Jugend soll politisch mitsprechen

Die Schüler haben sich mit der Verwaltung und den Vorsitzenden des Jugendausschusses zusammengesetzt und erste Ideen zur Umsetzung einer stärkeren Jugendbeteiligung in der Wümmestadt zusammengetragen. Foto: Beims
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VON ANN-CHRISTIN BEIMS

Rotenburg – Dass es in der Kreisstadt an Angeboten für Jugendliche mangelt, ist bekannt. Daher hat sich Bürgermeister Torsten Oestmann auch eine stärkere Jugendbeteiligung auf die Fahnen geschrieben. Sie sollen im Rahmen der Möglichkeiten mehr als bisher mit einbezogen werden und ihre Umgebung mitgestalten. Aus diesem Grund gab es ein erstes Treffen im Ratssaal, um auszuloten, was sich Jugendliche wünschen und wie man sie sinnvoll in die Prozesse einbinden kann. „Es soll so laufen, wie sich die Jugendlichen das vorstellen“, betont Bürgermeister Torsten Oestmann – im Rahmen dessen, was rechtlich möglich ist. Denn: „Es ist falsch, wenn sich 50- oder 60-Jährige darüber Gedanken machen, was 15- oder 16-Jährige wollen.“

Das Gerüst, das sie bauen wollen, soll die Grundlage für die Arbeit der kommenden Jahre bilden. Über die Schulen hatte Oestmann den Kontakt zu den Jugendlichen gesucht. Denn: Das Video, das er dazu bei Facebook geteilt hatte, brachte ehrlich gesagt weniger Resonanz: „Auf der Plattform sind wir nicht wirklich aktiv“, sagte Charlotte Schippers, und sorgte damit für Heiterkeit in der Runde, der sich auch der Jugendausschuss-Vorsitzende Frank Peters (FDP) und seine Stellvertreterin Manuela Thies (SPD) angeschlossen hatten. Wichtig sei es, dass sich die Jugendlichen mit der Politik vor Ort auseinandersetzen und die Möglichkeit bekommen, eigene Ideen einzubringen.

Dafür bekommen sie ein Rederecht im Jugendausschuss. „Und wir wollen ernst genommen werden“, so Schippers, die gemeinsam mit Imke Stollberg, Kilian Tijink, Julian Klar und Ole Stollberg ins Rathaus gekommen war. Ein Jugendparlament, da sind sich die Fünf einig, möchten sie nicht wählen – sie wollen gemeinsame Entscheidungen treffen. „Jeder soll sich einbringen“, sagte Tijink. Dennoch müssen sie eine Person bestimmen, die als hinzugewähltes Mitglied in den Ausschuss geht. Das ist Vorgabe, so Oestmann – eben das, was rechtlich möglich ist.

Grundsätzlich ist die grobe Idee, dass sich alle zwischen 14 und 21 Jahren einbringen können. Aber: Hat jemand Ideen, Fragen oder Anregungen, wird er nicht abgewiesen, erklärte Schippers. Einen festen Ansprechpartner wünscht sich die Gruppe im Rathaus. Dafür stehen den Jugendlichen jederzeit Oestmann und die Erste Stadträtin Bernadette Nadermann zur Seite.

Fragen diese die Jugendlichen nach ersten Ideen, steht eines ganz oben auf der Liste: mehr Treffpunkte schaffen, Begegnungsorte. „Da sind oft gute Intentionen, aber für uns ist es falsch“, merkte Schippers kritisch an. Jetzt sollen die ersten Ideen aber zunächst vertieft werden. In der Planung ist auch, digitale Plattformen zum Beispiel über Instagram zu schaffen, um so darauf aufmerksam zu machen, dass es mehr Jugendbeteiligung geben soll. Und in regelmäßigen Abständen soll es Gruppentreffen geben.

Der Jugendausschuss steht dem Thema sehr positiv gegenüber, sagte Peters. „Es ist eine positive Entwicklung. Im letzten Wahlkampf hat sich gezeigt, dass die Parteien viele Punkte für mehr Jugendbeteiligung haben und ihnen mehr Möglichkeiten bieten. Wenn das jetzt gelingt, ist das ideal.“ Dem stimmte Nadermann zu: „Sie organisieren sich selbst, stecken den Rahmen ab. Sie entscheiden, was die beste Arbeitsgrundlage ist.“

Jugendbeteiligung

Wer sich ebenfalls engagieren möchte und Fragen, Ideen oder Anregungen hat, meldet sich per E-Mail an jugend.row@gmail.com.

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