Regio-Challenge: Teilnehmer setzen auf heimische Produkte - Von Judith Tausendfreund

Es geht auch ohne Pfeffer

Kathrin Peters (Dritte von links), Angela von Beesten (Zweite von rechts) und weitere Teilnehmer der Vorbereitungsgruppe beim Infoabend im Rotenburger Rathaussaal.
 © Foto: Judith Tausendfreund

Rotenburg. Den Klimawandel spüren inzwischen die meisten Menschen: Die Sommermonate der vergangenen Jahre waren heiß und viel zu trocken. Regen kommt oft als Starkregen vor, beim Spaziergang fallen die vielen vertrockneten Bäume auf. Doch wie kann man diese Entwicklung aufhalten und was hat das Verhalten eines jeden Einzelnen damit zu tun? Diese Zusammenhänge sind Thema der „Regio-Challenge“, die in Rotenburg mit einer Filmvorführung und Infoveranstaltung ihren Auftakt fand.

Initiiert wurde der spielerische Wettbewerb 2016 von Kathrin Peters, Pädagogin am Hof Grafel. Inzwischen ist eine ganze Gruppe von engagierten Interessenten aktiv. Auch in diesem Jahr haben die Beteiligten im Vorfeld einiges vorbereitet. „Dazu gehört der Dokumentarfilm“, berichtete Angela von Beesten vom Kultur- und Naturverein Sambucus, stellvertretend für die gesamte Gruppe.

„Anders Essen – das Experiment“ von Kurt Langbein und Andrea Ernst ist zu Beginn des Jahres auf den Markt gekommen und wirft einen Blick auf die globalisierte Nahrungswirtschaft. Sie möchten Mut machen, sich an den Selbstversuch zu wagen, die eigene Ernährung umzustellen. Hintergrund ist die Idee, dass Ernährung sehr viel Land in Anspruch nimmt und dabei auch das Klima negativ beeinflusst.

„Der Film ist wirklich informativ und zeigt genau auf, wie viel Land wir hier in Deutschland, aber auch im Ausland „verbrauchen“, so von Beesten nach der Aufführung. Im Film machen es sich drei Familien zur Aufgabe, regional und ressourcenschonend einzukaufen – und genau dies steht nun auch bei den Teilnehmern der Regio-Challenge auf der Agenda.

Im Rathaus gab es nach der Vorführung weitere Vorbereitungen. So wurde dort ein E-Mail-Verteiler erstellt, damit sich Interessenten vernetzen können. „Wir tauschen auch Produkte untereinander, zum Beispiel haben wir Salz aus dem Soltauer Salzmuseum. Andere haben etwa Quinoa, denn das wird in Visselhövede angebaut“, berichtete von Beesten weiter über den Infoabend.

Um noch mehr regional angebaute Lebensmittel in erreichbarer Fahrraddistanz im Kreis Rotenburg zu finden, starten alle Interessenten am heutigen Samstag, 12. September, um 10 Uhr zu einer Fahrradtour. Treffpunkt ist der Pferdemarkt am Rathausplatz, von dort aus geht es dann zu den regionalen Erzeugern – spontane Mitfahrer sind willkommen. Ab Montag, 14. September, beginnt die eigentliche Herausforderung: Dann gilt es für eine Woche, auf Orangensaft, Kaffee, Bananen genauso wie auf Pfeffer und Curry zu verzichten. „Wir wissen aus den ersten Jahren, dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Mal sind es lokale Angebote, von denen man bisher nichts wusste. Mal sind es neue Rezepte, aber auch neue Perspektiven auf das, was um uns herum wächst, die man entdeckt“, weiß Peters.

„Wir hatten zwar durch die Corona-Pandemie zunächst Sorge, ob wir die Veranstaltung wie geplant durchführen können“, so die Teilnehmer der Planungsgruppe. Doch das Thema Ernährung und Klima sei unabhängig von der Pandemie ein wichtiges.

Mitveranstalter der Mitmach-Woche sind neben dem Hof Grafel auch der Kultur- und Naturverein Sambucus, Ackern und Rackern, der Nabu, der Biologische Schutzgemeinschaft Wümme und der BUND.

• Weitere Informationen über die Aktion gibt es im Internet unter www.regio-challenge.de.

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