Rotenburger CDU-Vorstand will Frank Holle als Bürgermeister - Von Nina Baucke

Mit Anlauf

Eike Holsten (links) und Tilman Purrucker (rechts), Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion, sind davon überzeugt: Frank Holle ist der geeignete Bürgermeisterkandidat. Foto: Nina Baucke
 ©Rotenburger Rundschau

Rotenburg. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und einen Kandidaten gefunden“, sagt Eike Holsten, Vorsitzender der Rotenburger CDU. Nach einjähriger Suche ist für den Vorstand klar: Frank Holle soll nächstes Jahr im November Nachfolger von Bürgermeister Andreas Weber (SPD) werden. „Wir sind glücklich und erleichtert“, betont Holsten. Denn mit Frank Holle habe man jemanden mit fachlichen Qualifikationen gefunden, der darüber hinaus auch eine menschliche Komponente mitbringe.

Er habe mit mehreren Kandidaten gesprochen und einen Fragenkatalog mit 22 Punkten durchgearbeitet – immerhin suche man ja nicht für fünf Jahre, sondern für zehn. „Und da haben wir einen gefunden, dem wir guten Gewissens das Rotenburger Rathaus anvertrauen würden“, ist Holsten zuversichtlich. „Er kommt von außen, aber aus der Nachbarschaft.“
Der Jurist Holle ist derzeit noch Samtgemeindebürgermeister in Tarmstedt, seine zweite Amtszeit allerdings endet 2021, und bereits im Vorfeld hatte er angekündigt, dort nicht erneut zu kandidieren. Einer der Reize, die Rotenburg für ihn hat: Es ist eine weitaus größere Kommune, als Tarmstedt. „Nach 15 Jahren will ich mich nochmal verändern“, sagt Holle. „Eine größere Verwaltung ist eine andere Herausforderung. Und als Kreisstadt ist Rotenburg nicht geeignet für einen Kandidaten, der mal probieren will, ob der Job etwas für ihn ist.“ Aus diesem Grund hatte der 52-Jährige bereits schon einmal auf einen Bürgermeistersposten jenseits des Tarmstedter Rathauses Anlauf genommen, 2019 war er in Stuhr (Landkreis Diepholz) angetreten, hatte das Rennen allerdings in der Stichwahl gegen einen Mitbewerber verloren. „Erst kam das Rezo-Video, dann Rot-Rot-Grün in Bremen – und dafür habe ich mich noch gut geschlagen“, sagt Holle. Aus dem Wahlkampf habe er viele Dinge mitgenommen, viel Positives. Nun wolle er „die Scharte auswetzen und Rotenburg packen“. Die Unterstellung, er sei ein Wandervogel, stimme nicht. „Ich bin der Meinung, man kann mit Herzblut Bürgermeister in Rotenburg sein, auch wenn man vorher in Stuhr kandidiert hat.“ Dafür wolle er auch mit seiner Frau und der jüngsten Tochter – die beiden älteren Kinder sind bereits aus dem Haus – nach Rotenburg ziehen. Denn bislang lebt der dreifache Familienvater trotz Amt in Tarmstedt in Ottersberg: „Ich kenne Rotenburg als Tarmster Jung sehr gut. Es ist eine sympathische Stadt mit viel Grün und Wasser.“ Aus seiner Sicht sei es zudem eine Ehre, Bürgermeister der Kreisstadt zu sein.
Das Geschehen in Rotenburg verfolge er seit Längerem: „Ich bin ja Sprecher der Hauptverwaltungsbeamten hier im Landkreis, da interessiert es mich, was in anderen Kommunen passiert.“ Dazu gehören auch die Diskussionen im Rathaus, unter anderem, als es um die IGS ging. „Ich gehe gänzlich unbelastet da hinein“, ist Holle überzeugt. Er wolle mit allen Parteien sprechen. „Ich denke, moderieren kann ich gut.“ Entsprechende Erfahrung habe er vor seiner Amtszeit in Tarmstedt nach seinem Jura-Studium in Kiel auch bereits als Anwalt für Familienrecht gemacht. „Ein bisschen Taktik ist auch dabei: Wie sieht die Gegenseite das, wie können beide Seiten da gesichtswahrend rausgehen? Da muss sich jeder bewegen.“
Die IGS hatte laut Holsten dabei auch eine große Rolle im Fragenkatalog gespielt. „Ich mit meiner Außenwahrnehmung kann nur sagen: Zu jeder erfolgreichen KGS oder IGS gehört eine Oberstufe – aber nur, wenn sie die einzige ist“, äußert sich Holle zu dem Thema. Konkrete Aussagen wolle er allerdings nicht machen. „Letztendlich ist es dabei auch eine Wundertüte für mich, denn wer weiß schon, wie nach November 2021 der Stadtrat aussieht – die Wahlen fallen ja erstmals zusammen.“
Holsten ist sich sicher, Holle sei ein Kandidat, den man auch überparteilich hätte nominieren können – „allerdings hat er nun ein CDU-Parteibuch“. Zwar habe es auf den Fluren des Rathauses auch mal Gespräche mit Ratskollegen anderer Parteien diesbezüglich gegeben, „aber letztendlich haben alle Stadtratsfraktionen dazu beigetragen, dass das Verhältnis zwischen ihnen so ist, wie es ist. Und gut finden wir das alle nicht. Daher ist das hier mit breiter Brust unser Vorschlag.“ Er sei überzeugt, dass Holle auch einen guten Umgang mit SPD und Grünen pflegen werde. „Und mit WIR und FDP haben wir bereits gesprochen, die sind Feuer und Flamme.“
Im Herbst ist die Nominierungsveranstaltung, dann will Holsten Holle der Partei als Kandidaten offiziell vorschlagen. „Wir rechnen da mit Unterstützung“, ist sich Holsten sicher. „Wir sind da guter Dinge.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
 04261 / 72 -433
 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

17.09.2020

Sponsorenlauf Ahausen

26.08.2020

Kinder machen Theater

13.07.2020

In Krieg und Frieden

03.07.2020

Kettensäge und Kreativität