Rat beschließt Entwurf für BBS-Parkplatzlösung

Neue Wege

An der Castorstraße soll ein weiterer Parkplatz entstehen. Foto: Hans-Jörg Werth
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Rotenburg (hjw). Das Thema wurde zäh diskutiert, die Positionen schienen nach dem jüngsten Planungsausschuss verhärtet. Im Ringen um bessere Verkehrswege und neue Lehrerparkplätze an den Berufsbildenden Schulen BBS kam es aber doch noch zur Einigung. In der Ratssitzung der Stadt Rotenburg gab es am Ende „grünes Licht“ für das Vorhaben.

Die Positionen Pro und Contra waren seit Wochen klar. Im Ringen um die unbestrittene Notwendigkeit zur Neuregulierung der Schülerverkehre an den BBS blieben die konträren Standpunkte bestehen. Während Bürgermeister Andreas Weber (SPD) ein erneutes Mal darum warb, den Landkreis in seinem Wunsch zur Neustrukturierung der Parkplatzsituation zu unterstützen und den „bestmöglichen Plan“ umzusetzen, gab es – unter lautem Applaus einiger Anlieger aus den Zuschauerreihen – erneute Kritik insbesondere von Webers Parteikollegen Gilberto Gori.
Wie zuvor schon im Planungsausschuss brachte Gori sein Unverständnis zur angestrebten Änderung des besagten Bebauungsplans Nr. 52, östlich Gut Gothard, ein ums andere Mal zum Ausdruck. Der Landkreis agiere unflexibel, die angebotenen 20 bis 25 zusätzlich anzumietenden Stellplätze am Kalandshof seien lächerlich und überhaupt sei die Belastung für die Anlieger und die Umwelt nicht hinzunehmen. „Außerdem droht eine mögliche spätere Bebauung eines Gebäudes von bis zu acht Meter Höhe“, warnte Gori.
Sofern es trotz der Erweiterung an der Castorstraße zu keiner nachhaltigen Entlastung der Anwohner kommen sollte, hatte der Landkreis bereits früh angeboten, weitere Ausweichstellplätze für Nutzer der Schule mieten zu wollen .
Auch Ekkehard von Hoyningen-Huene (Grüne) machte seine Ablehnung zum jetzigen Plan deutlich: Er wollte das Wechselspiel aus Allgemeininteresse für Parkplätze gegen Partikularinteressen bei Grünflächen nicht mitspielen und stimmte wie Gori gegen die Bebauungsplanänderung.
Ein erneutes Mal erkärte der Bürgermeister indes, sichtlich bemüht um Haltung, zügig die Sachlage aus seiner Sicht und die „beste aller Lösungen“ für den Um- und Ausbau der Parkplätze rund um die Schule. Am Ende stimmte die Ratsmehrheit schließlich für Webers Vorschlag und die fachlichen Argumente, die der Stadtplaner Clemens Bumann bereirs im Planungsausschuss eingebracht hatte. Während dort zuvor noch die Zustimmung per politischem Beschluss gefehlt hatte, standen im Rat nun den zwölf Nein-Stimmen 16 Ja-Stimmen entgegen. Zwei Ratsmitglieder enthielten sich der Stimme. Nicht unwesentlich ist dabei wohl bei der Meinungsbildung ein bereits im Vorjahr verankertes Rückkaufsrecht der Stadt wieder in den Fokus gerückt, wonach hier Optionen bestehen, falls der Landkreis irgendwann zu einem späteren Zeitpunkt auf die Idee käme, ein laut Bebauungsplan mögliches Schulgebäude errichten zu wollen.
Im Ergebnis kann der Parkplatz an der Castorstraße mit einer Bauzeit von drei Monaten und einer Investition von etwa 960.000 Euro inklusive des Grunderwerbs realisiert werden. Die laufenden Kosten betragen 5.000 Euro pro Jahr und die Kosten je Stellplatz werden mit 20.000 Euro angesetzt. Die Zufahrt wird laut Bumann beschrankt und ausschließlich dem Lehrpersonal zugewiesen. Ein Chipsystem soll den Zutritt im rückwärtigen Bereich der Schule sicherstellen.
Mit dem Beschluss zur Umsetzung neuer Lehrerparkplätze kommt nun zusätzlich die Verbreiterung des Fußweges in der Castorstraße von einem auf zwei Meter auf die Agenda. Sie mag als eine Art Befriedung der unterschiedlichen Interessenlager zu werten sein. Die Stadt hat hierzu in einer Schätzunge Kosten in Höhe von 50.000 Euro ermittelt. Mit dieser Maßnahme wird dem Antrag von WIR/FDP entsprochen.
Ein Begegnungsverkehr beispielsweise zweier Kinderwagen sei nicht möglich, habe er sich nochmals vorort vergewissert, begründete Weber diese Maßnahme, und sprach der Verbreiterung seine erneute Zubilligung zu. Nicht jedem war dieser verkehrsbauliche Bonus scheinbar wichtig, denn neben 17 Ja- und drei Nein-Stimmen gab es immerhin auch neun Ratsmitglieder, die sich zu diesem Mehraufwand inhaltlich enthielten.

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