Reparaturstation für Fahrräder ermöglicht Hilfe zur Selbsthilfe - Von Dennis Bartz

'ne Schraube locker?

Aufgehängt und repariert: Wilfried Petschel (von links), Hans Eckert, Manfred Petersen und Uwe Knabe testen die neue Fahrrad-Reparaturstation.
 © Foto: Dennis Bartz

Rotenburg. Fürs Wochenende sagen die Meteorologen angenehme Temperaturen und jeweils bis zu zwölf Stunden Sonne voraus. Behalten die Wetter-Experten Recht, werden sich viele Menschen in und um Rotenburg zu einer Tour aufs Fahrrad schwingen. Ärgerlich, wenn dann zu wenig Luft im Reifen oder eine lockere Schraube die Weiterfahrt gefährden. Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht die neue Fahrrad-Reparaturstation auf dem Rotenburger Pferdemarkt. 2.500 Euro hat die Stadt in Absprache mit dem ADFC Rotenburg dafür ausgegeben. Die Nutzung ist kostenlos.

Die Anregung kam von Hans Eckert, selbst begeisterter Radfahrer und ehemaliger Personalamtsleiter bei der Stadt Rotenburg. Eckert war bei einem Besuch in Bruchhausen-Vilsen auf eine Fahrrad-Reparaturstation gestoßen und hatte sofort Fotos davon an Bürgermeister Andreas Weber geschickt. „Vielleicht ist das auch etwas für Rotenburg, die Fahrradstadt“, schrieb er kurz und knapp in seiner E-Mail.

Bereits wenige Wochen später, im Herbst 2018, war das Angebot für Radler Thema im Arbeitskreis Fahrrad, dem auch Manfred Petersen, Vorsitzender des ADFC Rotenburg, als Leiter angehört.

Bei ihm und den weiteren Mitgliedern stieß die Idee sofort auf offene Ohren. Nach kurzer Beratung gab es grünes Licht und Uwe Knabe vom Amt für Verkehr machte sich auf die Suche nach einem passenden Anbieter: „Wie sich dabei herausgestellt hat, gibt es nur einen – und der sitzt in Minneapolis, Amerika. Die Referenzliste, auch innerhalb Deutschlands, ist lang.“

Die Fahrrad-Reparaturstation verfügt über eine Auswahl der gebräuchlichsten Werkzeuge, die mit Stahlseilen gegen Diebstahl gesichert sind. Außerdem mit an Bord: eine Handpumpe mit Adapter für alle gängigen Ventile. Dank einer Halterung lässt sich das Fahrrad bequem aufhängen, sodass auch der Tausch von Reifen sowie Reparaturen an Bremsen in rückenfreundlicher Höhe möglich sind.

Die Standortfrage war schnell geklärt: Die Reparaturstation sollte einerseits möglichst zentral entlang des Wümme-Radwegs stehen und andererseits bestmöglich geschützt vor Vandalismus sein. „Deswegen kam nur der Pferdemarkt in Frage“, so Knabe. Diesen Platz unterstützt auch Petersen: „Wir haben drumherum viele Hotels, die Bed & Bike anbieten. Das passt wie die Faust aufs Auge.“

Knabe stellt klar, dass die Reparaturstation keine Konkurrenz zu den örtlichen Fahrradhändlern sein soll: „Es geht für uns darum, in den Sommermonaten rund um die Uhr eine Möglichkeit zur Selbsthilfe anzubieten.“ Bei schwerwiegenderen Defekten sei ohnehin der Weg in eine Fachwerkstatt unumgänglich, so Petersen: „Ich glaube nicht, dass sich die renommierten Fahrradhändler davon bedroht fühlen.“

Die neue Fahrrad-Reparaturstation wird sich schnell herumsprechen, ist sich Knabe sicher. Das neue Angebot soll zudem ein weiterer Pluspunkt bei dem nächsten Versuch der Stadt Rotenburg werden, das Zertifikat als fahrradfreundliche Kommune zu erhalten. „Sobald die Harburger Straße fertig ist, wagen wir einen neuen Versuch“, betont Knabe.

• Die Reparaturstation könnte auch bei den Fahrten des ADFC sowie bei der Auftakttour zum Stadtradeln am 26. Mai einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass alle Teilnehmer starten können.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
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 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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