Rat stimmt für Änderung des Bebauungsplans

Weber sieht Probleme

Der Leerstand dauert nun schon Jahre, hier soll irgendwann einmal ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen.
 ©Foto: Judith Tausendfreund

Rotenburg (jt). Spaziergänger in der Innenstadt von Rotenburg stolpern schnell über die Baulücke: Im Stadtzentrum zwischen der Großen Straße und der Steinbeißergasse fehlt die Bebauung. Einst stand das Restaurant Carthago dort, doch dieses musste abgerissen werden.

Schon vor dreieinhalb Jahren kaufte Geschäftsfrau Jette Grewe das Areal, beteiligt an der Planung ist Architekt Norbert Behrens, Geschäftsführer Planungsgemeinschaft Nord (PGN). Der Bebauungsplan sollte seitdem für das angedachte Projekt angepasst werden – doch dies entwickelt sich zu einem Dauerstreit.

Im Kern geht es um den Denkmalschutz und die Höhe sowie Form der angedachten Dächer und um die Frage, ob das Aussehen der Rotenburger Innenstadt ausschlaggebend für die Ausgestaltung sein muss. Nach den Plänen der Investoren soll eben eine andere Dachform gewählt werden, diese würde im Neubau für mehr Platz sorgen – und somit aus wirtschaftlicher Sicht die Sache sicherlich attraktiver machen.

Insgesamt sind es vier „Kerngebiete“, die innerhalb des Areals geplant sind. Es sollen ein Geschäftshaus, aber auch Wohnungen entstehen. Die jüngsten und möglicherweise finalen Änderungen des Bebauungsplanes mit der Nummer 31 wurden jetzt erneut im Planungsausschuss diskutiert, eine Mehrheit stimmte für die Änderungen.

Anschließend ging die Vorlage in den Rat und noch bevor es an die Abstimmung ging, wandte sich Bürgermeister Andreas Weber (SPD) in seiner Ansprache deutlich gegen die geplanten Änderungen. Er legte ausführlich da, wie der bisherige Planungsprozess aus seiner Sicht vonstattengegangen ist, seine Unzufriedenheit war dabei nicht zu überhören. „Eine Kooperation zwischen der neuen Eigentümerin und deren Planungsbüro und der Stadt sei leider nicht gewollt gewesen“, so eine seiner Feststellungen. Er betonte am Ende, dass er dem Änderungsantrag nicht zustimmen werde und dass dieser zurückgenommen werden solle. Doch Weber fand keine Mehrheit.

Ohne weitere Diskussion plädierten 23 Ratsmitglieder für die Änderung, sechs dagegen, damit ist die Vorlage mehrheitlich angenommen worden.

Weber betonte jedoch, dass die Planung so keine Zustimmung von Seiten der unteren Denkmalbehörde hätte und prophezeite ein schwieriges und langwieriges Baugenehmigungsverfahren.

Schon seit drei Jahren zieht sich die Angelegenheit hin, der ursprüngliche Bebauungsplan für die Rotenburger Innenstadt ist aus dem Jahr 1990.

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